Turbulente Nachfolgesuche fürs Haus Miranda in Leimbach

Ursula Fust, langjährige Heimleiterin der Wohn- und Beschäftigungsstätte Lindenweg in Wigoltingen, führt seit gut einem Monat auch die Sozialtherapeutische Lebensgemeinschaft Haus Miranda.

Hannelore Bruderer
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Stiftungsratspräsident Dominik Kumschick und Heimleiterin Ursula Fust im Garten des Hauses Miranda. (Bild: Hannelore Bruderer)

Stiftungsratspräsident Dominik Kumschick und Heimleiterin Ursula Fust im Garten des Hauses Miranda. (Bild: Hannelore Bruderer)

Der Stiftungsrat Haus Miranda musste sich noch nicht oft nach einer neuen Heimleitung umsehen, nun jedoch gleich zweimal innert gut eines Jahres. Mehr als dreissig Jahre, bis im März vergangenen Jahres, leitete Gisela Meurer die Sozialtherapeutische Lebensgemeinschaft in Leimbach, ihre Nachfolgerin beendete ihre Anstellung nach bereits einem Jahr. «Eine geeignete Person zu finden, war nicht einfach – trotz intensiver Bemühungen unsererseits», erklärt Dominik Kumschick, der Präsident des Stiftungsrates.

Bis vor kurzem musste das Haus ohne Heimleitung funktionieren. «Ich bin stolz auf unser Team. Sie haben diese Zeit sehr gut gemeistert», sagt er. Es sei aber auch so, dass ein Fehlen der Heimleitung bei den Angehörigen der Bewohner sowie den Mitarbeitenden erfahrungsgemäss zu einer leichten Verunsicherung führe. Deshalb ist der Stiftungsratspräsident froh, dass Ursula Fust seit Anfang Juli die Heimleitung übernommen hat – wenn auch nur für eineinhalb Jahre, denn dann wird Ursula Fust pensioniert.

Neue Heimleiterin mit grossem Erfahrungsschatz

Ursula Fust leitet seit vielen Jahren die Wohn- und Beschäftigungsstätte Lindenweg in Wigoltingen. Sie hat eine sozial- und heilpädagogische Ausbildung absolviert und danach, wie sie sagt, alle Stufen durchlaufen bis sie Heimleiterin wurde. Zu den Aufgaben der Heimleitung gehört unter anderem die Personalführung und die Umsetzung und Weiterentwicklung sozialpädagogischer Konzepte. Die Leitungsfunktion im Lindenweg in Wigoltingen nahm Ursula Fust bisher mit einem Vollzeitpensum wahr.

Nun organisiert sie sich dort neu und delegiert einen Teil ihrer bisherigen Aufgaben an andere Mitarbeiter, damit sie Kapazität für ihre Arbeit im Haus Miranda hat. Wann sie in welchem Haus anwesend ist und wie gross die jeweiligen Pensen sind, müsse sich noch einpendeln, erklärt die Heimleiterin. Der Lindenweg und das Haus Miranda haben eine ähnliche Ausrichtung und sind im Thurgau eher kleinere Institutionen im Bereich der Betreuung von Menschen mit Beeinträchtigung.

Die Annäherung der beiden Institutionen im Bereich der Heimleitung eröffnet Möglichkeiten zur weiteren Zusammenarbeit. «Wir sind offen für neue Ideen, stehen aber noch ganz am Anfang», erklärt Kumschick. Bisher habe er sich erst mit dem Präsidenten des Vereins Lindenweg zu einem informellen Gespräch getroffen.

Synergien nutzen

«Es ist sinnvoll, wenn man sich jetzt aus einer Position der Stärke heraus Gedanken macht, wie man mögliche Synergien nutzen kann», sagt Ursula Fust. Die Lösung mit der geteilten Heimleitung verschafft beiden Institutionen Zeit, die Gestaltung der Zukunft in Angriff zu nehmen. «In welcher Form und Intensität die Zusammenarbeit gelebt wird, muss in den nächsten Monaten entwickelt und ausgetestet werden», erklärt Kumschick. «Wir sind froh, dass wir dafür auf das Wissen und die Erfahrung von Ursula Fust zurückgreifen können.»