Trotz Streitereien: Mehrere Kandidaten für den Salmsacher Gemeinderat und die Schulkommission

Bei der Ersatzwahl am 29. November bewerben sich sieben Personen für die fünf Sitze in den beiden Behörden. Die Amtsinhaber räumen wegen dem Gemeinde- beziehungsweise Schulkommissionspräsidenten ihren Stuhl.

Markus Schoch
Drucken
Teilen
Gemeindehaus Salmsach: Hier sollen schon bald neue Gemeinderäte ein- und ausgehen.

Gemeindehaus Salmsach: Hier sollen schon bald neue Gemeinderäte ein- und ausgehen.

Bild: Donato Caspari

Wer dachte, so etwas wolle sich niemand antun, liegt falsch. Das Interesse an der Ersatzwahl vom 29. November ist überraschend gross. Und das obwohl der Salmsacher Gemeinde- und Schulkommissionspräsident Martin Haas seit Monaten in der Kritik steht. Drei der vier Gemeinderäte können und wollen nicht länger mit ihm zusammenarbeiten. Sie haben auf Ende November ihren vorzeitigen Rücktritt eingereicht. Auch zwei Schulräte werfen wegen Haas den Bettel hin.

Die öffentlich ausgetragenen Differenzen wirken aber offensichtlich nicht auf alle abschreckend. Für die drei frei werdenden Sitze im Gemeinderat stellen sich vier Personen zur Verfügung, die alle kein unbeschriebenes Blatt sind. Patrizio De Rosa (parteilos) kandidierte bereits im Februar des letzten Jahres für den Gemeinderat. Der Betriebswirtschafter verpasste die Wahl aber deutlich. Er war angetreten, um die Kommunikation zwischen Politik, Gewerbe und Bevölkerung zu verbessern.

Eine Jungpolitikerin, ein Werkhofchef und ein aktiver Bürger

Auch schon politisch in Erscheinung getreten ist Luthien Leenders, die dieses Jahr bei den Wahlen im Frühling für die GLP zum Sprung in den Kantonsrat ansetzte. Die 20-jährige Studentin ist Gründungsmitglied und Co-Präsidentin des Jugendparlaments Thurgau und in gleicher Funktion auch beim Forum Eidgenössische Jugendsession aktiv.

Vielen im Dorf bestens bekannt sein dürfte Walter Schumacher. Er ging im Frühling des letzten Jahres als Leiter des Werkhofes in Pension. Fast 23 Jahre lang hatte Schumacher dort gearbeitet. Er ist parteilos wie Sandro Pacchioni, der vierte Kandidat. An Gemeindeversammlung meldet sich dieser seit Jahren regelmässig zu Wort.

Zweiter Wahlgang erst im nächsten März

Zumindest einer der vier Kandidaten sollte im November gewählt werden, damit die Behörde beschlussfähig bleibt. Sonst akzeptiert der Kanton den Rücktritt der drei Gemeinderäte nicht. Dieses Szenario ist durchaus denkbar.

Denn es gibt Salmsacher, die den drei abtretenden Gemeinderätin ihre Stimme geben wollen, damit sie erhobenen Hauptes gehen können. Was dazu führen könnte, dass sie bis zum zweiten Wahlgang im März des nächsten Jahres bleiben müssten, was sie aber nicht tun werden.

Drei wollen in die Schulkommission

Zwei Mitglieder traten per sofort zurück

Auch bei der Schulkommission hat es mehr Kandidaten, als Sitze frei werden, nämlich drei für zwei. Bei der Ersatzwahl am 29. November stellen sich die Parteilosen Luciano Chiummariello (Techniker HF), Jörg Eller (Application Engineer) und Thomas Rohner (Geschäftsführer) zur Verfügung. Sie wollen die Nachfolge von Fabian Sutter und Samir Sumanovac antreten, die im August beziehungsweise September ihren sofortigen Rücktritt aus der fünfköpfigen Schulkommission eingereicht haben. (mso)

Mehr zum Thema

«Ich bin baff», «Es ist schockierend», «Das kann doch nicht sein»: An der Salmsacher Gemeindeversammlung gehen im Zuge der behördlichen Querelen die Wellen hoch

Die drei abtretenden Gemeinderäte von Salmsach nennen ihre Gründe für die Differenzen mit Gemeindepräsident Martin Haas. Der fehlt derweil. Die Geschäftsprüfungskommission denkt darüber nach, Haas den Lohn zu streichen, und eine Frau überlegt sich, Unterschriften für dessen Rücktritt zu sammeln.
Tanja von Arx