Trotz Kritik im Vorfeld: Münsterlinger sagen Ja zur Revision des Friedhofsreglements

Die kommunale Vorlage wird mit 78 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Eine «unglückliche Formulierung» im Reglement hat sich nicht auf das Resultat ausgewirkt

Urs Brüschweiler
Drucken
Teilen
Die Gemeinde Münsterlingen wird künftig den Friedhof Scherzingen verwalten.

Die Gemeinde Münsterlingen wird künftig den Friedhof Scherzingen verwalten.

Dass die Bewohner des Ortsteils Landschlacht künftig nur noch «auf ausdrücklichen Wunsch» in der Nachbargemeinde Altnau bestattet werden, hatte vor der Abstimmung zu Unmutsäusserungen in den Leserbriefspalten geführt. Diese Formulierung im revidierten Friedhof- und Bestattungsreglement sei unglücklich, sagt der Münsterlinger Gemeindepräsident René Walther.

Stimmbeteiligung von 39 Prozent

Im Resultat der Volksabstimmung vom Sonntag hat sich die Diskussion nun aber kaum niedergeschlagen. 507 Münsterlinger sagten Ja zur Revision des Reglements, 140 legten ein Nein in die Urne. Mit 78 Prozent Zustimmung ist das Verdikt klar und eindeutig ausgefallen.

«Die kritischen Stimmen waren berechtigt und wir nehmen sie auch ernst»

sagt Walther. Man hätte bereits in den letzten Wochen Gespräche geführt und versucht die Sachlage klarzustellen. Nämlich, dass sich an der aktuellen Situation für die Landschlachter nichts ändern werde, dass Bestattungen in Altnau ohne weiteres möglich bleiben. «Viele Leute haben das verstanden und uns vertraut», interpretiert Walther das Abstimmungsresultat. Dennoch werde man auch in den nächsten Wochen noch weiter versuchen, vorhandene Ängste, etwa bei der älteren Bevölkerung abzuholen.

Nutzungsvertrag mit der Kirchgemeinde

Das revidierte Friedhofs- und Bestattungsreglement wird am 1. Januar 2019 in Kraft treten. Kernpunkt der Botschaft ist, dass der evangelische Friedhof in Scherzingen zum offiziellen Gemeindefriedhof für alle Einwohner wird. Mit der evangelischen Kirchgemeinde Scherzingen-Bottighofen wird nun ein entsprechender Nutzungsvertrag erarbeitet. Im Frühling soll die Kirchgemeindeversammlung über diesen befinden.