Tristes Saisonende für den HC Thurgau: Wieder resultiert in Visp eine Niederlage nach Verlängerung

Der HC Thurgau verliert das fünfte Playoff-Spiel auswärts gegen Visp in der Overtime 2:3 und scheidet im Viertelfinal aus. 214 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit haben die Ostschweizer noch geführt.

Matthias Hafen aus Visp
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In der leeren Lonza-Arena in Visp verlor der HC Thurgau das zweite aufeinanderfolgende Playoff-Auswärtsspiel nach Verlängerung.

In der leeren Lonza-Arena in Visp verlor der HC Thurgau das zweite aufeinanderfolgende Playoff-Auswärtsspiel nach Verlängerung.

Bild: Alain Amherd/Walliser Bote

Als hätte es für das Verdikt noch den passenden Rahmen gebraucht, wurde die fünfte Playoff-Begegnung zwischen dem EHC Visp und dem HC Thurgau vor leeren Rängen ausgetragen. Vorkehrungen zur Eindämmung des grassierenden Corona-Virus führten in der Lonza-Arena wie in der ganzen Eishockey- Schweiz zu einem Geisterspiel. Die gespenstische Leere im Stadion machte die Tristesse nach Thurgaus 2:3-Niederlage in der Verlängerung unerträglich.

Nach 66:04 war die letzte Hoffnung begraben

Erneut mussten sich die Ostschweizer erst in der Overtime geschlagen geben, wie beim zweiten Playoff-Auftritt in Visp. Und auch wenn es im Gegensatz zum letzten Mal nur sechs Minuten und vier Sekunden bis zum entscheidenden Gegentreffer dauerte, so war dieser sehr unglücklich. Ein Schuss von Troy Josephs in Richtung HCT-Goalie Nicola Aeberhard wurde von Patrick Parati mit dem Kopf (!) ins eigene Tor gelenkt. Dies, nachdem Thurgaus Captain vom Visper Mark Van Guilder in den Rücken gestossen worden war und kopfvoran in die Flugbahn des Pucks segelte.

Der kuriose Treffer, ein Zufallsprodukt erster Güte, passte zu dieser Viertelfinalserie und Thurgaus Auftritt im Playoff. Die Mannschaft von Trainer Stephan Mair hätte auch an diesem Abend die Chance gehabt, die Partie zu ihren Gunsten zu entscheiden. Einmal mehr aber fehlte dem HCT nebst offensiver Kreativität auch das Wettkampfglück. Beziehungsweise war die Equipe vom Pech verfolgt. Zweimal waren die Gäste in Führung gegangen. Bereits nach 34 Sekunden durch Topskorer Melvin Merola (1:0) und in der 50. Minute nach einem Energieanfall von Janik Loosli (2:1). Es schien, als hätten Mairs zahlreiche Positionenwechsel in der Aufstellung ihre positive Wirkung. Unter anderem wurde der Kanadier Kellen Jones als Verteidiger eingesetzt.

Schon wieder ein umstrittener Treffer

Fehlte dem EHC Visp in dieser Partie die Unterstützung der Anhänger, so hatte er wenigstens das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite. Denn Dario Burgeners Ausgleich zum 1:1 (23.) hätte man guten Gewissens wegen Behinderung von Goalie Aeber­hard aberkennen können. Und beim 2:2 durch Van Guilder ging der Amerikaner am zweiten Pfosten schlicht vergessen. Da hatten dem HC Thurgau noch 214 Sekunden gefehlt, um die Verlängerung zu verhindern.

HCT-Geschäftsführer Büsser: «Das Feedback aus dieser Saison wird positiv sein»

Die Ernüchterung war Martin Büsser unmittelbar nach der Partie von Kopf bis Fuss anzusehen. Thurgaus Geschäftsführer und Sportchef, den es die letzten Minuten nicht mehr auf seinem Sitz in der Lonza-Arena hielt, hatte so sehr auf ein weiteres Heimspiel am Sonntag gehofft. Umso mehr, nachdem sein Team bis in die 57. Minute in Führung gelegen hatte. Am Ende aber musste auch er den 4:1-Erfolg der Visper in dieser Playoff-Viertelfinalserie konstatieren. «Die Chance war auch heute da gewesen, um zu gewinnen», sagte Büsser. «Das macht das Ausscheiden umso enttäuschender, weil wir wirklich jedes Spiel hätten gewinnen können.» Betrachte er aber die gesamte Saison, so stimme ihn vor allem die gewonnene Konstanz versöhnlich. «Das Feedback aus dieser Saison wird sicher positiv sein», so Büsser. Trotz des letztjährigen Erfolgs dürfe man nicht davon ausgehen, dass der HCT nun jedes Jahr den Halbfinal erreiche.

Visp – Thurgau 3:2 n. V. (0:1, 1:0, 1:1)

Lonza-Arena – keine Zuschauer (unter Ausschluss der Öffentlichkeit) – SR Eichmann/Weber, Huguet/Gurtner.
Tore: 1. (0:34) Merola (Kellen Jones) 0:1. 23. Burgener (Achermann) 1:1. 50. Janik Loosli 1:2. 57. Van Guilder (Furrer, Josephs) 2:2. 67. Josephs 3:2.
Strafen: 2-mal 2 Minuten plus Spieldauer (Parati) gegen Thurgau, 2-mal 2 Minuten gegen Visp.
Visp: Lory; Camperchioli, Nater; Steiner, Brantschen; Wiedmer, Furrer; Haueter, Zeiter; Josephs, Van Guilder, Dolana; Riatsch, Ritz, Haberstich; Berger, Achermann, Spinell; Burgener, Hofstetter, Petrig.
Thurgau: Aeberhard; Kellen Jones, Parati; Fechtig, Scheidegger; Collenberg, Seiler; Engeler, Kellenberger; Janik Loosli, Connor Jones, Merola; Hobi, Rundqvist, Spiller; Rehak, Brändli, Spannring; Bischofberger, Hollenstein, Frei.
Bemerkungen: Visp ohne Heynen, Brügger, (beide verletzt), Ranov und Rochow (beide krank). Thurgau ohne Altorfer, Moser, Wildhaber (alle verletzt), Steinauer, Huber, Niedermaier, Schnetzer und Zanzi (alle überzählig).

Kloten (1.), Ajoie (2.), Visp (4.) und Langenthal (6.) sind für die Playoff-Halbfinals qualifiziert.