TOUR DE SUISSE
Der Thurgauer Veloprofi Claudio Imhof auf der Flucht ins Rampenlicht

Für die Olympischen Spiele hat es ihm nicht gereicht. Deshalb nutzt der Bahnspezialist Claudio Imhof die 84. Tour de Suisse, um sich ins Gespräch zu bringen. Er hofft auf einen Vertrag als Strassenprofi. Nach der zweiten Etappe wurde er zum kämpferischsten Fahrer gewählt.

Daniel Good
Merken
Drucken
Teilen
In der zweiten Etappe wird Claudio Imhof erst acht Kilometer vor dem Ziel in Lachen eingeholt.

In der zweiten Etappe wird Claudio Imhof erst acht Kilometer vor dem Ziel in Lachen eingeholt.

Bild: Gian Ehrenzeller / KEYSTONE

Keiner war an der derzeit stattfindenden Tour de Suisse so oft an der Spitze des Rennens anzutreffen wie Claudio Imhof. Kaum ist der Startschuss gefallen, schreitet der 30-jährige Thurgauer zur Tat.

In der zweiten Etappe von Neuhausen am Rheinfall nach Lachen wurde Imhof erst acht Kilometer vor dem Ziel gestellt. In einer giftigen Steigung im strömenden Regen. Als Letzter einer ursprünglich vierköpfigen Spitzengruppe, in der auch der St.Galler Tom Bohli mitfuhr. Deshalb wurde Imhof als kämpferischster Fahrer ausgezeichnet. Ein kleiner Trost für die Nicht-Berücksichtigung für die Olympischen Spiele.

Auszeichnung zum kämpferischsten Fahrer nach stundenlangen Strapazen: Claudio Imhof aus Sommeri

Auszeichnung zum kämpferischsten Fahrer nach stundenlangen Strapazen: Claudio Imhof aus Sommeri

Bild: Andy Müller / Freshfocus

Auch während der dritten Etappe gehörte Imhof zu einer vierköpfigen Vorhut. So weit wie am Vortag kam das Quartett allerdings nicht. Als die Mannschaften mit den Favoriten in den Hügeln des Luzerner Hinterlandes im Feld das Tempo erhöhten, mussten die Ausreisser ihre Hoffnungen begraben.

Der Schock nach dem Olympia-Aus

Dass Imhof so aktiv ist, hat seinen guten Grund: Er will einen anständigen Vertrag als Strassenprofi. Vor zwei Jahren war er nach starken Leistungen an der Tour de Romandie und an der Tour de Suisse nahe dran, aber er setzte weiter auf die Bahn.

Sagte den Interessenten, darunter einem Team aus der World Tour, ab. Denn er hatte ganz klar die olympischen Bahnrennen im Visier. Aber Mitte Mai wurde er ausgebootet. Sechs andere Schweizer Bahnfahrer reisen an die Olympischen Spiele 2021. Imhof hingegen wurde nicht für Tokio selektioniert.

Training mit dem Weltklasse-Mountainbiker

Das war ein Schock für den sympathischen Thurgauer. Aber Imhof warf die Flinte nicht ins Korn, sondern bereitete sich gewissenhaft auf die Tour de Suisse vor. Mit stundenlangen Trainings, unter anderem mit dem Weltklasse-Mountainbiker Mathias Flückiger.

Einen ersten Lohn erhielt er zu Beginn der 84. Tour de Suisse. Tritt Imhof in der Schweizer Landesrundfahrt weiter so offensiv auf, darf er sich berechtigte Hoffnungen machen, dass es doch noch klappt. Für eine Rolle als anständig bezahlter Profi im Strassenrennsport. Denn er will noch lange weiter fahren.