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Tote Fische im Thurgau: Verschmutzer der Salmsacher Aach vor Bezirksgericht

Drei Strafbefehle, drei Einsprachen: Der Rechtsstreit über die Verunreinigung des Baches zieht sich schon lange hin. Jetzt soll das Verfahren ein Ende finden.
Tanja von Arx
Fischsterben: Wegen des verdreckten Wassers erhielten die Tiere keinen Sauerstoff. (Bild: Urs Müller)

Fischsterben: Wegen des verdreckten Wassers erhielten die Tiere keinen Sauerstoff. (Bild: Urs Müller)

Bald muss sich der mutmassliche Delinquent verantworten. In Zusammenhang mit den wiederholten Verschmutzungen der Salmsacher Aach, infolge derer Tausende Fische starben (unsere Zeitung berichtete), ist im Oktober eine Gerichtsverhandlung traktandiert. Nachdem der Beschuldigte schon Mitte 2016 einen Strafbefehl anfocht, letzten Juni gegen den zweiten Einsprache machte und vergangenen September gegen einen dritten ebenfalls, hat die Staatsanwaltschaft am Bezirksgericht Arbon Anklage erhoben.

«Der letzte Strafbefehl wurde nicht mehr angepasst»

«Der Inhalt des dritten Strafbefehls wurde nicht mehr angepasst», sagt Generalstaatsanwalt Stefan Haffter. «Lediglich bei den persönlichen Angaben wurde etwas geändert, weshalb wir noch einmal einen ausstellen mussten.» Der Beschuldigte habe erwähnt, dass das Fischsterben nicht direkt mit ihm in Verbindung gebracht werden könne. Betreffend die Verhandlung hiess es: «Aus unserer Sicht sind die zur Anklage gebrachten Sachverhalte erstellt.» Das Bezirksgericht hat indes 25 Beweisergänzungen eingefordert, wie Richter Dominik Diezi sagt.

Laut Ermittlungen muss der Verschmutzer die Konsequenzen wegen mehrfacher Widerhandlung gegen das Gewässerschutzgesetz und Widerhandlung gegen das Umweltschutzgesetz tragen. Das Strafverfahren umfasse fünf Fälle innerhalb eines halben Jahres, sagt Haffter. «Die Verschmutzungen sind mehrheitlich von einem landwirtschaftlichen Betrieb ausgegangen.» Die genauen Umstände seien Gegenstand umfangreicher Abklärungen gewesen, an denen sich das kantonale Amt für Umwelt, Fachunternehmen und die Kantonspolizei beteiligt hätten. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes macht die Staatsanwaltschaft keine Angaben zu den involvierten Personen. Bis zum Ende der Gerichtsverhandlung gilt die Unschuldsvermutung.

Tausende Fische wegen Gülle erstickt

Im August 2015 floss aus einem Schacht knapp ausserhalb besagten Betriebes verdünnte Gülle. Die Aach führte wenig Wasser, sodass die Schmutzfracht kaum nochmals verdünnt wurde. Tausende Fische erstickten. Im Oktober desselben Jahres gelangte innerhalb weniger Tage erneut Gülle ins Wasser – zweimal. Der Fischereiverband reichte daraufhin Anzeige ein, obschon es sich um ein Offizialdelikt handelt, das heisst in jedem Fall ermittelt wird.

Das Amt für Umwelt liess in Zusammenarbeit mit der Gemeinde eine Leitung auf dem Hof mit Beton füllen, um einen weiteren Vorfall zu verhindern. Ein Schacht wurde erstellt, von dem aus das Meteorwasser in einen Tank auf dem Betrieb gepumpt wird. Allerdings mussten Polizei und Feuerwehr im Februar 2016 zwei weitere Male auf Alarm hin ausrücken. Der Schlauch, durch den das Wasser gepumpt wird, lag auf einer Wiese. Die Gülle floss über einen Schacht respektive das nachbarliche Entwässerungssystem ab.

Zuletzt soll ein Mann im Juni 2016 mit Mist und Kompost verdrecktes Regenwasser in die Aach geleitet haben. Ausgerechnet jemand, der mit Unverständnis auf die Vorfälle reagiert hatte und Fische aussetzte, damit sich der Bestand erholt. Dies zeigt ein Video, das der Redaktion vorliegt. Die Staatsanwaltschaft äussert sich dazu nicht. Ob der Fall ebenfalls Gegenstand von Ermittlungen ist, bleibt offen.

Die Einzelheiten zu den Vorfällen werden kommenden Monat bekannt. Die Gerichtsverhandlung ist öffentlich.

Die Verhandlung findet am 25. Oktober um 9 Uhr am Bezirksgericht Arbon statt.

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