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Nach Kreuzlingens Cupsieg kommt es zu Tumulten

Die NLA-Wasserballer des SC Kreuzlingen gewinnen den Cupfinal gegen den grossen Rivalen Lugano mit 12:11 nach Penaltyschiessen. Die unterlegenen Tessiner erscheinen zunächst nicht zur Medaillenübergabe, weil die Partie zuvor höchst umstritten beendet worden war.
Matthias Hafen
Das NLA-Team des SC Kreuzlingen mit Trainer Benjamin Redder (hinten links) feiert seinen Sieg im Cupfinal 2019. Das Spiel wurde anlässlich des Cupfinal-Wochenendes im Kreuzlinger Schwimmbad Hörnli ausgetragen. (Bild: Mario Gaccioli)

Das NLA-Team des SC Kreuzlingen mit Trainer Benjamin Redder (hinten links) feiert seinen Sieg im Cupfinal 2019. Das Spiel wurde anlässlich des Cupfinal-Wochenendes im Kreuzlinger Schwimmbad Hörnli ausgetragen. (Bild: Mario Gaccioli)

Am Ende des Cupfinals brannten einigen Luganesi die Sicherung durch. Nach dem entscheidenden Penalty von Milan Petrovic zum 12:11 und dem Titelgewinn des SC Kreuzlingen knallte ein aufgebrachter Lugano-Spieler den Ball einem der zwei Schiedsrichter dermassen provokant vor die Füsse, dass dies einer Tätlichkeit gleichkam. Als dann auch noch der schäumende Trainer Gianfranco Salvati und weitere Spieler zum Punktrichtertisch kamen, gab es dort tumultartige Szenen. Die Gäste aus dem Tessin mussten mit scharfen Worten und teils auch mit Muskelkraft von den Offiziellen ferngehalten werden. Dann zogen sie sich mit roten Köpfen in die Kabine zurück und wollten zur Medaillenfeier gar nicht mehr erscheinen.

Schiedsrichter lassen Lugano-Penalty nicht gelten

Die Luganesi sahen sich im Freibad Hörnli um den Cupsieg betrogen – oder zumindest um eine letzte Siegeschance im Penaltyschiessen beraubt. Denn Luganos letzter Schütze, Giljan Alfano, hatte zwar SCK-Goalie Francesco Tramacera bezwungen, doch das Tor wurde aberkannt. Gemäss den Schiedsrichtern hatte Alfano, der im ganzen Spiel zuvor nicht einmal zum Einsatz gekommen war, den Penalty nicht in einer Bewegung ausgeführt, sondern den Schuss unerlaubt verzögert. Der mutige Entscheid der Schiedsrichter gefiel den Tessinern verständlicherweise nicht. Zumal Routinier Petrovic den Cupfinal mit dem nächsten Versuch entschied. Doppeltes Pech für die Luganesi: Schon beim ersten (parierten) Penalty der Kreuzlinger wurde ihr Goalie wegen zu früher Schwimmbewegung ­zurückgepfiffen. Den zweiten Versuch verwertete Jonny Lotero dann souverän.

Die Kreuzlinger (dunkelblaue Kappen) mussten im Cupfinal gegen Lugano lange unten durch. (Bild: Mario Gaccioli)

Die Kreuzlinger (dunkelblaue Kappen) mussten im Cupfinal gegen Lugano lange unten durch. (Bild: Mario Gaccioli)

Die Tumulte nach der Partie wurden allerdings auch von ­verschiedenen Seiten begünstigt. So hielt der Speaker im Freibad Hörnli mit schnippischen Bemerkungen nicht zurück, rief nach der gelben Karte gegen den aufgebrachten Lugano-Trainer Salvati über die Lautsprecher «arrivederci» und meinte, als Lugano zunächst nicht zur Medaillenfeier erschien, dass die Kreuzlinger völlig ausreichten – ebenfalls für alle hörbar über die Lautsprecher.

Unsouverän zeigten sich aber auch die Offiziellen vor Ort. Die beiden Schiedsrichter Massimo Castrilli und Ruben Garcia wollten nach der Partie partout keine Auskunft über ihre Entscheidungen im Penaltyschiessen geben. Und der Schiedsrichterchef gab an, er dürfe auf Geheiss des nationalen Verbands Swiss Waterpolo keine Aussage machen. Selbst die anwesenden Verbandsvertreter befanden es nicht für nötig, ihre Schiedsrichter mit ­einer Aussage in Schutz zu ­nehmen, sondern wendeten ihre ganze Energie dafür auf, Medienvertreter von der abgesperrten Verbandszone fernzuhalten.

Kreuzlingen führte ein einziges Mal: beim 1:0

Die unschönen Szenen nach dem Cupfinal überschatteten einen grandiosen Titelgewinn des SC Kreuzlingen. Grandios, weil die Thurgauer ausser beim 1:0 nie geführt hatten, am Ende aber als Sieger dastanden. Sie liessen sich weder vom 1:3-Rückstand nach dem ersten Viertel noch vom 5:8 im dritten Viertel demoralisieren. Dabei blieben sie vor allem in der ersten Hälfte nur im Spiel, weil ihr überragender Goalie Tramacera eine Glanzparade nach der anderen auspackte.

Kreuzlingens Goalie Francesco Tramacera lieferte eine überragende Partie ab und hielt sein Team mit grossartigen Paraden immer wieder im Spiel. (Bild: Mario Gaccioli)

Kreuzlingens Goalie Francesco Tramacera lieferte eine überragende Partie ab und hielt sein Team mit grossartigen Paraden immer wieder im Spiel. (Bild: Mario Gaccioli)

Sowieso war die Defensive das Prunkstück des SCK in diesem Cupfinal. Vorne hingegen tat sich der NLA-Leader schwer, reihte Fehlschuss an Pfostenschuss an Lattenschuss. Erst gegen Ende, als Kreuzlingen seine athletische Überlegenheit ausspielte, machte das Heimteam aus dem 5:8 ein 8:8 und kämpfte sich so ins Penaltyschiessen.

Der 12:11-Cupsieg ist Benjamin Redders erster Titel in seinem dritten Jahr als Kreuzlingens NLA-Trainer. «Das Team hat eine Riesenmoral gezeigt und sich diesen Titel verdient», sagte er nach dem Spiel. Am Ende liessen sich auch die Luganesi noch ihre Silbermedaille umhängen.

Lugano – Kreuzlingen 11:12 n. P. (3:1, 1:2, 4:3, 0:2)

Freibad Hörnli, Kreuzlingen – SR Castrilli/Garcia.
Penaltyschiessen: Goran Fiorentini 1:0; Lotero 1:1; Pagani 2:1; Philipp Herzog – (Pfosten); Deni Fiorentini – (Latte); Carballo 2:2; Bortone 3:2; Pleyer 3:3; Alfano – (zu spät ausgeführt); Petrovic 3:4.
Lugano: Schmuki, Graziani (2 Tore), Pagani (3), Goran Fiorentini (1), Cassina, Bortone (1), Deni Fiorentini (1), Deserti (3).
Kreuzlingen: Tramacera; Albers, Petrovic (4 Tore), Dudler, Geiser, Marc Herzog, Joel Herzog, Philipp Herzog, Lotero (2), Buob, Pleyer (3), Carballo (3), Frei.

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