Glosse
Thurgauer SVP kämpft mit Käse gegen wurmstichige Äpfel

SVP-Mitglied Manuel Strupler stellt auf Facebook klar: die Thurgauer Äpfel sind garantiert nicht wurmstichig. Eine löchrige Delikatesse könnte der Partei jedoch sehr wohl im Wahlkampf helfen.

Sabrina Bächi
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Beste Qualität: Thurgauer Äpfel. (Bild: Donato Caspari, 13. September 2016)

Beste Qualität: Thurgauer Äpfel. (Bild: Donato Caspari, 13. September 2016)

Extranews: Die SVP-Kantonalpartei hat sich vom Mutterschiff gelöst und fährt nun ein Extrazügli. Dank der guten Verbindungen des Kantonalpräsidenten Ruedi Zbinden zur Stadler Rail hat diese sich bereit erklärt, diesen Extrazug auch zu bauen.

Als Sujet zieren ihn nicht nur die Köpfe aller National- und Ständeratskandidaten, sondern auch ein garantiert nicht wurmstichiger Apfel. Manuel Strupler brachte den Kantonalvorstand auf diese Idee. Der Weinfelder echauffierte sich derart über das nationale Kampagnen-Plakat seiner Partei, dass er seine Botschaft auf Facebook allen klar macht: Thurgauer Äpfel sind garantiert nicht wurmstichig und löchrig. Sie faulen auch nicht von innen heraus. Nein. Thurgauer Äpfel sind knackfrisch und entweder grün oder rot.

Liebe SVP, pass auf, dass sich das nicht aufs Wahlresultat überträgt. Der Wahlkampf ist im Thurgau also in einen Ernährungskampf ausgeartet. Die Greta-Frage ist, was zu THUN bleibt am OttenBERG für die Sünneli-Partei.

Denn farbtechnisch scheinen sie hier im Nachteil: Weder der grüne Apfel noch die roten Trauben, die orangen Aprikosen oder das derzeit braune Wasser der Thur passen zu den Bürgerlichen. Immerhin kann sich die SVP mit dem Sünneli schmücken – denn ohne Sonne werden Äpfel, Trauben und Aprikosen nicht reif.

Vielleicht könnte sich die Thurgauer SVP die löchrige Angelegenheit zu Nutze machen. Etwa mit löchrigem Käse als Werbeträger. Das leicht Gelbliche würde gar zum Partei-Sünneli passen und kommt bestimmt auch als Leckerbissen zum Verteilen bei den Wählern gut an.

Verkehrspolitisch ist die Partei dank des Extrazugs gut bei den Wahlkampagnen dabei. Klar, die Grünen und Roten setzen hier lieber auf das Velo. Die FDP unterstützt natürlich Wirtschaftsunternehmen und nimmt den Car für die Reise nach Bern und die CVP fährt weiterhin mit der behindertengerechten SBB in die Bundeshauptstadt.

Wer als Erster dort ist, wird sich bei den nationalen Wahlen im Oktober zeigen.