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Thurgauer Polizist flirtet mit Witwe Lorena

Immer wieder landen E-Mails in den Postfächern, die das grosse Geld versprechen. Die Kantonspolizei Thurgau beantwortet eine E-Mail und veröffentlicht die Kommunikation auf Facebook.
Dinah Hauser
Immer wieder fallen Personen auf E-Mail-Betrüger herein und überweisen Geld an die Kriminellen. (Bild: Getty)

Immer wieder fallen Personen auf E-Mail-Betrüger herein und überweisen Geld an die Kriminellen. (Bild: Getty)

Die Witwe eines Bauunternehmers, der bei der spanischen Regierung war, ist an Krebs erkrankt. Witwe Lorena Elonso möchte nun ihr Vermögen für wohltätige Zwecke einsetzen und verschickt E-Mails an Unbekannte. Es winken Millionen. Auf den ersten Blick ist klar: ein Betrugsversuch. Daher: Löschen und sich nicht weiter darum kümmern. Die Kantonspolizei Thurgau macht momentan aber genau das Gegenteil: Antworten. Und sie veröffentlicht das Ganze auf ihrer Facebook-Seite. «Wir wollen mit unserem kleinen Experiment eins zu eins aufzeigen, wie so ein Betrug ablaufen kann, wie die Täter operieren, und wie man sich schützen kann», sagt Pressesprecher Daniel Meili auf Anfrage. Der Polizei geht es um Prävention und Sensibilisierung. Ohne eine Veröffentlichung auf Facebook, hätte das Beantworten dieser ­E-Mails keinen Sinn gemacht.

Keine echten Informationen weitergeben

Meili rät generell dazu, potenzielle Betrügermails zu löschen. Wer sich trotzdem traut zu antworten, um die Betrüger zu beschäftigen, soll vorsichtig sein: «Ich rate, nicht die echte E-Mail-Adresse zu verwenden, sondern sich eine separate Mailbox für solche Aktionen einzurichten. Auch würde ich nicht mit echten Informationen arbeiten», sagt Pressesprecher Meili.

Derweil flirtet die Polizei unter dem falschen Namen Hans Muster mit der Witwe Lorena. Die Frau scheint sich darauf einzulassen, schreibt sogar von einem «göttlichen Projekt». Gleichzeitig fordert sie die vollständige Adresse, um das Bankkonto für eine Überweisung zu eröffnen. «Hänsli» antwortet brav, er habe ein Postfach und gibt zudem seine Telefonnummer an. Lorena schaltet nun ihren Anwalt Pablo Hernandez ein. Dieser soll die nötigen Dokumente bereitstellen.

Die Flirtversuche mit Lorena sind wohl geglückt: Hänsli wird vom Anwalt als ihr Partner bezeichnet. Pablo fordert nun noch mehr persönliche Informationen. Die Konversation findet mittlerweile auf Englisch statt. Für Hänsli kein allzu grosses Problem, da er 1968 in San Francisco gewesen ist. «Damals war ich ein Hippie mit langen Haaren und allem», steht in der E-Mail; verfasst in halbwegs korrektem Englisch.

Die Betrüger verstehen ihr Handwerk

Immer wieder fallen Leute auf solche Betrügereien herein. Die Aussicht auf das grosse Geld ohne Aufwand scheint zu verlockend. «Und man muss schon klar sagen, dass die Betrüger ihr Handwerk durchaus beherrschen. Wenn sie jemanden ‹an der Angel› haben, verstehen sie es geschickt, Vertrauen und Zeitdruck aufzubauen», sagt Meili.

Auch wenn sich ein vermeintlicher Freund oder Verwandter meldet, er sei in Schwierigkeiten und brauche Geld, ist Vorsicht geboten: «Diese ‹Hilferufe› kommen in der Regel via E-Mail. Hier gilt es, genauso kritisch zu sein, weil die Betrüger die Kontrolle über die Mail-Adresse des Freundes übernommen haben», sagt Meili.

Die einfachste Möglichkeit sei, die betreffende Person über einen anderen Weg zu kontaktieren, etwa per Telefon. Dies soll so rasch wie möglich geschehen, um die anderen Empfänger der E-Mail zu warnen. Wie die Geschichte mit der Polizei, Lorena und ihrem Anwalt weitergeht, ist auf der Facebook-Seite der Kantonspolizei Thurgau zu lesen.

Wie die Geschichte mit der Polizei, Lorena und ihrem Anwalt weitergeht, ist auf der Facebook-Seite der Kantonspolizei Thurgau zu lesen.

Kein Geld überweisen

In der Regel läuft es bei den Betrüger-E-Mails auf einen Vorschussbetrug hinaus. Die Betrüger fordern Geld für Bankspesen oder Ähnliches. Wer zahlt, erhält weder das eigene noch das versprochene Geld. Die Polizei rät, deshalb nicht auf solche E-Mails einzugehen und keine Zahlungen auszulösen. Falls eine Zahlung ausgelöst wurde, soll man so rasch als möglich die Polizei informieren. Im Einzelfall besteht eventuell die Möglichkeit, eine Zahlung zu stornieren.

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