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Thurgauer Kirchgemeinden engagieren sich für Umweltschutz

Kirche und Umweltschutz: Zwölf Kirchgemeinden haben sich zertifizieren lassen und sind damit offiziell der Ökologie verpflichtet .
Florian Beer
Die Kirche hat sich der Bewahrung der Schöpfung verschrieben. Das Projekt "Grüner Güggel" möchte dabei helfen. (PD)

Die Kirche hat sich der Bewahrung der Schöpfung verschrieben. Das Projekt "Grüner Güggel" möchte dabei helfen. (PD)

Der Amazonas gleicht einem Inferno und ein Hurrikan hinterlässt eine katastrophale Verwüstung auf den paradiesischen Bahamas. Betrachtet man die Naturereignisse der letzten Wochen könnte man meinen, dass es das bald gewesen sein muss mit uns und der Erde.

Nicht nur Greta Thunberg sorgt sich um die Zukunft des blauen Planeten, auch zwölf Thurgauer Kirchgemeinden engagieren sich aktiv für den Umweltschutz. Im Jahr 2013 lancierte die katholische Landeskirche des Kanton Thurgau das Projekt «Grüner Güggel».

Bisher gab es das erst in Deutschland unter dem Namen «Grüner Gockel». Dieses Umweltmanagementsystem der Organisation Oeku hilft Kirchgemeinden bei der Verbesserung der eigenen Umweltleistung mit dem Ziel, Umweltbelastungen zu reduzieren und die Nachhaltigkeit zu verbessern.

Anspruchsvoll und überkonfessionell

Angeregt wurde dieses Projekt von Gaby Zimmermann. Die Präsidentin der Kommission Kirche und Umwelt der katholischen Landeskirche lernte den «Grünen Güggel» 2010 an einem Workshop am Bodensee-Kirchentag kennen. Daraufhin gründete sie mit anderen eine Umweltkommission in Romanshorn und passte das Projekt der Schweiz an. Zimmermann sagt:

«Seit 2015 sind wir hier in Romanshorn zertifiziert und haben bisher unter anderem eine Solaranlage auf dem Dach installiert, einen Regenwassertank aufgestellt, einheimische Sträucher gepflanzt und unsere Abfallproduktion reduziert.»

Gaby Zimmermann hat den "Grünen Güggel" in die Schweiz gebracht.

Gaby Zimmermann hat den "Grünen Güggel" in die Schweiz gebracht.

Sie sei überrascht wie viele gute Impulse aus der Gemeinde kämen und wie viel bereits für die Umwelt gemacht worden sei. Das Tolle an diesem Projekt sei, dass es Massnahmen garantiere und nicht nur Gerede sei. Zudem sei es überkonfessionell und anspruchsvoll. Alle vier Jahre müssen sich die zertifizierten Gemeinden von einem externen Gutachter neu zertifizieren lassen.

Auch die katholische Kirchgemeinde in Sirnach darf sich seit 2015 «Grüner Güggel» nennen. Sozialarbeiter Stephan Wälti sagt:

«Wir setzten auf Glasgeschirr, biologische Putzmittel, haben ein Igelhotel bei uns im Garten gebaut und unseren Energieverbrauch reduziert.»

Zudem beteilige man sich an der anti-food-waste-Aktion «Tischlein deck dich». Der «Grüne Güggel» fände in der Gemeinde zwar anklang, allerdings sei er auch mit einem Mehraufwand verbunden. Vor allem beim Einkaufen merke man, wie viele Produkte nicht aus der Region kämen.

Naturnahe Wiese sorgt für Unmut bei Kirchgängern

In der katholischen Kirche Arbon hätte man zwar ebenfalls den Energieverbrauch reduzieren können, man kämpfe aber auch mit einigen Problemen, wie der Umweltbeauftragte Werner Federer verrät: Man setze auf eine naturnahe Umgebung. Dazu zähle, dass man nicht jede Woche die Wiese mähe, sondern sie möglichst natürlich lasse. Dies führe zu Reklamationen von Kirchgängern, die sich über die von aussen betrachtet ungepflegte Wiese beschweren. Zudem sei es schwierig, Menschen zu dieser ehrenamtlichen Tätigkeit zu motivieren. Federer sagt:

«Ich hoffe, dass sich der Greta-Effekt positiv auf die Bereitschaft zur nachhaltigen Arbeit auswirken wird.»

Die evangelische Landeskirche des Kanton Thurgau unterstützt beteiligte Gemeinden finanziell und setzt selber auf ökologischen Strom. Jedes Jahr in der Zeit vom 1. September bis 4. Oktober erinnere man die Menschen in verschiedenen Gottesdiensten zudem an einen verantwortungsvollen Umgang mit der Schöpfung, sagt Aktuar Ernst Ritzi.

Es gibt noch viel Luft nach oben

Der neueste Kandidat für das «Grüner Güggel»-Zertifikat ist die evangelische Kirchgemeinde Märstetten. Man sei aber noch ganz am Anfang, sagt Pfarrer Karl F. Appl. Man befände sich momentan in einer zweijährigen Phase, in der man überprüfe, wo man was verbessern könne, um die eigene Umweltleistung weiter zu optimieren.

Der Anstoss, an diesem Umweltmanagementsystem teilzunehmen, sei aus der Gemeinde gekommen. Nachhaltigkeit sei in Märstetten aber kein neues Thema. Bereits im Theologie-Studium habe er sich damit auseinander gesetzt, sagt Appl.

Die Kirchgemeinde in Märstetten achte schon seit vielen Jahren auf Nachhaltigkeit. Insgesamt gäbe es aber noch viel Luft nach oben. Das Grösste, dass sich mit dem «Grünen Güggel» verändern werde, sei die Zertifizierung.

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