Thurgauer Feuerwehren feiern Jubiläum unterm Regenbogen

Anlässlich des 150-Jahr-Jubiläums des Schweizerischen Feuerwehrverbandes zeigten sich die Korps im ganzen Kanton der Bevölkerung.

Werner Lenzin
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Die Feuerwehr Lauchetal löscht für die Zuschauer am Tag der offenen Tore einen Autobrand. (Bild: Werner Lenzin)

Die Feuerwehr Lauchetal löscht für die Zuschauer am Tag der offenen Tore einen Autobrand. (Bild: Werner Lenzin)

«Füürwehr, Füürwehr», ruft voller Begeisterung ein kleiner Junge als Reaktion auf ein herannahendes Feuerwehrfahrzeug. Auf einem Kleinbagger sitzt ein Mädchen und versucht, mit der auf der Baggerschaufel montierten Spritze und deren Wasserstrahl, aufgehängte Kunststoffkanister zu treffen.

An Nachwuchs scheint es nicht zu mangeln bei der Feuerwehr Lauchetal. Dies bestätigt auch Kommandant Andreas Rupp:

«Unsere Mannschaft umfasst 90 Feuerwehrangehörige und dieses Jahr durften wir neu Rekruten ausbilden.»

leichzeitig mit rund 40 Feuerwehren im Thurgau feierte die Feuerwehr Lauchetal rund um das Feuerwehrdepot in Affeltrangen am Wochenende das 150-jährige Jubiläum des Schweizerischen Feuerwehrverbandes.

Löscheinsatz fürs Publikum

Aus einem von zwei Unfallautos raucht es bedrohlich auf dem grossen Platz, unweit des Feuerwehrdepots. Das unüberhörbare Tatütata des Martinshorns ertönt, Blaulichter blinken und als Erster erscheint Einsatzleiter und Feuerwehrkommandant Andreas Rupp in rasantem Tempo mit seinem Fahrzeug auf der Unfallstelle. Weitere Fahrzeuge treffen ein.

In der ersten Phase wird der verwirrte Lenker des brennenden Fahrzeuges in Sicherheit gebracht und der Sanität übergeben. Die Angehörigen des Atemschutzes machen sich bereit und melden sich beim Einsatzleiter. Sie bergen die Person im andern Auto und übernehmen das Löschen und Kühlen der Fahrzeuge mit Wasser.

Einsatzdemonstration für die vielen Zuschauer in Affeltrangen. (Bild: Werner Lenzin)

Einsatzdemonstration für die vielen Zuschauer in Affeltrangen. (Bild: Werner Lenzin)

Das immer noch rauchende Fahrzeug wird mit der Wärmebildkamera nach warmen Stellen abgesucht. «Brand gelöscht, wir machen Rückzug», befiehlt ein Offizier. Das Ereignis wurde erfolgreich bewältigt und der Einsatz wird vom Publikum mit grossem Applaus verdankt.
Rupp legt sein gelb leuchtendes Einsatzleiter-Gilet ins Fahrzeug.

Nachwuchsprobleme bei der Feuerwehr

Rupp kommandiert die Feuerwehr Lauchetal seit letztem Jahr. «Mit Blick auf die vielen Vereine und die schwindende Bereitschaft zu einer Verpflichtung wird es wohl in Zukunft je länger je mehr schwierig werden, Feuerwehrleute zu rekrutieren», prophezeit er. Gemäss seinen Ausführungen enthält das Jahresprogramm seiner Truppe sechs Mannschafts- und sechs Atemschutzübungen.

Mit zwanzig Ernstfalleinsätzen in den ersten acht Monaten dieses Jahres verzeichnet die Feuerwehr Lauchetal überdurchschnittlich viele Einsätze. Und was wünscht sich der Kommandant persönlich? «Eine Einheit, gute Kameradschaft und das Vertrauen, das im Ernstfall sehr wichtig ist.»

Mit dem Mini-Bagger und Schlauch auf Löschkurs - eine beliebte Attraktion für die Kinder. (Bild: Werner Lenzin)

Mit dem Mini-Bagger und Schlauch auf Löschkurs - eine beliebte Attraktion für die Kinder. (Bild: Werner Lenzin)

An verschiedenen Ständen können sich die Besucher über Kleinbrände, Atemschutz und vieles mehr von der Feuerwehr informieren. Die Organisatoren mit OK-Präsident Roger Häusler an der Spitze haben ihr Ziel erreicht: Die Bevölkerung hat die Arbeit der Feuerwehr hautnah erlebt. Er weist auch darauf hin, dass dem Zweckverband der Feuerwehr Lauchetal die Gemeinden Affeltrangen, Lommis und Tobel-Tägerschen mit insgesamt 5300 Einwohnern angehören.

Lob von der Regierungsrätin

Cornelia Komposch lobt den Einsatz der Milizfeuerwehren
«Mir sind vo dä Füürwehr» und «I han es Zündhölzli azündt» singen die 60 Primarschüler der Regio Märwil mit ihren Lehrpersonen am Samstagabend im Feuerwehrdepot. Die Spenden für diesen Auftritt sind bestimmt für die Stiftung Sternschnuppe.

Dann tritt Regierungsrätin Cornelia Komposch ans Mikrofon. «Die Feuerwehr hat heute gezeigt, was es heisst, Feuerwehrdienst zu leisten und sich für das Wohl und die Sicherheit der Bevölkerung einzusetzen», sagt sie. Auch sie nützt die Gelegenheit, auf die Faktoren hinzuweisen, welche dazu beitragen, dass es die Milizfeuerwehren schwer haben, Nachwuchs zu rekrutieren.