«Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen»: Weil wegen Corona viele Auftritte abgesagt wurden, darf die Thurgauer Apfelkönigin ihre Krone ein weiteres Jahr behalten

Wegen der Pandemie hatte die Apfelkönigin bisher erst zwölf Auftritte. Thurgau Tourismus verlängert ihr Amtsjahr deshalb um ein weiteres.

Sabrina Bächi
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Die Thurgauer Apfelkönigin Larissa Häberli erfuhr in diesem Moment am grossen Wahlevent an der Wega 2019 von ihrem neuen Titel.

Die Thurgauer Apfelkönigin Larissa Häberli erfuhr in diesem Moment am grossen Wahlevent an der Wega 2019 von ihrem neuen Titel.

Bild: Andrea Stalder (Weinfelden, 28.September 2019)

Derzeit setzt das Krönchen der Thurgauer Apfelkönigin Larissa Häberli ein wenig Staub an. Wegen der Coronapandemie wurden zahlreiche Auftritte abgesagt. Dieses Jahr konnte sie erst zwölf wahrnehmen. Dabei wäre jetzt Hauptsaison für das Aushängeschild des Kantons. «Eigentlich sollte Larissa Häberli bis jetzt rund 40 Auftritte absolviert haben», sagt Nadja Anderes von Thurgau Tourismus und Verantwortliche für die Apfelkönigin.

«Deshalb verlängern wir die Amtszeit der aktuellen Apfelkönigin. Auch Larissa zuliebe.»
Nadja Anderes, Verantwortlich für die Apfelkönigin bei Thurgau Tourismus.

Nadja Anderes, Verantwortlich für die Apfelkönigin bei Thurgau Tourismus.

(Bild: PD)

Sie sei sehr motiviert gewesen und entsprechend enttäuscht, als es nur noch Absagen hagelte, sagt Anderes.

Dieses Jahr hätte die 23. Apfelkönigin gewählt werden sollen. Doch da die Wega abgesagt wurde, ist auch keine traditionelle Krönung möglich, sagt Anderes:

«Eine Wahl ohne Wega, das geht nicht.»

Sie hätten verschiedene Alternativen geprüft, seien aber zum Schluss gekommen, dass es ohne Wega auch keine neue Apfelkönigin geben soll. «So eine ausserordentliche Situation habe ich in all diesen Jahren noch nie erlebt», sagt Anderes. «Umso schöner war es für mich, als ich Larissa sagen durfte, dass sie ein weiteres Jahr Apfelkönigin bleibt.»

2021 wird ein strenges Jahr

Die 22. Thurgauer Apfelkönigin Larissa Häberli.

Die 22. Thurgauer Apfelkönigin Larissa Häberli.

(Bild: Andrea Stalder)

Ein Stein sei ihr vom Herzen gefallen, als sie von der Amtsverlängerung hörte, sagt die amtierende Apfelkönigin Larissa Häberli aus Mauren. «Ich bin darüber sehr glücklich.» Da sie derzeit ihre Pflichten als Apfelkönigin nicht wahrnehmen kann, arbeitet die Pferdepflegerin in ihrem normalen Pensum.

«Glücklicherweise hat mein Arbeitgeber gleich zugesagt, als ich fragte, ob es möglich ist, dass ich einfach nächstes Jahr das Amt ausübe.»

Sie werde dann kommendes Jahr ihr Pensum etwas reduzieren, damit genügend Zeit für Auftritte mit Krönchen möglich sind. Nebst abgesagten Messen verpasst Häberli auch Auftritte im Ausland. Etwa eine Schiffstaufe der Thurgau Travel in Berlin. «Einige der Auftritte wurden verschoben und manche Termine finden jährlich statt. Wahrscheinlich wird ihr zweites Amtsjahr aber sehr viel stressiger», sagt Anderes.

Häberli kümmert das nicht. Sie freut sich darauf, sagt sie. Dieses Jahr seien noch ein paar Termine im September offen, die Häberli allenfalls wahrnehmen kann. «Des Weiteren haben wir ein paar Ideen, wie wir mit der Apfelkönigin und ein paar Äpfeln den Menschen etwas zurückgeben können», sagt Anderes. Genaueres will sie noch nicht verraten, aber ein bisschen Beschäftigung für ihren Schützling finde sie bestimmt noch.

Auf einem Schimmel ritt die frisch gebackene Thurgauer Apfelkönigin Larissa Häberli zum Empfang in ihrem Wohnort Mauren.

Auf einem Schimmel ritt die frisch gebackene Thurgauer Apfelkönigin Larissa Häberli zum Empfang in ihrem Wohnort Mauren.

Bild: Mario Testa (2. Oktober 2019)

Nächste Wahl erst im Herbst 2021

Wer auf Häberli nachfolgt, wird entsprechend erst kommendes Jahr an der Wega 2021 bestimmt. «Anmeldungen für die nächste Amtszeit wären ab Juni möglich gewesen», sagt Anderes. Thurgau Tourismus hat das Anmeldeformular aber gar nicht erst aufgeschaltet.

Interessierte können sich wegen der Amtsverlängerung erst im kommenden Jahr anmelden. «Ich hoffe natürlich, dass wir dann wieder richtig loslegen können», sagt Anderes. Mit einer Wahl an der Wega und vielen Auftritten für eine lächelnde Königin. Und entstaubtem Krönchen.