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Thurgau übergibt BTS-Gesamtprojekt an Bund

Der Thurgau hat fertig geplant: Das Bauprojekt der Bodensee-Thurtal-Strasse geht in diesem Sommer ans Bundesamt für Strassen. In rund 20 Jahren könnte die 1,56 Milliarden Franken teure Strasse gebaut sein.
Silvan Meile
Westlich von Weinfelden könnte die Bodensee-Thurtal-Strasse die Bahn als Viadukt überqueren und danach im Ottenberg-Tunnel verschwinden. (Bild: Visualisierung Kanton Thurgau)

Westlich von Weinfelden könnte die Bodensee-Thurtal-Strasse die Bahn als Viadukt überqueren und danach im Ottenberg-Tunnel verschwinden. (Bild: Visualisierung Kanton Thurgau)

Sieben Jahre hat der Kanton daran gearbeitet. Nun stapeln sich in sieben grossen Schachteln die Unterlagen. Die Bodensee-Thurtal-Strasse (BTS) ist – abgesehen von letzten Feinschliffen – fertig geplant. 100 Kilometer pro Stunde sollen die Fahrzeuge vom Autobahnende in Bonau quer durch den Kanton bis Arbon auf der einspurigen Autostrasse mit einzelnen richtungsgetrennten Doppelspurabschnitten fahren dürfen, ausser durch die Bereiche mit Tunnels, dort wird Tempo 80 gelten. Gegenüber heute dürfte gemäss Berechnungen der Zeitgewinn 14 Minuten betragen.

Mit dem Abschluss der Planung dieser 33 Kilometer langen Strasse hat der Kanton seine Hauptaufgabe erledigt. Im Sommer übergibt er die Projektunterlagen an das Bundesamt für Strassen (Astra). Das gab die zuständige Regierungsrätin Carmen Haag am Donnerstag vor den Medien bekannt. Denn für den Bau und die Finanzierung dieser voraussichtlich 1,56 Milliarden Franken teuren Strasse ist der Bund verantwortlich. Doch bis die ersten Bagger auffahren, dürften noch Jahre vergehen.

Ein markantes Viadukt grüsst vor Weinfelden

Die BTS ist in zwei Abschnitte unterteilt. Bereits 2016 stellten die Verantwortlichen die erste Etappe von Arbon bis Amriswil vor. Damals mussten sie die geschätzten Kosten für die gesamte BTS massiv nach oben korrigieren, von 800 Millionen auf mehr als 1,5 Milliarden Franken. Dieses Preisschild sei nun noch immer gültig, sagt Haag bei der Präsentation der detaillierten Pläne für die zweite Etappe von Amriswil bis Bonau.

Die grösste Änderung gegenüber der Studie aus dem Jahr 2012 erfährt die Strassenplanung westlich von Weinfelden, erklärt Gesamtprojektleiter Peter Imbach. Wegen des enormen Grundwasservorkommens in diesem Gebiet soll die Strasse vor dem Eingang in den 3,2 Kilometer langen Umfahrungstunnel durch den Ottenberg mit einem markanten Viadukt über die Eisenbahn geführt werden. Ursprünglich war geplant, die Strasse unter der Bahn durchzuleiten. Doch das könnte den Grundwasserstrom behindern und das Trinkwasser beeinträchtigen.

Um das auf jeden Fall zu verhindern, sei man nach geologischen Untersuchungen zum Schluss gekommen, ein Viadukt zu planen, sagt Regierungsrätin Haag. Noch ist diese Variante aber nicht endgültig. Es seien weitere Abklärungen in die Wege geleitet worden. Falls diese in den nächsten Jahren ergeben, dass dort eine Tieferlegung der BTS und Unterquerung der Bahnlinie das Grundwasser nur unwesentlich beeinflussen, könne immer noch auf das Viadukt verzichtet werden, erklärt Kantonsingenieur Andy Heller.

700 Briefe an Landbesitzer

Auch wenn die Planung diesen Sommer abgeschlossen wird, stehen der BTS noch einige Hürden im Weg. So werden beispielsweise demnächst etwa 700 Briefe an Landbesitzer verschickt. Imbach sagt:

«Direkt betroffen sind rund 120 Grundeigentümer.»

Es werden aber auch solche kontaktiert, die bis zu 500 Meter abseits der geplanten Strasse Land besitzen. Angestrebt sind Güterzusammenlegungen. Kulturlandverlust soll mit Realersatz kompensiert werden.

In der Frühjahrssession hatte der Nationalrat die BTS überraschend in den Ausbauschritt 2019 aufgenommen, allerdings wurde noch kein Kredit gesprochen. Folge der Ständerat in der Sommersession dem Nationalrat, rechne sie damit, dass die Planungsarbeiten auf Bundesstufe zeitnah weitergeführt werden, sagte Baudirektorin Carmen Haag.

Bau einer Etappe dauert sieben Jahre

Der Nationalrat gab der BTS bereits grünes Licht und nahm sie auf in die Ausbauschritte 2019 für Nationalstrassen. Noch ist aber kein Kredit dafür gesprochen. Ausserdem muss auch noch der Ständerat über diesen Entscheid beraten. Haag sagt:

«Wünschenswert wäre ein Baustart zwischen 2024 und 2027.»

Die beiden Etappen werden separat realisiert und dürften je rund sieben Jahre beanspruchen, erklärt Imbach.

2012 befürworteten die Thurgauer nach einem hitzigen Abstimmungskampf diesen Ausbau des Strassennetzes. Weiterhin in der Verantwortung des Kantons liegt die 225 Millionen Franken teure Oberlandstrasse (OLS). Für sie ist zumindest noch ein Beschluss des Grossen Rates nötig

Der Bericht zum aktuellen Stand ist auf der Website des Kantons aufgeschaltet www.bts-ols.tg.ch.

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