Rapperswil-Jona betrachtet den HC Thurgau nicht als Abstellgleis

Jeff Tomlinson, Trainer des NLA-Eishockeyclubs Rapperswil-Jona, zählt auch in der neuen Saison auf die Partnerschaft mit dem HC Thurgau - und verspricht mehr Qualität. Am Freitag um 20 Uhr spielen die beiden Teams in Weinfelden gegeneinander. Wenige Tage später wird es bereits zum ersten Kaderschnitt kommen.

Matthias Hafen aus Rapperswil-Jona
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Michael Loosli wechselte im Sommer vom HC Thurgau fix zu Rapperswil-Jona, wo er nun versucht, in der National League Fuss zu fassen. (Bild: Silvano Umberg)

Michael Loosli wechselte im Sommer vom HC Thurgau fix zu Rapperswil-Jona, wo er nun versucht, in der National League Fuss zu fassen. (Bild: Silvano Umberg)

Wie ein Damoklesschwert hängt der HC Thurgau an der Stadiondecke des SC Rapperswil-Jona. Unsichtbar zwar, aber im Kopf so mancher Spieler. Einen Tag nach dem HCT haben diese Woche auch die Lakers das Eistraining wieder aufgenommen. Wie im Vorjahr ist das Kader des St.Galler NLA-Teams breit, zu breit für einen geregelten Saisonbetrieb. Das heisst: Wer es in der Vorbereitung nicht packt, landet mit grosser Wahrscheinlichkeit eine Liga tiefer beim Partnerteam aus Weinfelden.

Noch hat Rapperswils Trainer Jeff Tomlinson keine Ahnung, wer das sein soll. Für ihn geht es zunächst darum, seine neuen Spieler kennen zu lernen. Doch eines weiss Tomlinson schon jetzt: «Wir haben mehr Qualität im Kader als vergangene Saison. Davon werden nicht nur wir, sondern wird auch der HC Thurgau profitieren.»

Nächste Woche wechseln die ersten nach Weinfelden

Etwa vier Spieler sollen in der Meisterschaft 2019/20 in der Swiss League parkiert werden. Davon geht der Lakers-Headcoach zum jetzigen Zeitpunkt aus. Zwei könnten schon kommende Woche zu Thurgau stossen. «Wir wollen die ersten drei Testspiele abwarten», sagt Tomlinson, «dann nehmen wir den ersten Kaderschnitt vor.» Die erste Partie bestreitet Rapperswil-Jona am Freitag um 20 Uhr in Weinfelden gegen den HCT.

Dort kommt es zum Wiedersehen mit Michael Loosli. Thurgaus bester Schweizer Torschütze von vergangener Saison wechselte im Sommer zu den Lakers. Als Neuling gehört er zu den Wackelkandidaten, die besonders um einen Stammplatz in der National League kämpfen müssen. «Ich mache mir noch keine Gedanken zum Kaderschnitt», sagt Loosli. «Ich möchte im Kopf frei sein und die Chance packen, wenn sie kommt.» Er werde Gas geben und die Winnermentalität vom HC Thurgau ins neue Team tragen. «Wenn zwanzig Leute unbedingt gewinnen wollen, dann gewinnt man als Team auch mal.» Zur Erinnerung: Im vergangenen Winter kamen die Lakers in 50 Qualifikationsspielen auf gerade mal zehn Siege.

Tomlinson schwärmt von Looslis Dynamik

Rapperswils Trainer Tomlinson hält grosse Stücke auf Loosli. «Er ist auf dem Eis sehr dynamisch und kann auch mit Topspeed noch mit dem Puck umgehen.» Allerdings brauche es noch Arbeit, um das volle Potenzial auszuschöpfen – gerade, was das Defensivverhalten betreffe. «Ich glaube, er weiss noch gar nicht, wie gut er sein kann.»

Tomlinson ist überzeugt, im HC Thurgau einen idealen Partner zu haben und bekräftigt, dass man stets auch ein Auge auf die besten Thurgauer werfen werde. Gleichwohl ist ihm nicht entgangen, dass der HCT eigentlich gar keine offenen Positionen mehr hat. «Aber vielleicht schickt ja Thurgau auch Spieler zu einem Partnerteam runter.» Das würde dann heissen, dass das Damoklesschwert für den einen oder anderen auch an der Stadiondecke der Güttingersreuti hängt.

Loosli, Spiller, Forrer - es könnte fast jeden treffen

29 Spieler umfasst das Kader, mit dem der SC Rapperswil-Jona das erste Eistraining bestritt. 22 braucht es für vier Linien mit zwei Torhütern. Der interne Konkurrenzkampf ist schon in vollem Gang. Einige werden die Saison mit dem Partnerteam HC Thurgau in der Swiss League beginnen, wenn alle verletzungsfrei bleiben. Das dürfte dann vor allem die junge Garde betreffen. Die Verteidiger Nico Gurtner und Dominik Egli sind mögliche Kandidaten für den HCT. Oder die Stürmer Fabio Hollenstein, Sandro Forrer und Kay Schweri. Vielleicht kann der HCT auch mit der Rückkehr von Michael Loosli oder Andri Spiller liebäugeln. «Die Kriterien sind für alle gleich», sagt Tomlinson. «Wer begreift das Spielsystem am besten? Wer geht auch dorthin, wo es wehtut? Das sind Fragen, die ich mir für die Selektion stelle», so der Coach von Rapperswil-Jona. (mat)

131'300 Franken Gewinn für den HC Thurgau

An der Generalversammlung des HC Thurgau präsentierte der Swiss-League-Club aus Weinfelden am Donnerstag ein erfreuliches Ergebnis - und zeigt erstmals, mit welchen Trikots die Mannschaft in die Saison 2019/20 steigen wird.
Matthias Hafen