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Thomas Götz tritt in Weinfelden auf

Er fühlt sich zu Höherem berufen:Thomas Götz hat wieder vom Leder gezogen und alte SVP-Wahlständer als Vogelscheuchen verkauft. Sabine Schnyder war frisch geduscht, der Narr frech, das Publikum meist begeistert.
Dieter Langhart
Thomas Götz verdrängt die Damenriege von der Bühne. (Bild: Dieter Langhart)

Thomas Götz verdrängt die Damenriege von der Bühne. (Bild: Dieter Langhart)

Dumm für die Damenriege: Die Theaterhausleitung vergass ihr zu sagen, dass heute Abend «Ergötzliches» auf dem Programm steht. Sabine Schnyder und ihre Freundinnen müssen ihre Turnstunde abbrechen, fertig «Eye of the Tiger». Aber nicht fertig lustig.

Sabine duscht, DBU-Generalsekretär Marco Sacchetti singt, das Wallbanger Trio spielt. Thomas Götz tritt heute nicht als Bonaparte auf, hält dafür eine Napoleon-Figur hoch, das Geschenk einer seiner Fangruppen.

Dann geht er mit Kamerapartner Daniel Felix hin, SVP-Politikern ausrangierte Wahlständer als Vogelscheuchen zu verklickern, ein frisches Hemd gibts gratis dazu. Arnold Schnyder, der parteilose Nationalrat, steckt bereits im Wahlkampf. Und weil Komikerkollege Selenski soeben Präsident der Ukraine geworden ist, rechnet Schnyder seine Chancen auf den Thurgau runter und folgert: «Ich wäre zu Höherem berufen». Zum Ständerat also.

Links und Rechts ­bekommen ihr Fett weg

Thomas Götz hat sich warmgelaufen, das Publikum (wie immer ist das Theaterhaus ausverkauft) hat sich eingehört für Götz’ Auslassungen. Frech zieht er mit den Filmeinspielungen des Kreativteams von «Ergötzliches» vom Leder – herrlich die Details in der Körpersprache seiner Alter Egos:

Arnold Schnyder fingert an seiner riesigen Brille herum, Schwester Sabine am Blusenkragen, Bauer Franz Peterli aus Erlen weiss nicht wohin mit seinen Händen.

Götz nimmt Links und Rechts auf die Schippe, greift aktuelle Themen wie die Klimastreiks auf, erklärt die Steuerreform in zwei Sätzen, trifft Luzi Stamm in der Toilette, streift Trends wie Fitnesswahn oder Influencer, interviewt Waffenrechtsverteidiger. Trump, Roger Köppel und die EU bleiben Dauerbrenner.

Das bislang unbekannte Traktor-Bild «Die Ankunft» von Hodler taucht auf, und Thomas Götz’ Song «Ich fliege nie mehr nach New York» mit dem Trio bringt eine nachdenkliche Note ins Programm.

Das Gespräch mit Tagesgast Paul Rechsteiner, SP-Ständerat aus St. Gallen, bleibt nett und brav, beide weichen immer weiter zurück vom Stehtisch und streifen mit Onken, Furgler und Weinfeldens «rebellischer Ader» eher das Damals als das Heute im Bundesparlament.

Hinweis Ergötzliches: Sa, 27.4., 20.15 Uhr, Theaterhaus; Restkarten an der Abendkasse. ergoetzliches.ch

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