Theater
Ein lustvoller Blick in die Zukunft: Das Theagovia Theater probt in Weinfelden

Am 30. Oktober feiert das Ensemble Premiere ihres Stücks Zukunftsmusik. Geschrieben hat die Komödie Michaela Bauer, welche auch Regie führt bei der aktuellen Produktion.

Mario Testa
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Erstmals proben die Akteure im Bühnenbild des Stücks Zukunftsmusik: Es besteht aus Blechbüchsen und Vorhängen.

Erstmals proben die Akteure im Bühnenbild des Stücks Zukunftsmusik: Es besteht aus Blechbüchsen und Vorhängen.

Bild: Mario Testa

Adrian feiert seinen 100. Geburtstag. Dank einer Genwunderpille ist er noch immer fit in Körper und Geist – und trotzdem sehnt er sich gerne zurück in die «guten alten Zeiten» ohne ständige Überwachung, implantierten Chips und Reisen in Drohnen.

Michaela Bauer wagt mit den Akteuren in ihrem Stück Zukunftsmusik einen Blick weit voraus, in eine Welt, die von Technologie geprägt ist, den Menschen dadurch aber viele neue Möglichkeiten und grosse Erleichterungen bringt. «Wir zeigen eine Zukunft, wie man sie sich vielleicht wünschen würde», sagt die Autorin und Regisseurin anlässlich einer Durchlaufprobe am Sonntagnachmittag.

«Im Stück geht es um Zwischenmenschliches, um Beziehungen, Beruf und Familie.»
Adrian feiert seinen 100. Geburtstag – und doch hat er immer noch eine kindliche Freude an einfachem Spielzeug wie seiner Carrera-Bahn.

Adrian feiert seinen 100. Geburtstag – und doch hat er immer noch eine kindliche Freude an einfachem Spielzeug wie seiner Carrera-Bahn.

Bild: Mario Testa

Klar, dass all die neuen Technologien auch ihre Schattenseiten haben. Adrian zum Beispiel taucht liebend gerne zurück in eine Welt, in der er Spielzeug wie eine Carrera-Bahn noch anfassen und zusammen bauen konnte, und nicht einfach alles digital auf einem Bildschirm serviert bekommt. «Es gibt in dieser Zukunft sowohl Technikfreaks als auch Technikverweigerer. Die Sehnsucht nach greifbaren, echten Dingen ist bei einigen gross», sagt Bauer.

«Das ewig Menschliche bleibt, die Bedürfnisse, Träume und Fantasien – trotz aller Technik.»

Neuauflage nach abgesagter Saison 2020

«Zukunftsmusik» hätte das Theagovia Theater schon in der vergangenen Saison aufführen wollen. Daraus wurde aber nichts. «Wir waren bereit, hatten intensiv geprobt und auch ein Schutzkonzept ausgearbeitet, aber zehn Tage vor der Aufführung mussten wir die Premiere dann absagen wegen der Pandemie», sagt Michaela Bauer.

Michaela Bauer, Regisseurin und Autorin.

Michaela Bauer, Regisseurin und Autorin.

Bild: Mario Testa

Sie habe das Stück auf die neue Saison hin adaptiert. Einerseits um für die Akteure wieder neue Herausforderungen mit neuen Textrollen, Kostümen und Requisiten zu schaffen, anderseits um das Thema auch etwas anzupassen. «Corona hat uns jetzt so lange begleitet, dieses Thema will niemand mehr sehen auf der Bühne. Also haben wir es rausgestrichen.» Das Stück solle zwar Tiefgang haben und auch Probleme der Zukunft aufzeigen, sagt die Autorin: «Aber wir wollen kein Problemstück, sondern eine leicht präsentierte Komödie.»

Blechbüchsen und Vorhänge

Die Probearbeit hat bereits im Juni begonnen und befindet sich nun in der wichtigsten Phase. Seit Sonntag können die Akteure im Bühnenbild agieren, und sie proben nun jedes Wochenende bis zur Premiere. Viele Blechbüchsen und vier Vorhänge prägen das Bild. Die Vorhänge dienen auch als Leinwand, über die immer wieder mal Werbung läuft – Werbung der allmächtigen Firma Lofo, welche die Menschen mit ihren Medikamenten und Therapien beglückt, aber auch nicht davor zurück schreckt, die Konkurrenz mit ihren Agenten zu jagen.

Die «Lofo»-Agenten verteidigen die Vormachtstellung ihres Konzerns mit fast allen Mitteln.

Die «Lofo»-Agenten verteidigen die Vormachtstellung ihres Konzerns mit fast allen Mitteln.

Bild: Mario Testa

Acht Schauspielerinnen und Schauspieler wirken mit im Stück Zukunftsmusik. «Es ist eine tolle Truppe, ich bin sehr happy. Sie geniessen es, dass sie wieder spielen dürfen», sagt Michaela Bauer. Und dass sie nun, dank Zertifikatspflicht, vor unmaskiertem Publikum spielen dürfen, sei eine grosse Erleichterung. «Das ist viel besser für die Stimmung.»

Sechs Aufführungen

Premiere am 30. Oktober

Das Theagovia Theater zeigt «Zukunftsmusik» an drei aufeinander folgenden Wochenenden vom 30. Oktober bis am 14. November, jeweils samstags und sonntags. An den Samstagen beginnt das Stück um 20.15 Uhr, an den Sonntagen um 16.15 Uhr. Die Bar und die Kasse sind jeweils schon eine Stunde vor Spielbeginn geöffnet. Für das Publikum gilt eine Zertifikatspflicht, eine Maskenpflicht oder Platzeinschränkungen gibt es daher nicht.

Infos und Tickets: www.theaterhausthurgau.ch

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