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Das Bodensee Open in Egnach feiert erstmals einen Schweizer Sieger und stellt die Weichen für die Zukunft

Das Bodensee Open 2021 wird von Sandro Ehrat und Dalila Jakupovic aus Slowenien gewonnen. Nach zehn erfolgreichen Austragungen unter freiem Himmel fand das grösste Preisgeldturnier Europas heuer erstmals in der Halle statt. Das scheint Zukunft zu haben.

Marie-Theres Brühwiler
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Handshake nach hochklassigem Final: Sieger Sandro Ehrat (links) und der Unterlegene Jakub Paul.

Handshake nach hochklassigem Final: Sieger Sandro Ehrat (links) und der Unterlegene Jakub Paul.

Nicole Bentivoglio/Mattglanz

Das Warten auf den ersten Schweizer Turniersieg bei den Männern ging am Sonntag vorzeitig zu Ende. Im Final des Bodensee Open in Egnach standen sich erstmals in der elfjährigen Turniergeschichte mit Sandro Ehrat aus Schaffhausen (N1.9) und Jakub Paul aus Chur (N1.7) zwei Schweizer gegenüber. Und dies, obwohl es an starker ausländischer Konkurrenz nicht mangelte. Die beiden Davis-Cup-erfahrenen Spieler fühlten sich auf den Egnacher Hallenplätzen wohl und demonstrierten auch im Finalspiel Weltklassetennis. Lagen die Vorteile zunächst beim jüngeren Paul, setzte sich am Ende der routiniertere Ehrat durch. «Es war ein sehr enges, hart umkämpftes Finalspiel», sagte Sieger Ehrat, der als erster Einheimischer den Siegercheck von 10000 Franken entgegennehmen durfte.

Belinda Bencic bleibt die einzige Schweizer Siegerin

Die Hoffnung, dass acht Jahre nach dem Triumph von Belinda Bencic bei den Frauen wieder eine Schweizerin als Siegerin gefeiert werden kann, blieb bis zum letzten Turniertag bestehen. Alina Granwehr (N2.15), die Junioren-Vizeeuropameisterin, hatte sich nach einem zähen Erstrundensieg zum Auftakt in den Viertelfinals gegen die an Nummer drei gesetzte Französin Elena Malygina (N2.13) in einen Rausch gespielt. Auch im Halbfinal gegen die topgesetzte Georgierin Sofia Shapatava (N1.8), in der Weltrangliste als Nummer 278 geführt, konnte das erst 18-jährige Thurgauer Nachwuchstalent aus Wilen bei Wil gut mithalten. In der entscheidenden Phase gewann jedoch die WTA-erfahrene Shapatava die Überhand. Damit standen sich im Final mit Shapatava und der Slowenin Dalila Jakupovic (N1.8) die Nummern eins und zwei der Setzliste gegenüber. Jakupovic, die es an den US Open im Doppel schon in die Viertelfinals geschafft hatte und vor drei Jahren die Nummer 69 der Welt war, liess ihrer Kontrahentin keine Chancen. Der ­erste Turniersieg einer Slowenin fiel überzeugend aus.

Turniersiegerin Dalila Jakupovic (links) wird von Finalgegnerin Sofia Shapatava beglückwünscht.

Turniersiegerin Dalila Jakupovic (links) wird von Finalgegnerin Sofia Shapatava beglückwünscht.

Nicole Bentivoglio/Mattglanz

2022 wird es eine zwölfte Austragung geben

Nach zehn Auflagen auf Sand fand das diesjährige McDonald’s Bodensee Open erstmals in der Halle statt. Weltklassetennis mit Teilnehmenden aus 15 Nationen, eine einzigartige Ambiance im Turnierdorf und die perfekte Organisation zeichneten das grösste Preisgeldturnier in Europa auch diesmal aus. Jedoch mussten die Organisatoren nach zuletzt immer neuen Zuschauerrekorden bei der Indoorpremiere erstmals einen kleinen Rückschlag hinnehmen. «Das grosse Interesse vom Samstag und das durchwegs positive Feedback unserer Gäste am Livekonzert bestätigten uns aber, dass unser Format ankommt», sagten die Verantwortlichen Mäx Andys und Franco Baldella. Ob das Turnier künftig wieder im Sommer oder auf ein Neues im Winter ausgetragen wird, ist noch offen. Fest steht jedoch, dass das Bodensee Open 2022 in die zwölfte Runde geht.

Open air oder Halle? Diese Frage beschäftigt alle

An der Tatsache, dass es auch im kommenden Jahr ein Bodensee Open in Egnach geben wird, rütteln die beiden Organisatoren Mäx Andys und Franco Baldella nicht. Das liessen sie bei der elften Auflage in diesem Jahr eindeutig durchblicken. Noch ist aber offen, ob es wieder ein Sommerturnier oder noch einmal ein Winterturnier geben wird. «Der Novembertermin ist ideal. Ich würde deshalb eine Fortsetzung in der Halle bevorzugen», sagte Zuschauer Simon Wirth, der sich keine der vergangenen elf Auflagen entgehen liess und sich weiterhin Weltklassetennis in der Region wünscht. Auch die beiden Finalistinnen von 2021, Sofia Shapatava und Dalila Jakupovic, favorisieren die Indoor-Austragung: «Der Hallenbelag ist genial und die Ambiance war genauso toll wie im Sommer.» Diese Aussagen dürften Mäx Andys und Franco Baldella bestärken. Denn auch die beiden Organisatoren liessen bereits durchblicken, dass sie eine Neuauflage in der Halle favorisieren. (mtb)

Auch die Thurgauerin Alina Granwehr (links, mit Natalia Sedliska) gehörte zu den sportlichen Attraktionen des diesjährigen Turniers.

Auch die Thurgauerin Alina Granwehr (links, mit Natalia Sedliska) gehörte zu den sportlichen Attraktionen des diesjährigen Turniers.

Nicole Bentivoglio/Mattglanz

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