Tägerwiler Bauer muss nachträglich Baubewilligungen einholen

Die Gemeinde und der Kanton verlangen eine Aufarbeitung aller zwischen 1960 und 2016 erstellten Bauten auf dem Hof von Christian Schwarz. Unter anderem geht es um den Hofladen.

Kurt Peter
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Bio-Bauer Christian Schwarz im Eingang zu seinem Hofladen. (Bild: Kurt Peter)

Bio-Bauer Christian Schwarz im Eingang zu seinem Hofladen. (Bild: Kurt Peter)

Landwirt Christian Schwarz vom Hof Pfaffenbüel hat im August 2015 Baugesuche für Hofladen mit WC und Brünneli, Ausbau Nassraum, Isolation Ostfassade Wohnhaus und den Umbau für einen Partyplatz eingereicht. Dagegen, vor allem gegen den Partyplatz, gingen einige Einsprachen ein.

«Die Baugesuchsunterlagen waren für den Kanton unzureichend»,

erklärt Gemeindepräsident Markus Thalmann. Christian Schwarz habe noch etliche Unterlagen nachliefern müssen, was erst im Frühling 2016 abgeschlossen werden konnte. «In der Zwischenzeit hatte aber der Kanton festgestellt, dass einzelne frühere Bauvorhaben ohne Bewilligung erstellt worden sind», sagt Thalmann.

Behandlung der Gesuche sistiert

Kleinere Bauten wie der Parkplatz seien von der Gemeinde ohne Zustimmung des Kantons bewilligt worden, gibt der Gemeindepräsident zu. Ebenso die Umnutzung des ehemaligen Hühnerhauses in den Kinderhort. Diese «Altlasten» mussten nun aufgearbeitet und nachträglich durch den Kanton bewilligt oder ein Rückbau angeordnet werden. «Bis dies erledigt ist, sistierte der Kanton die Behandlung der Baugesuche aus dem Jahr 2015», erklärt Thalmann.

Die Gemeinde habe mit Hilfe eines Architekturbüros bis Ende 2016 eine Bestandesaufnahme aller Bauprojekte aus den Jahren 1960 bis 2016 erarbeitet. Dadurch sei eine Liste entstanden, für welche Bauten ein nachträgliches Baubewilligungsverfahren durchgeführt werden müsse. «Aus verschiedenen Gründen gab es bei der Erarbeitung dieser Baugesuche eine grosse Verzögerung, die letzten Plangrundlagen trafen Ende 2018 bei der Gemeinde ein», sagt Thalmann.

«Oben Toben» war nicht das Problem

Nach einer ersten Sichtung durch das Amt für Raumentwicklung Anfang 2019 lägen nun die aufgearbeiteten Pläne vor. Die öffentliche Auflage für bereits zum Teil seit Jahren vorhandene Bauten findet bis 1. Mai statt. Dies betrifft das Windrad, Velo- und Kaninchenunterstand, Heizraum und Einstellhalle, gedeckten Vorplatz, Kinderhort, Hofladen, Parkplatz, Hühnerstall und Abstellplatz. «Unabhängig der Einsprachen hat die Gemeinde das traditionelle Oben Toben Festival bewilligt, dies auf Basis der Einspracheverhandlung im August 2016.» Die Probleme hätten nicht das Oben Toben Festival betroffen, erklärt Thalmann. Christian Schwarz nimmt es gelassen.

«Ich mache niemandem einen Vorwurf»,

meint er. Das Windrad sei sowieso defekt und werde ersetzt. Für den Hofladen mit WC und Brünneli werde er später ein Baugesuch für den definitiven Ausbau und Standort einreichen. Auch den Partyplatz will er nochmals bewilligen lassen, ob die Aussichtsplattform dabei ist, weiss er noch nicht. Ebenso muss er wieder ein Gesuch für die Isolation der Ostfassade des Wohnhauses einreichen.

Zwangspause auf dem Pfaffenbüel

Die Querelen um den Partyplatz auf dem Hof von Christian Schwarz in Tägerwilen halten an. Erstmals findet das Oben- Toben-Festival deshalb nicht auf seinem traditionellen Festivalgelände, sondern im Z88 statt. Der Biobauer ist enttäuscht.
Annina Flaig