Tägerwiler Band veröffentlicht ein Weihnachtslied gegen den Weihnachtskoller

Die Band «Komood» aus Tägerwilen hat das Kinderlied «Das isch de Stern vo Betlehem» neu interpretiert.

Ursi Gasser
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Die Band «Komood»: Emanuel Hunziker, Stefan Lengg, Josua Hunziker und Samuel Schmid.

Die Band «Komood»: Emanuel Hunziker, Stefan Lengg, Josua Hunziker und Samuel Schmid.

(Bild: PD)

Emanuel Hunziker hatte einen Weihnachtskoller.

«Jedes Jahr dasselbe Theater, jedes Jahr dieselben verstaubten, abgedroschenen Weihnachtslieder»

sagt er. Doch weil Emanuel Hunziker Pastor der reformierten Freikirche «FCTchurch» ist, musste er aus beruflichen Gründen gegen Jahresende etwas Passendes zu Weihnachten von sich geben, wie er es formuliert.

So habe er mit der «Reanimation» der Weihnachtslieder begonnen, die er schon immer gemocht habe, besonders das altbekannte Lied «Das isch de Stern vo Betlehem». Entstanden ist eine Cover-Version des Liedes mit dem Titel «De Stern vo Bethlehem», das Hunziker mit seiner Band «Komood» Ende November als Single herausgebracht hat.

Songs mit Tiefgang

Die Band «Komood» besteht aus Stefan Lengg (Schlagzeug), Samuel Schmid (Bass), Josua Hunziker (Piano) und Emanuel Hunziker (Gitarre und Gesang). Bereits seit 15 Jahren machen die Freunde gemeinsam Musik. «Wir wollen Songs mit spirituellem Tiefgang auf Schweizerdeutsch herausbringen», sagt Emanuel Hunziker. «Komood» ist Mundart und bedeutet «angenehm» oder «bequem». (ug)

Das bekannte Kinderlied stammt aus der Feder des grossen Schweizer Komponisten Paul Burkhard und ist Teil der «Zäller Wiehnacht». Der Inhalt des Liedes dreht sich um einen Stern, der auf den König – den Erlöser – hinweist, dem zu folgen sich bis in die Ewigkeit lohnt.

Mit dem Lied die Tragik zum Ausdruck bringen

Auf die Frage, was Hunziker an diesem Lied gefällt, antwortet er: «Es ist die zartbittere Note hinter der Weihnachtsgeschichte.» Die Weihnachtsgeschichte werde heute oft verniedlicht und mit Glitzer geschmückt, aber eigentlich habe sie eine bittere Note, sagt Hunziker. «Es ist die Geschichte eines Gottes, eines Königs, der nicht von oben herab mit scheltender Hand auf diese Welt kommt, sondern als kleines, hilfloses Baby, um letzten Endes am Kreuz für die Menschheit zu sterben. Diese Tragik schwingt mit.»

Die Tragik und zartbittere Note waren es, die Hunziker in seiner Cover-Version zum Ausdruck bringen wollte. «Es ist nicht länger ein Kinderlied», sagt er und beschreibt die Hauptunterschiede zum Original:

«Musikalisch haben wir die Pausen verändert und einige Moll-Akkorde eingeflochten.»

Die Neuinterpretation sollte betonen, dass dieser Gott klein und arm kommt, aber ein grosser König werde. Bei der entsprechenden Textpassage findet das Lied dann auch musikalisch seinen Höhepunkt.

Emanuel Hunziker hat seine Idee zuerst mit seiner Band «Komood» geteilt. Ein Jahr lang hat die Band mit dem Lied herumexperimentiert und verschiedene Varianten ausprobiert, bevor sie das Lied Ende November in Zusammenarbeit mit dem Produzenten Nik Heimlicher herausgebracht hat. «Auch einen Videoclip gibt es dazu.»

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