Tägerwilen
Ihre Dips sind ein Erfolgsrezept: Wie aus einem Weihnachtsgeschenk von Silvia und Markus Hänni ein florierendes Geschäft geworden ist

Vor 25 Jahren hat das Ehepaar die Haus-Sauce AG gegründet. Ihre Produkte sind fast überall in der Schweiz erhältlich. Die beiden Töchter sind mittlerweile auch in die Firma eingestiegen.

Stefan Böker
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Silvia und Markus Hänni mit ihren Töchtern Stefanie und Nicole.

Silvia und Markus Hänni mit ihren Töchtern Stefanie und Nicole.

Bild: Stefan Böker

Davon träumen viele, die gerne und oft in der Küche stehen: Dass die eigene Kreation nicht nur fein wird, sondern sich sogar vermarkten lässt. Bei Silvia und Markus Hänni war es das Rezept der «Grosi», welches an Weihnachten 1995 den Grundstein für ihr Unternehmen legte. Das Ehepaar hatte nach einer neuen Idee gesucht, um der Kundschaft ihrer Käserei in Mettendorf eine Freude zu machen. Mal kein Käse, sondern die Lieblingssauce der Familie sollte es sein. Mit überraschendem Erfolg, sagt Silvia Hänni.

«Unsere Kundinnen und Kunden fragten immer wieder nach der Sauce. Das änderte sich auch nach den Festtagen nicht.»

Am Anfang halfen alle mit – die Kinder, die mit der Nase kaum bis zur Durchreiche langten, und die Grosseltern. Die Küche der Hännis wurde bald zu klein, die Mixer und Behälter wurden dafür immer grösser. Denn die Mundpropaganda wirkte: Andere Käsereien und Läden in der Region meldeten sich und wollten beliefert werden.

Erfolg geht durch den Magen

2002 gab die Familie das Käsen auf und zügelte nach Tägerwilen. Mittlerweile gibt es den ursprünglichen Dip in zehn Varianten und dazu sieben verschiedene Salatsaucen. Die Produkte sind fast überall in der Schweiz erhältlich. Einer der grössten Partner ist Volg.

Die Macht der Konsumentinnen und Konsumenten habe diesen Erfolg ermöglicht, davon ist Markus Hänni überzeugt.

«Wir haben uns aber auch gezielt auf diese konzentriert und sind an viele Publikumsmessen gegangen.»

Wer dort probierte, wollte die Saucen auch im Laden vor Ort kaufen – eine Kettenreaktion.

Beim Rundgang durch die Produktionsstätte fallen die fünf Tonnen Rapsöl fassenden Tanks und das 800-Liter-Fass für den Essig auf. Eine halbe Tonne handgeschälter Zwiebeln lagert vakuumverpackt im Kühlraum. «Der Bedarf für eine Woche», sagt der Familienvater stolz.

Die zweite Generation steht bereit

Neue Produktionsleiterin wird seine jüngere Tochter Nicole. Sie mixt die Gewürzmischungen per Hand in weissen Plastikeimern. Die Rezepte liegen, ganz unspektakulär, in einer grauen Dokumentenablage. Die Produktion in Tägerwilen ist klein genug geblieben, um schnell und flexibel Fremdaufträge annehmen zu können. Neben der Herstellung für den Endkonsumenten sind Abfüllaufträge in kleineren Mengen ein weiterer Geschäftsbereich.

Bis in drei Jahren möchten sich Vater und Mutter mehrheitlich zurückziehen. Ihre Töchter wollen die Marke weiter bekannt machen in der Schweiz. Grundlegende Änderungen sind nicht geplant. «Im Grunde ist unser Geheimnis simpel», sagt Stefanie, die ältere der beiden Schwester, die nun das Geschäft übernimmt.

«Wir verkaufen die zweitbesten Saucen – direkt nach der selbst gemachten Sauce von zu Hause.»