Tägerwilen
Ein Sonntagsausflug ins Mittelalter: Auf der Ruine Castell fand das Ruinenfest statt

Das Ruinenfest in Tägerwilen zog viele Besucherinnen und Besucher an. Ob im historischen Kostüm oder mit Wanderschuhen.

Judith Schuck
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Am Ruinenfest auf der Ruine Castell in Tägerwilen.
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Am Ruinenfest auf der Ruine Castell in Tägerwilen.
Am Ruinenfest auf der Ruine Castell in Tägerwilen.
Am Ruinenfest auf der Ruine Castell in Tägerwilen.
Am Ruinenfest auf der Ruine Castell in Tägerwilen.
Am Ruinenfest auf der Ruine Castell in Tägerwilen.
Am Ruinenfest auf der Ruine Castell in Tägerwilen.
Am Ruinenfest auf der Ruine Castell in Tägerwilen.
Am Ruinenfest auf der Ruine Castell in Tägerwilen.
Am Ruinenfest auf der Ruine Castell in Tägerwilen.
Am Ruinenfest auf der Ruine Castell in Tägerwilen.
Am Ruinenfest auf der Ruine Castell in Tägerwilen.
Am Ruinenfest auf der Ruine Castell in Tägerwilen.
Am Ruinenfest auf der Ruine Castell in Tägerwilen.

Am Ruinenfest auf der Ruine Castell in Tägerwilen.

Bild: Ralph Ribi

Einen ganz schönen Schrecken jagten den überraschten Burg-Gästen die lauten Schüsse der Böllerschützen bei der Wachablösung ein. Am Sonntag lud der Verein «Freunde der Ruine Castell» zum vierten Ruinenfest nach Tägerwilen ein. Hier trafen Landknechte auf Sagenerzähler, Spielleute und Bogenschützen. Wer Hunger hatte, konnte sich über offenem Feuer sein Würstchen selber grillieren.

2008 fand zum erste Mal ein Ruinenfest statt. In diesem Jahr sanierten die Gemeinde Tägerwilen, das Amt für Archäologie vom Kanton sowie der Grundbesitzer Daniel von Stockar den in die Jahre gekommenen Bau oberhalb Tägerwilens. Erstellt wurde die Burg wahrscheinlich im 12. Jahrhundert vom Konstanzer Bischof Ulrich I. Sein Nachfolge liess sie wieder abtragen, aus Angst, Feinde der Stadt Konstanz könnte sie als Stützpunkt dienen. Doch wurde sie auch wieder neu errichtet.

Die Sanierung von 2008 diente der Sicherheit, es kam aber auch eine Aussichtsplattform hinzu. In den Sommermonaten kann diese von Montag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr besucht werden und jedes erste Wochenende im Monat. Im Winter sind die Öffnungszeiten 11 bis 17 Uhr. Um die Pflege und Aufsicht für die Burg zu gewährleisten, gründete sich nach der Renovation der Verein «Freunde der Ruine Castell», dem alt Gemeindepräsident Markus Thalmann vorsitzt:

«Die Hauptaufgabe unserer Mitglieder ist die Betreuung des Turmes, also morgens und abends zu den Öffnungszeiten auf- und abzuschliessen.»
Markus Thalmann, Präsident des Vereins «Freunde der Ruine Castell».

Markus Thalmann, Präsident des Vereins «Freunde der Ruine Castell».

Bild: Andri Vöhringer

Die Aussichtsplattform finanzierte von Stockar, der Schlossherr des benachbarten Renaissance-Castell.

Geschichten aus dem Jenseits

Am Fest konnten sich Interessierte bei einer Ruinenführung mit Vereinsmitglied Bruno Sutter viel Wissenswertes über die Geschichte der Anlage erzählen lassen. Führungen können unter Anmeldung aber auch unter dem Jahr organisiert werden. «Wenn Anfragen von Schulklassen kommen, kümmert sich Bruno Sutter ebenfalls darum», sagt Thalmann.

Abgesehen von Familien erfreuten sich Mittelalterfans am Angebot. Ein Paar aus Tägerwilen ist vor einigen Jahren auf den Geschmack gekommen und besucht seitdem mit besticktem Leinenkleid, Kutte und Schwert ausgerüstet die Anlässe in der Umgebung. Ein Mädchen trug stolz in einem Korb-Rucksack Feuerholz zur Kochstelle, denn ohne sie könne ja nicht gefeuert werden.

Zudem konnte Bogenschiessen geübt werden oder den «Geschichten aus dem Jensyts» gelauscht werden, die ein Sagenwanderer begleitet von passender Musik zum besten gab. Als Rhythmusinstrument diente hier unter anderem ein grosser Kieferknochen, dem seine Spielerin durch Klopfen und Streichen verschiedenste Klänge entlockte.

Der Sagenwanderer erzählt den gebannten Zuhörerinnen und Zuhörern Geschichten aus dem Jensyts.

Der Sagenwanderer erzählt den gebannten Zuhörerinnen und Zuhörern Geschichten aus dem Jensyts.

Bild: Judith Schuck

Und die Thurgauer Landknechte sorgten für die Wachablösung auf der Burg. Bisher fand das Ruinenfest in unregelmässigen Abständen statt. Thalmann sagt:

«Unser Plan ist, es künftig alle drei Jahre zu veranstalten.»

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