«Das Haus ist unbewohnbar»: In Tägerwilen musste in der Nacht ein junges Pärchen mit Kleinkind vor den Flammen flüchten

In der Nacht auf Mittwoch brannte ein altes Wohnhaus an der Hauptstrasse. Die Feuerwehren Tägerwilen und Kreuzlingen brachten das Feuer rasch unter Kontrolle. Bei der Gemeinde sind bereits Hilfsangebote für die Bewohner eingegangen.

Urs Brüschweiler
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Um zwei Uhr in der Nacht auf Mittwoch wurde die Feuerwehr von Anwohnern alarmiert.

Um zwei Uhr in der Nacht auf Mittwoch wurde die Feuerwehr von Anwohnern alarmiert.

(Bild: pd/Feuerwehr Kreuzlingen)

«Ein Einsatz, wie aus dem Drehbuch», sagt Feuerwehrkommandant Pascal Bosshard nach einer aufregenden Nacht. An der Tägerwiler Hauptstrasse war ein altes Wohnhaus in Brand geraten. Gegen zwei Uhr morgens alarmierten Anwohner die Feuerwehr. «Brand gross», wurde gemeldet. In solch einem Fall rückte automatisch auch die Stützpunktfeuerwehr aus Kreuzlingen aus.

Insgesamt 80 Männer und Frauen standen im Einsatz, samt Tanklöschfahrzeug, Autodrehleiter und Hubretter. Nach etwa einer Stunde war das Feuer bereits unter Kontrolle, der Vollbrand konnte rasch gelöscht werden. «Die Kollegen aus Kreuzlingen zogen bereits um halb 4 Uhr wieder ab», berichtet Bosshard.

Bewohner konnten sich selber in Sicherheit bringen

80 Feuerwehrleute standen im Einsatz. Etwa je hälftig aus Kreuzlingen und Tägerwilen.

80 Feuerwehrleute standen im Einsatz. Etwa je hälftig aus Kreuzlingen und Tägerwilen.

(Bild: pd/Feuerwehr Kreuzlingen)

Das Wichtigste: Die Bewohner des Hauses konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Niemand wurde bei dem Brand verletzt. In der älteren Liegenschaft - der Feuerwehrkommandant schätzt sie auf etwa 60 Jahre oder mehr - wohnte gemäss Auskunft von Gemeindepräsident Markus Thalmann ein junges Pärchen mit einem Kleinkind. Sie wohnten noch nicht lange in der Gemeinde. «Sie kamen bei Nachbarn unter», weiss Bosshard.

«Das Haus ist unbewohnbar.»

Gemeindepräsident Thalmann macht sich am Morgen ein Bild von der Lage vor Ort. Besonders der Dachstock und die Werkstatt seien in Mitleidenschaft gezogen worden. «Bei uns ist bereits ein Hilfsangebot für die Bewohner eingegangen», sagt der er. Er geht aber davon aus, dass sich die Bewohner nicht in einer Notlage befinden. Er werde sich aber rasch mit ihnen in Verbindung setzen und den Bedarf abklären.

Die Flammen lodern aus dem Haus.

Die Flammen lodern aus dem Haus.

(Bild: pd/Feuerwehr Kreuzlingen)

Überbauung geplant: Haus wird sowieso abgebrochen

Auch die Autodrehleiter der Stützpunktfeuerwehr kam zum Einsatz.

Auch die Autodrehleiter der Stützpunktfeuerwehr kam zum Einsatz.

(Bild: pd/Feuerwehr Kreuzlingen)

Der Sachschaden ist noch nicht zu beziffern, sagt Matthias Graf, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau. Die Liegenschaft werde sowieso bald abgebrochen, weiss Gemeindepräsident Markus Thalmann. Eigentümerin ist die Häberlin Architekten AG aus Müllheim. Sie planen eine grössere Überbauung im Dorfzentrum, welche auch die angrenzende ehemalige Gärtnerei mit einschliesst. Das Baugesuch erwarte man im Sommer, 70 Wohneinheiten seien gemäss Thalmann geplant. Von daher werde man wohl auch kein Notdach errichten müssen.

Brandursache ist noch unklar

Beim Vollbrand des Einfamilienhauses wurde niemand verletzt.

Beim Vollbrand des Einfamilienhauses wurde niemand verletzt.

(Bild: Kapo TG)

Auch die Brandursache ist derzeit noch unklar. Die Kantonspolizei hat zur Klärung den Brandermittlungsdienst und den Kriminaltechnischen Dienst beigezogen. Auch ein Elektroinspektor habe die Arbeit aufgenommen. Mutmassungen, dass der Brand aufgrund eines technischen Defektes in der Werkstatt ausgebrochen sei, konnte Kapo-Sprecher Matthias Graf nicht bestätigen. Man ermittle noch in alle Richtungen.

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