Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

«Swissness» im Glas: Ein Kesswiler Landwirt baut Essiggurken an

Die Firma Reitzel ist entschlossen, den Essiggurken-Anbau in der Schweiz zu fördern. Zurzeit bauen zwölf Landwirte die Kürbispflanze wieder an. Einer davon ist der Kesswiler Ferdinand Vogel.
Valentina Thurnherr
Ferdinand Vogel (links) und Dominique Mettraux, Verkaufsdirektor von Reitzel, auf dem Essiggurkenfeld in Kesswil. (Bilder: Reto Martin)
Der sogenannte «Gurkenflieger» mit denen die Essiggurken gepflückt werden.
Die Erntehelfer bei der Arbeit.
Zwei frisch geerntete Gurken.
Auf dem Hof von Ferdinand Vogel werden die Gurken sortiert.
7 Bilder

Ein Kesswiler Landwirt baut Essiggurken an

Grüne Flächen, soweit das Auge reicht und im Hintergrund erstreckt sich der Bodensee. Vor dieser Kulisse gedeihen auf drei Hektaren Land die Essiggurken von Ferdinand Vogel. Verarbeitet werden die Gurken von «Reitzel». Die Westschweizer Firma entschied sich 2014 dazu, Produkte aus der Schweiz zu fördern.

Die «Swissness»-Gesetzgebung, die am 1. Januar 2017 in Kraft getreten ist, kam dem Produzenten sehr gelegen. Demnach müssen mindestens 80 Prozent des Gewichts der verwendeten Rohstoffe aus der Schweiz stammen, um das Produkt als «schweizerisch» bezeichnen zu dürfen. In die Gläser von Reitzel kommen also nur Gurken, die in der Schweiz angebaut wurden. Sie werden im Detailhandel unter dem Namen «Hugo» vertrieben.

Grösste Anbaufläche liegt im Thurgau

Insgesamt pflanzen zurzeit zwölf Landwirte Essiggurken in der Schweiz an. Vogel ist dieses Jahr der einzige im Thurgau, hat jedoch das grösste Anbaugebiet. Die Kürbisgewächse werden Anfang Mai gesät und mögen warme Temperaturen zwischen 20 und 25° C. Hohe Nachttemperaturen begünstigen den Fruchtansatz. Eine Gurke kann dann bis zu 2,5 Zentimeter pro Tag wachsen. Die Essiggurken unterscheiden sich von den Gemüsegurken insofern, dass sie zu den Früchten gehören und im Gegensatz zu ihren grösseren Verwandten keine Bitterstoffe enthalten. Für die Ernte werden sogenannte «Gurkenflieger» verwendet. Die Pflücker liegen auf einer Plattform, die am Traktor montiert ist, und sammeln die Früchte durch die Blätter. Das Fahrzeug bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von 65 Metern pro Stunde. Die Erntehelfer arbeiten bis zu 13 Stunden am Tag. Im Durchschnitt können pro Stunde und pro Person rund 20 Kilogramm Gurken gepflückt werden. Vogel beschäftigt im Moment 18 Arbeiter.

«Bei den Essiggurken ist es wichtig, wie viel in einer Stunde geerntet wird, und nicht die Gesamternte», sagt der Landwirt. «In diesem Gewerbe gibt es keinen festen Preis. Es hängt alles von Angebot und Nachfrage ab.» Je mehr also innerhalb des Stundenlohns geerntet wird, desto besser. Dabei ist Vogel auf die Gründlichkeit seiner Pflücker angewiesen. «Die Früchte wachsen extrem schnell», sagt er. «Nur einen Tag zu lange auf dem Feld und sie sind unbrauchbar. So entsteht bereits ein Verlust.»

Alle Gurken sollen verarbeitet werden

Die Firma Reitzel will sich in Zukunft auch auf die Schweizer Gastronomie konzentrieren. «Zwischen den kleinen Essiggurken finden sich immer wieder ausgewachsene Gurken. Diese können wir nicht im Detailhandel verkaufen, aber in der Gastronomie», sagt Dominique Mettraux, Verkaufsdirektor von Reitzel. So werde gewährleistet, dass so wenig Produkte wie möglich weggeworfen werden.

Der Vertrieb an das Gastronomiegewerbe soll Mitte Herbst dieses Jahres starten.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.