Swiss League
Zipfelmütze für den Leuen: Der HC Thurgau tritt im Weihnachtsspiel am Sonntag gegen Olten mit ganz speziellen Trikots an

Fabio Hollenstein ist Thurgaus Mann für Spezialanlässe. Seit der 24-jährige Stürmer teilzeit auf der Geschäftsstelle des HCT arbeitet, organisiert er immer wieder publikumswirksame Events. So auch das Weihnachtsspiel am kommenden Sonntag um 17.00 Uhr gegen Olten.

Matthias Hafen
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Fabio Hollenstein posiert mit einem Prototypen des Spezialtrikots, das die Thurgauer im Spiel am Sonntag tragen werden.

Fabio Hollenstein posiert mit einem Prototypen des Spezialtrikots, das die Thurgauer im Spiel am Sonntag tragen werden.

Mario Gaccioli

Der HC Thurgau hat schon so manches Weihnachtsspiel organisiert. Doch die Neuauflage 2021 birgt das Potenzial, vieles in den Schatten zu stellen. Zumindest den Corona-Blues für ein paar Stunden zu überwinden. Die Swiss-League-Partie vom Sonntag um 17 Uhr in Weinfelden zwischen Thurgau und Olten steht unter dem Motto «volli Gütti». Wurden früher vor allem Schulen und Vereine in die Eishalle Güttingersreuti eingeladen, erhalten für dieses Spiel alle Zuschauerinnen und Zuschauer ein Gratisticket für den Stehplatzsektor – bis die Gütti eben voll ist. Und das für eine Partie, die sich aufgrund der Tabellensituation erst noch als Spitzenspiel ankündigt.

Generelle Maskenpflicht rund ums Weihnachtsspiel

Aufgrund der Entwicklung in der Coronapandemie und der jüngsten Entscheide des Kantons Thurgau gelten für Publikumsanlässe neue Schutzbestimmungen – auch für das Weihnachtsspiel des HC Thurgau am Sonntag gegen Olten. Nebst einem gültigen Covid-Zertifikat inklusive Ausweispflicht gilt im Eishockeystadion wie auch im Innen- und Aussenbereich des Thurgauer Dörflis eine generelle Maskentragpflicht. «Natürlich hätten wir uns das anders gewünscht», sagt Mitorganisator Fabio Hollenstein. «Aber wir sind froh, dass wir den Leuten überhaupt mit diesem Anlass Freude bereiten können.» (mat)

Treibende Kraft hinter dem Weihnachtsspiel 2021 ist Fabio Hollenstein. Der 24-jährige Stürmer des HC Thurgau arbeitet seit dieser Saison nebst seinem Studium zu 20 Prozent für den Swiss-League-Klub. «Es ist eine Win-Win-Situation», sagt Hollenstein, der sich an der Uni Zürich den Bachelor in BWL erarbeitet hat und nun auf dem Weg zum Master-Abschluss ist. «Mein Spezialgebiet ist das Projektmanagement. So kann ich das Gelernte in die Praxis umsetzen, während der HCT mit speziellen Anlässen von sich reden machen kann.» Der bereits zweimal durchgeführte Fan-Talk sowie das Oktoberfest in diesem Jahr waren ebenfalls Hollensteins Wurf.

Geht's um den Thurgau, wird der frühere Junioren-Nationalspieler emotional

Für «seinen» HCT legt sich der gebürtige Frauenfelder besonders gerne ins Zeug – auch auf dem Eis. Hollenstein hat seine Eishockeykarriere beim EHC Frauenfeld begonnen und wechselte noch im Juniorenalter zu Thurgau. «Das bindet mich emotional sehr an den HCT», sagt der frühere Nachwuchs-Nationalspieler. Nach Abstechern zu Berns U20, zu den Springfield Junior Blues in den USA und zum NLA-Klub Rapperswil-Jona will der 24-Jährige heute eigentlich nirgends anders mehr spielen als in seiner Heimat. Er sagt:

«Ich bin stark verwurzelt mit dem HCT.»

So hofft Hollenstein, dass er auch in Zukunft für seinen Klub auflaufen kann. An Motivation fehlt es ihm nicht. «Auch wenn ich jetzt die ersten Schritte im Arbeitsleben mache, so bin ich noch immer mit Herzblut auf dem Eis und komme jeden Tag mit einem Lachen ins Training.»

Dass ihm im Eishockey der ganz grosse Durchbruch bislang nicht gelungen ist, hat auch mit seinen Prioritäten zu tun. «Meine Eltern haben mich gelehrt, dass eine Ausbildung sehr wichtig ist. Und ich bin froh, haben sie das getan.» Sein BWL-Studium nutzt Hollenstein auch, um seinen Kopf zu lüften. Der Stürmer sagt:

«Ich würde mich nicht wohl fühlen, wenn ich nur das Eishockey hätte.»

Das habe er zwischen 2016 und 2018 in den zwei Saisons in Nordamerika gemerkt. «Dann hast du Hobbys wie Gamen oder ins Kino gehen.» Viel lieber tüftelt er an Ideen, die dem HC Thurgau neues Publikum bringen.

Stürmer und Projektleiter Fabio Hollenstein sorgte dafür, dass das Weihnachtsspiel 2021 des HC Thurgau auch eine wohltätige Dimension hat.

Stürmer und Projektleiter Fabio Hollenstein sorgte dafür, dass das Weihnachtsspiel 2021 des HC Thurgau auch eine wohltätige Dimension hat.

Mario Gaccioli

Aufruf an das Publikum: Plüschtiere mitbringen und aufs Eis werfen

Dem Weihnachtsspiel vom Sonntag gegen den Aufstiegsanwärter Olten verlieh Hollenstein bewusst eine wohltätige Note. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, Plüschtiere von zu Hause mitzubringen, die sie nicht mehr benötigen. Die können sie beim ersten Treffer des HCT aufs Eis werfen. Die eingesammelten Tiere werden anschliessend an verschiedene Sonderschulen und Institutionen im Kanton verteilt. Auch die eigens kreierten Match-Trikots im weihnachtlichen Look haben einen wohltätigen Zweck. Sie werden direkt nach der Partie im Thurgauer Dörfli versteigert und von den Spielern an die Meistbietenden übergeben. Einen Teil des Erlöses kommt der Stiftung Theodora zugute, die den Alltag von Kindern im Spital aufheitert.

Bereits ab 15 Uhr findet im Thurgauer Dörfli neben der Eishalle Güttingersreuti ein Adventsmarkt statt mit Samichlaus-Besuch und weiteren Attraktionen für die Kinder. Gleichenorts werden auch Gratistickets fürs Spiel ausgegeben. Vielleicht werden am Sonntag ja Erinnerungen an 2003 wach, als im Weihnachtsspiel in der Bodensee-Arena 6000 Zuschauer zugegen waren.

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