Swiss League
«Wenn du glaubst, du hättest die Punkte verdient, heisst das noch lange nicht, dass du sie auch kriegst»: Wie T.J. Brennan und der HC Thurgau den Playoff-Platz sichern wollen

Nach der 2:3-Niederlage vom Samstag in Langenthal steht für den HC Thurgau am Montagabend in La Chaux-de-Fonds viel auf dem Spiel. Beim Tabellenfünften aus Weinfelden herrscht vor dem Auswärtsspiel gegen den direkten Konkurrenten eine erstaunliche Gelassenheit. Das hat seine Gründe. Einer davon: der Amerikaner T.J. Brennan.

Matthias Hafen
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«Wir sind auf dem richtigen Weg»: Thurgaus amerikanischer Verteidiger T.J. Brennan hat viel Vertrauen in die Mannschaft.

«Wir sind auf dem richtigen Weg»: Thurgaus amerikanischer Verteidiger T.J. Brennan hat viel Vertrauen in die Mannschaft.

Bild: Claudio Thoma/Freshfocus

Der HC Thurgau befindet sich im Auge des Sturms. Um ihn herum wirbeln die direkten Kontrahenten wie wild. Und die letzten Punkte der Qualifikation fliegen nur so durch die Luft. So nah, dass sich die Thurgauer nach ihnen strecken. Aber so fern, dass sie dem HCT zuletzt entglitten. Nach dem 3:4 gegen Ajoie waren die Ostschweizer auch am Samstag bei 2:3 in Langenthal nahe an einem Sieg gegen einen Topklub der Swiss League. Doch erneut führten ärgerliche Fehler zur Niederlage.

Die Lage spitzt sich zu

(mat) Im Kampf um Platz sechs läuft in der Swiss League alles auf einen Showdown zwischen vier Teams heraus. Thurgau (5./66 Punkte) und Olten (6./64 Punkte) haben am Samstag beide verloren und müssen vier respektive für Olten drei Runden vor Schluss wieder um die direkte Qualifikation fürs Playoff bangen. Dies, weil die Verfolger La Chaux-de-Fonds (7./62 Punkte) und Visp (8./60 Punkte) gewonnen haben. Die Top 6 qualifizieren sich direkt für die Playoff-Viertelfinals. Die Teams auf den Rängen 7 bis 10 bestreiten nach 46 Runden erstmals ein sogenanntes Pre-Playoff im Best-of-3-Format.

Trotzdem herrscht im Auge des Sturms Ruhe. So viel Ruhe, dass das Interview mit T.J. Brennan nach dem Spiel zum tiefenentspannten Erlebnis wird. «Es fühlt sich nie gut an, wenn du verlierst», sagt der 31-jährige Amerikaner. «Aber wir sind auf dem richtigen Weg.»

T.J. Brennan schnallt den Werkzeuggürtel

Vier NHL-Jahre und fünf AHL-All-Star-Games hat Brennan schon erlebt. Wenn er sagt, «ich habe grosses Vertrauen in dieses Team», dann will das etwas heissen. Und obwohl Thurgau zuletzt zweimal Punkte liegengelassen hat, zeigte die Mannschaft zweimal viel Aufbauendes. «Wir betrachten die Dinge als Ganzes», sagt Brennan. «Deshalb werfen uns Abende wie diesen nicht aus der Spur.» Der frühere NHL-Profi, der den HC Thurgau wieder zum unangenehmen Herausforderer in der Liga gemacht hat, glaubt gar, dass ein Team zwischendurch so schmerzhafte Momente erleben muss, um zu wachsen.

Passend zum HC Thurgau nimmt Brennan das Bild des Handwerkers auf. «Spiele wie diese geben dir das Werkzeug in den Gürtel, das du später fürs Playoff brauchst.» Und solche Spiele mahnten auch, dass man nur mit harter Arbeit zum Erfolg komme. In jedem Spiel, in dieser Minute. «Selbst wenn du glaubst, du hättest die Punkte verdient, heisst das noch lange nicht, dass du sie auch kriegst», sagt Brennan.

Es ist die Übersee-Karriere, die dem Amerikaner in einer entscheidenden Phase der Swiss League so viel Coolness verleiht. Anstatt sich lange über verpasste Chancen und liegengelassene Punkte gegen Ajoie und Langenthal zu hintersinnen, denkt der Offensivverteidiger lieber über die nächste Herausforderung nach – in gewohnter Manier: «Jetzt wird das Spiel vom Montag in La Chaux-de-Fonds halt umso wichtiger für uns.» Die Partie in der Eishalle Mélèzes beginnt um 19.45 Uhr.

Thurgau hat es weitgehend selber in der Hand

Für den HC Thurgau spricht, dass er die vier Punkte Vorsprung auf Platz sieben mit den ausstehenden Direktduellen gegen La Chaux-de-Fonds und Olten selber verteidigen kann. Dafür braucht es aber deutlich bessere Starts als am Samstag in Langenthal. Dort lief in den ersten zwei Minuten für den HCT so ziemlich alles schief, was schief laufen konnte. Nach nur 56 Sekunden musste Goalie Nicola Aeberhard bereits hinter sich greifen, weil er einen ungefährlichen Weitschuss von Dario Kummer passieren liess. Und eine gute Minute später führte ein Fehler von Joel Scheidegger zu einem Shorthander für Langenthal. Diesen frühen Zweitorerückstand machten die Thurgauer trotz grossen Aufwandes bis zum Schluss nicht mehr wett. Der Auftritt gegen den Tabellendritten war aber die restlichen 58 Minuten lang so gut, dass der HC Thurgau vier Runden vor Schluss im Auge des Sturms verharrt. Ein höchst unangenehmer Ort. Aber ein Ort, an dem man in der Regel unbeschadet bleibt.