Swiss League
Torschützenkönig Ian Derungs verlängerte beim HC Thurgau, doch bleibt er auch?

Ian Derungs, der beste Torschütze des HC Thurgau und der ganzen Swiss League, bekennt sich zum HCT. Die jüngst erfolgte Vertragsverlängerung biete ihm die Möglichkeit, noch besser zu werden, sagt der 21-jährige Stürmer. Doch die HCT-Fans sollten sich nicht allzu früh freuen. Denn eine Hintertür lässt sich Derungs offen.

Matthias Hafen
Drucken
Teilen
Thurgaus Ian Derungs ist aktuell der beste Torschütze der gesamten Swiss League.

Thurgaus Ian Derungs ist aktuell der beste Torschütze der gesamten Swiss League.

Mario Gaccioli

Als Ian Derungs im letzten Spiel vor der Nationalmannschaftspause seinen bereits 16. Treffer für den HC Thurgau erzielte, war den Ostschweizern zu wünschen, dass Derungs für die Saison 2022/23 bereits unterschrieben hatte. Und prompt gab der Swiss-League-Klub aus Weinfelden nach dem Meisterschaftsunterbruch bekannt, dass Derungs seinen Kontrakt um ein Jahr verlängert habe.

Es war ein Vertragscoup des HCT, der damit den aktuell besten Torschützen der Liga (ex aequo mit Oltens Garry Nunn) ein weiteres Jahr an sich binden konnte. Und es war ein Zeichen dafür, dass Thurgau aus seinen Fehlern gelernt hat, mit denen es zuletzt Schlüsselspieler wie Verteidiger Joel Scheidegger und Goalie Nicola Aeberhard an die Konkurrenz verloren hatte.

Dank des HC Thurgau wird er immer besser

Für Ian Derungs selber schien es keine grosse Sache zu sein. Er sagt: «Ich fühle mich sehr wohl beim HC Thurgau. Ich bekomme hier viel Vertrauen und viel Eiszeit.» Etwas, das ihm in den zwei Jahren zuvor beim SC Langenthal gefehlt hat. «Ausserdem harmonieren Rickard Palmberg, Jonathan Ang und ich sehr gut als Sturmtrio.» Auch was die Trainer Stephan Mair und Beni Winkler angeht, ist der 21-jährige Stürmer voll des Lobes: «Sie helfen mir sehr dabei, mein Spiel kompletter zu machen.» Fakt ist aber auch, dass angeblich kein anderes Team am Überraschungsspieler der laufenden Swiss-League-Saison dran war. Jedenfalls sagt Derungs, der von Agent André Rufener betreut wird: «Ich hatte kein Angebot eines anderen Teams vorliegen.» Ein Zeichen dafür, dass die National-League-Klubs wenig Vertrauen ins Spielermaterial aus der unteren Liga haben. Und ein Beweis dafür, dass sich die Swiss-League-Klubs nicht aggressiv gegenseitig Spieler abjagen. Allzu früh sollte sich das Thurgauer Publikum dennoch nicht über den Verbleib seines Lieblings freuen. Denn der gebürtige Frauenfelder liess sich verständlicherweise eine Hintertür offen. «Bei einem Angebot aus der National League kann ich aus dem Vertrag aussteigen», sagt Derungs.

Derungs’ Traum ist eine Rückkehr nach Kloten

Und wenn man ihn nach seinen Träumen fragt, antwortet Derungs bescheiden: «Irgendwann wieder für Kloten zu spielen, nachdem ich dort den gesamten Nachwuchs durchlaufen habe.» Man sollte sich als HCT-Fan also gar nicht ausmalen, was passiert, wenn die Flughafenstädter Ende Saison aufsteigen. Da kommt es gar nicht so ungelegen, dass Derungs seit der Vertragsverlängerung in drei Spielen nicht mehr getroffen hat.

Ex-Thurgau-Goalie Nicola Aeberhard in die NLA berufen

So schnell kann’s gehen. Vergangene Saison spielte Torhüter Nicola Aeberhard noch für den HC Thurgau in der Swiss League. Am Dienstag steht der 26-Jährige auf dem Matchblatt der National-League-Partie Biel gegen Ajoie. Aeberhard, in dieser Saison eigentlich bei Thurgaus Ligakonkurrent La Chaux-de-Fonds unter Vertrag, wurde vom jurassischen Aufsteiger notfallmässig mittels B-Lizenz verpflichtet. Dies, weil Ajoie Viktor Östlund an Lausanne zurückgeben musste, den es zuvor mittels B-Lizenz verpflichtet hatte. Lausanne braucht Östlund in den nächsten vier bis fünf Wochen, um den verletzten Tobias Stephan zu ersetzen. Aeberhards Feuertaufe in der höchsten Liga steht damit nichts mehr im Weg. (mat)

Aktuelle Nachrichten