Swiss League
Thurgaus Kanadier Jonathan Ang steht mehr denn je im Scheinwerferlicht

Der kanadische Stürmer Jonathan Ang bestreitet mit dem HC Thurgau sein erstes Playoff seit seinen Juniorenzeiten. Am Mittwoch geht es los mit der Best-of-7-Viertelfinalserie gegen Langenthal. Für Ang eine ideale Plattform, um auf sich aufmerksam zu machen.

Matthias Hafen
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Jonathan Ang sieht mit dem HC Thurgau grosses Erfolgspotenzial im Playoff.

Jonathan Ang sieht mit dem HC Thurgau grosses Erfolgspotenzial im Playoff.

Bild: Mario Gaccioli (18. Februar 2021)

Time to shine – es ist Zeit, zu glänzen. Niemand versteht das besser als nordamerikanische Eishockeyprofis vor dem Playoff. Der HC Thurgau zählt im Viertelfinal gegen Langenthal auf einen Amerikaner und einen Kanadier, auf T.J. Brennan und Jonathan Ang. Auf beide ist der HCT besonders angewiesen, will er wie 2019 in die Halbfinals vorstossen. Am Mittwoch beginnt die Best-of-7-Serie im Oberaargau. Für den NHL-gedrafteten Ang ist es das erste Playoff überhaupt seit seinen Juniorenjahren.

Sein Ziel mit Thurgau? «To win it all.» Alles gewinnen, was es zu gewinnen gibt. Doch wie realistisch ist das mit dieser Mannschaft? «Absolut möglich», sagt der 23-jährige Stürmer trocken. Die vergangenen zwei Jahre mit Springfield in der AHL hat Ang kein Playoff bestritten. Der Viertelfinal mit Thurgau gegen Langenthal ist für ihn eine Erfahrung, auf die er sich seit seiner Ankunft Mitte Februar freut.

Interessante Mischung für Thurgaus Offensive

An die Eigenheiten der Swiss League hat sich der Kanadier mit malaysischen Wurzeln gewöhnt. Hier schätzt er, dass man den Puck länger halten kann als in Nordamerika. Dazu kommt sein überdurchschnittliches Tempo, sicher kein Nachteil auf der grösseren Eisfläche. Alles zusammen ergibt eine interessante Mischung für Thurgaus Offensive. «Ich versuche meinen Speed zu nutzen, um Raum für mich selber und meine Teamkollegen zu schaffen», sagt Ang. Wie mannschaftsdienlich er spielen kann, zeigt sich auch im Unterzahlspiel. Das Boxplay und vor allem das Powerplay sind beim HCT in dieser Saison erst seit der Ankunft von Brennan und Ang ernst zu nehmen. Sie haben das Niveau in diesen oft spielentscheidenden Phasen hinaufgeschraubt.

Der Säntis hat es Ang angetan

Kraft schöpft Ang aus der Natur. Schon mehrmals fuhr er in seiner Freizeit ins Säntisgebiet. Der fast schon obligate Satz «die Schweiz ist schön» rutscht ihm leicht über die Lippen. Doch dann hält er inne, versinkt kurz in Gedanken und fügt an: «Ehrlich gesagt, die Schweiz ist wirklich megaschön.»

Mit seinen 23 Jahren ist der Stürmer noch am Anfang seiner Karriere. Und vor allem ist er ein Mensch, der im Hier und Jetzt lebt. «Was früher war und was noch kommen wird, spielt für mich nicht so eine Rolle. Ich will den Moment geniessen», sagt er. Doch Jonathan Ang ist auch bei Thurgau, um sich international für einen neuen Profivertrag für nächste Saison aufzudrängen. Gleiches gilt für Verteidiger T.J.Brennan.

Zuletzt jedoch, da liess das Scoring von Thurgaus Ausländerduo zu wünschen übrig. Nach einem ansprechenden Start gelangen Ang in den letzten sechs Qualifikationsspielen gerade noch drei Assists. Brennan blieb in dieser Phase gar ganz ohne Skorerpunkt. Es ist also höchste Zeit, wieder zu glänzen. Wann, wenn nicht jetzt. Im Playoff.

SC Langenthal noch weniger von «Import-Toren» abhängig als der HC Thurgau

(mat) Der Playoff-Halbfinal zwischen Langenthal und Thurgau ist das Aufeinandertreffen zweier Teams, die weniger stark von ihren Ausländern abhängig sind als das Gros der Konkurrenz. Von den 167 Toren des SC Langenthal in der Regular Season gingen 29 auf das Konto des Finnen Eero Elo und des Amerikaners Jack Walker. Das sind 17,4 Prozent. Etwas höher ist die Quote beim HC Thurgau, wo der Amerikaner T. J. Brennan und die Kanadier Jonathan Ang, Brandon Hagel, Derek Hulak und Darcy Murphy 22,5 Prozent aller Treffer erzielten (27 von 120). Zum Vergleich: Ajoies Ausländerduo Devos/Hazen steuerte 33,7 Prozent aller Tore bei. Bei Olten sind es wie bei ­anderen Swiss-League-Teams knapp 30 Prozent. Während der HCT im Playoff zumindest auf ein einigermassen eingespieltes Ausländerduo zählen kann, bestreitet Langenthal die Postseason mit einem Kanadier, der noch keine einzige Partie für das Team bestritten hat. Die Oberaargauer holten fürs Playoff den zuvor Langzeitverletzten Zack Torquato von Ligakonkurrent Winterthur, nachdem der Tryout-Vertrag mit Jack Walker Ende Januar nicht mehr verlängert worden war.