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Spannung bis zur Schlusssirene: Der HC Thurgau gewinnt in Sierre 3:2

Der HC Thurgau verschläft im Auswärtsspiel gegen Sierre den Start, erspielt sich danach eine 3:0-Führung und muss am Ende noch um den Sieg bangen. Dank des 3:2-Erfolgs reisen die Ostschweizer aber mit gefühlten sechs Punkten nach Hause und können am Donnerstag gar den EHC Visp überholen.

Matthias Hafen aus Sierre
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Marco Forrer (hier im Spiel in Olten) und der HC Thurgau liessen sich von Sierre nicht in die Knie zwingen.

Marco Forrer (hier im Spiel in Olten) und der HC Thurgau liessen sich von Sierre nicht in die Knie zwingen.

Marc Schumacher/Freshfocus

In Sierre mag man es laut. Wenn der Stadion-DJ erst einmal loslegt, dann gerät die baufällige Eishalle Graben in Bewegung, so hat man das Gefühl. Doch der HC Thurgau schaffte es am Dienstagabend, das Walliser Tollhaus nach der Schlusssirene zum Verstummen zu bringen. 3:2 gewannen die Ostschweizer ihr Auswärtsspiel gegen den direkten Konkurrenten und reisten damit quasi mit sechs Punkten nach Hause. Auch zeigten die Thurgauer den Sierrois, was wirklich laut ist. Dann nämlich, als sie nach dem Spiel ihre eigene Musik in der Teamkabine auflegten und damit das ganze Stadion beschallten.

Der Megamix aus Opus, Modern Talking und Peter Schilling war die akustisch gewordene Erleichterung nach dem 3:2. Den Sieg verdiente sich der HC Thurgau mit viel Einsatz und Aufopferung in der abschliessenden Abwehrschlacht.

Start verschlafen, Spieldiktat übernommen

Den Start verschliefen die Gäste komplett, hatten Glück, dass sie in den ersten Minuten nicht in Rückstand gerieten. Erst in der achten Minute kam der HCT durch Adam Rundqvist zur ersten Torchance. Dann aber drehte das Spiel und Thurgau bestimmte die Pace. Rundqvists 1:0 in der 22. Minute war ein Glücksschuss. Aus der zweiten Reihe bezwang er Sierre-Goalie Remo Giovannini über dessen Schulter. Mit der Führung im Rücken drehte der HCT weiter auf – und zwang die Walliser zu teils katastrophalen Fehlern. Kurz nach Spielmitte schoben die Sierrois den Thurgauern in der eigenen Zone gleich dreimal den Puck zu. Ein Wahnsinn, dass der HCT aus diesen Möglichkeiten kein Tor machte.

Die zweite Strafe gegen Sierre führte dann aber zum beruhigenden 2:0. Ian Derungs traf in unnachahmlicher Art aus dem Slot, nachdem er von Dominik Binias perfekt angespielt worden war. Als dann Jonathan Ang zu Beginn des Schlussdrittels mit vollem Einsatz, am Ende aber doch glücklich das 3:0 erzielte, lief alles für den HC Thurgau. Jetzt konnte Sierre nur noch ein schnelles Tor zurück ins Spiel bringen. Prompt vergingen keine zwei Minuten, ehe Arnaud Montandon dem Heimteam im Powerplay mit dem 1:3 neues Leben einhauchte (45.). Und als Anthony Beauregard in der 56. Minute den ersten wirklich Abpraller des sicheren HCT-Goalies Luis Janett zum 2:3 verwertete, mussten die Gäste plötzlich wieder um ihren Lohn bangen.

Am Donnerstag winkt der vierte Platz

Doch Thurgaus Monsterprogramm mit vier Spielen innert sieben Tagen scheint dem Team von Trainer Stephan Mair nichts anzuhaben. Dabei muss Mair in diesen Tagen ziemlich jonglieren, was seine Aufstellung betrifft. In Sierre war Daniel Woger wieder dabei, dafür fehlten Dominic Hobi (wird Vater), Alain Bircher (zurück zu Rapperswil-Jona) und Goalie Bryan Rüegger (leichte Hirnerschütterung). Mit enormem Einsatz verteidigte der HCT den 3:2-Vorsprung bis zum Schluss. Damit festigte er nicht nur Platz fünf in der Tabelle. Er hat am Donnerstag um 20.00 Uhr daheim gegen Winterthur gar die Chance, Visp von Platz vier zu verdrängen.

Sierre – Thurgau 2:3 (0:0, 0:2, 2:1)

Graben – 1633 Zuschauer – SR Castelli/Gianinazzi, Micheli/Wermeille.
Tore: 22. Rundqvist (Schmutz, Spannring) 0:1. 34. Derungs (Binias, Palmberg/Ausschluss Rimann) 0:2. 44. Ang 0:3. 46. Arnaud Montandon (Castonguay, Maxime Montandon/Ausschluss Petrig) 1:3. 56. Beauregard (Arnaud Montandon, Bezina) 2:3.
Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Sierre, 3-mal 2 Minuten gegen Thurgau.
Sierre: Giovannini; Berthoud, Dozin; Meyrat, Maxime Montandon; Bezina, Anex; Brantschen; Dolana, Castonguay, Volejnicek; Rimann, Arnaud Montandon, Beauregard; Bernazzi, Bonvin, Heinimann; Dayer, Bougro, Margairaz; Schaller.
Thurgau: Janett; Parati, Soracreppa; Törmänen, Kühni; Schmutz, Forrer; Moor; Derungs, Palmberg, Ang; Spannring, Rundqvist, Woger; Hollenstein, Lehmann, Binias; Petrig, Fritsche, Bischofberger; Salamin.
Bemerkungen: Thurgau ohne Hobi (wird Vater), Rüegger, Fechtig, Loosli, Baumann (alle verletzt), Bircher (Rapperswil-Jona/NLA) und Senn (überzählig). Sierre ohne Fellay, Monnet und Wyniger (alle verletzt). – 10. Pfostenschuss Bonvin. – Sierre ab 58:30 mit sechstem Feldspieler anstelle des Goalies. –58:52 Timeout Sierre.

Nächstes Spiel. Donnerstag, 4. November, 20.00 Uhr: Thurgau – Winterthur.

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