Swiss League
Schonfrist für die lahmen Leuen: Der HC Thurgau bleibt trotz 0:2 Tabellenfünfter

Bei der Heimniederlage gegen Leader Kloten bleibt der HC Thurgau zum vierten Mal in Folge ohne Punkt. Weil in den anderen Stadien aber alles für die Ostschweizer läuft, haben sie ihr Playoff-Schicksal weiter in den eigenen Händen.

Matthias Hafen
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David Wildhaber und Goalie Bryan Rüegger wehren sich gegen Klotens Dominic Forget. Hinten sichern Dominic Hobi und Topskorer Joel Scheidegger ab.

David Wildhaber und Goalie Bryan Rüegger wehren sich gegen Klotens Dominic Forget. Hinten sichern Dominic Hobi und Topskorer Joel Scheidegger ab.

Bild: Mario Gaccioli

Der HC Thurgau bleibt im Rennen um die zwei letzten direkten Playoff-Plätze auf der Pole-Position. Trotz der 0:2-Heimniederlage am Mittwochabend gegen Kloten verteidigten die Ostschweizer ihren Rang in der Tabelle der Swiss League. Dies, weil auf den anderen Plätzen alles für den HCT lief. Der eine Verfolger La Chaux-de-Fonds (neu 8.) tauchte beim zweitplatzierten Ajoie 2:5. Visp (neu 6.) und Olten (7.) nahmen sich im Direktduell gegenseitig Punkte ab, da sich die Walliser erst in der Verlängerung 5:4 durchsetzten. Zwei Runden vor Schluss grüsst Thurgau damit noch immer von Platz fünf. Doch jetzt lauern gleich alle drei Verfolger mit nur einem Zähler Rückstand auf weitere Ausrutscher der Ostschweizer.

Der HCT tut also gut daran, schleunigst wieder zu einem druckvolleren Spiel mit mehr Torchancen zu finden. Gegen Kloten traten die Leuen wie schon am Montag in La Chaux-de-Fonds ziemlich zahnlos an. Defensiv solide genug, um nicht in eine Kanterniederlage zu laufen. Doch richtig gute Torchancen blieben auch diesmal Mangelware. Kommt hinzu, dass das Powerplay der Thurgauer kaum mehr für Gefahr sorgt. Selbst als sie im Schlussdrittel eine Minute und 27 Sekunden lang in doppelter Überzahl spielen konnten, fiel der Anschlusstreffer nicht. Mattia Hinterkircher vergab Zentimeter am Pfosten vorbei die beste Chance. Ansonsten konnte sich in Thurgaus Offensive nur Jonathan Ang hie und da in Szene setzen. Am nächsten an einem Treffer war der Kanadier im Mitteldrittel kurz vor dem 0:2. Bei einem Solovorstoss wurde Ang aber im letzten Moment von Victor Oejdemark und Ramon Knellwolf entscheidend bedrängt.

Zwei Geschenke führen zu Gegentoren

Dass der HC Thurgau nach zwei Dritteln 0:2 in Rückstand lag, war primär selbst verschuldet. Klotens Führungstreffer zum 1:0 (6.) ging ein haarsträubender Fehlpass von David Wildhaber quer durch die eigene Verteidigungszone voraus. Sein Puck wurde im Slot von Steve Kellenberger abgefangen, der nur noch Silvio Schmutz und Goalie Bryan Rüegger vor sich hatte und mit einem satten Schuss an beiden vorbei traf. Auch das 0:2 in der 34. Minute war ein Geschenk des HCT in Richtung Flughafenstadt. Torschütze Robin Figren wurde im Slot völlig alleine gelassen, als ihn Fabian Ganz anspielte. So einfach darf der Gegner nicht zu Toren kommen.

Kloten verteidigte gegen ein harmloses Thurgau mit einem Minimalaufwand die Leaderposition. Die wird besonders entscheidend, wenn das Playoff coronabedingt nicht ausgespielt werden kann. Der HCT kassierte mit dem 0:2 die vierte Niederlage in Folge. Eine so lange Negativserie hatten die Ostschweizer erst einmal in dieser Saison – Anfang Dezember, als sie innert neun Tagen gegen die GCK Lions (0:2), die EVZ Academy (0:4), Ajoie (0:1) und La Chaux-de-Fonds (1:4) punktlos blieben. Auch damals war die harmlose Offensive das Problem.

Dass im Schlussspurt die Chancen auf einen Sieg gegen Kloten nicht am grössten sind, zeigte der HC Thurgau schon mit der Aufstellung. So kehrte Bryan Rüegger nach elf Spielen Pause und ausgestandener Verletzung zurück ins Tor. Zudem wurde Verteidiger Bernhard Fechtig nicht eingesetzt. Angeblich, um ihm eine Ruhepause zu gönnen. Die Relevanz der Partie vom Freitag in Sierre und des Heimspiels vom Sonntag gegen Olten hat jedenfalls weiter zugenommen.

Thurgau – Kloten 0:2 (0:1, 0:1, 0:0)

Güttingersreuti, Weinfelden – SR Staudenmann/Hungerbühler, Betschart/Ammann.
Tore: 6. Kellenberger (Spiller) 0:1. 34. Figren (Ganz, Faille) 0:2.
Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Thurgau, 4-mal 2 Minuten gegen Kloten.
Thurgau: Rüegger; Brennan, Soracreppa; Wildhaber, Parati; Scheidegger, Molina; Schmutz; Rehak, Rundqvist, Ang; Baumann, Hobi, Janik Loosli; Wetli, Brändli, Hollenstein; Hinterkircher, Ness, Spannring; Bischofberger.
Kloten: Nyffeler; Janett, Oejdemark; Bartholet, Gähler; Kindschi, Ganz; Back, Steiner; Altorfer, Marchon, Forget; Knellwolf, Faille, Figren; Obrist, Füglister, Simek; Spiller, Kellenberger, Meyer.
Bemerkungen: Thurgau ohne Fechtig (Pause), Hulak, Moor, Moser, Mosimann, Schmuckli (alle verletzt), Fritsche, Kellenberger, Lanz, Schnyder (alle überzählig) und Michael Loosli (Rapperswil). Kloten ohne Truttmann (verletzt), Seiler, Brace, Guntern, Kälin, Staiger und Leone (alle überzählig). – 46:43 Timeout Thurgau. – Thurgau von 57:32 bis 58:28 und ab 58:45 ohne Goalie.

Nächstes Spiel. Freitag, 19.45 Uhr: Sierre – Thurgau.