Swiss League
Mit nur einem Ausländer ist für den HC Thurgau gegen den Leader nichts zu holen

Thurgau kassiert zu Hause gegen den EHC Kloten eine 1:4-Niederlage. Das Spiel verlor die Mannschaft von Trainer Stephan Mair im ersten Drittel. Danach spielte sie auf Augenhöhe mit dem Aufstiegsanwärter.

Matthias Hafen
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Thurgaus Verteidiger Florian Schmuckli wird an der Bande von Torschütze Dario Meyer bedrängt, der das siegbringende 2:1 für Kloten erzielte.

Thurgaus Verteidiger Florian Schmuckli wird an der Bande von Torschütze Dario Meyer bedrängt, der das siegbringende 2:1 für Kloten erzielte.

Mario Gaccioli

Thurgaus Trainer Stephan Mair muss sich vorkommen wie im Casino. Ein bisschen Roulette da, ein einarmiger Bandit dort und zwischendurch ein Würfelspiel: Hauptsache es wirbelt und ist zu einem guten Teil vom Glück abhängig. So etwa stellt man sich in diesen Tagen die Linienzusammenstellung beim HC Thurgau vor. Nicht, dass Mair keinen Plan hätte. Es zeugt von Coaching- Kunst, dass sein Kollektiv Leader Kloten bei der 1:4-Niederlage zwei Drittel lang Paroli bieten konnte. Denn Ausfall um Ausfall erschweren dem Südtiroler das konsistente Teambuilding auf dem Eis.

Für das Heimspiel vom Donnerstag erwischte es Derek Hulak. Wieder Hulak. Der Kanadier, der schon die ersten acht Saisonspiele aufgrund einer Hirnerschütterung fehlte, beklagt aufgrund der gleichen Verletzung erneutes Unwohlsein. Kein gutes Zeichen für den weiteren Verlauf der Saison.

42 Prozent aller Spiele fehlte ein Ausländer

Der HCT und seine Ausländer, das ist in dieser Saison sowieso eine aussergewöhnliche Geschichte. Zuerst muss Darcy Murphy während Hulaks Absenz den ganzen Erwartungsdruck alleine abfedern, bevor er Thurgau schliesslich Richtung Polen verlässt. Dann kann mit Brandon Hagel ein grosses NHL-Talent verpflichtet werden. Doch auch diese Liaison ist nur von kurzer Dauer. Jetzt, da mit T.J. Brennan bereits der vierte Ausländer da ist, fällt wiederum Hulak aus. Elf seiner bislang 26 Partien musste der HC Thurgau mit nur einem Ausländer bestreiten, 42 Prozent aller Spiele. Eine grosse Bürde.

NLA-Profi Michael Loosli (rechts, im Zweikampf mit Klotens Juraj Simek) spielte wieder einmal für Thurgau, im Gegenzug rief Rapperswil-Jona Frantisek Rehak zu sich zurück.

NLA-Profi Michael Loosli (rechts, im Zweikampf mit Klotens Juraj Simek) spielte wieder einmal für Thurgau, im Gegenzug rief Rapperswil-Jona Frantisek Rehak zu sich zurück.

Mario Gaccioli

Gegen Kloten fehlte denn auch die Kompaktheit auf dem Eis, die Grandezza eines gut eingespielten Teams. Thurgaus Topskorer Frantisek Rehak war vom NLA-Klub Rapperswil-Jona zurückbeordert worden, dafür spielte Rappis Michael Loosli wieder beim HCT. Das Heimteam liess sich aber nie abhängen. Der Zweitorerückstand aus dem ersten Drittel war jedoch eine zu grosse Hypothek. Auch, weil die ganz gefährlichen Torchancen an diesem Abend fehlten. Der Amerikaner Brennan hatte das frühe 0:1 durch Andri Spiller in der sechsten Minute egalisiert. Danach trafen nur noch die Klotener: Dario Meyer (12.), Eric Faille (17.) und nochmals Faille ins leere Tor (59.). Damit spürt der Tabellensechste Thurgau La Chaux-de-Fonds wieder deutlicher im Nacken.

Der nächste Gegner ist im Tief

(mat) Nach dem eingeschobenen Heimspiel gegen Kloten geht es für den HC Thurgau morgen Samstag um 15.45 Uhr bei der EVZ Academy weiter. Die zehntplatzierten Zuger haben die letzten vier Begegnungen allesamt verloren. Aus den vergangenen zehn Partien resultierte gerade einmal ein Sieg. Gegen den HCT allerdings gab die Nachwuchsequipe des National-League- Klubs stets eine gute Figur ab. Zuletzt, am 5.Dezember, gewann sie in der Güttingersreuti 4:0. Die beiden Thurgauer Siege zuvor fielen mit 2:0 (in Weinfelden) und 3:2 nach Verlängerung (in Zug) äusserst knapp aus.

Thurgau – Kloten 1:4 (1:3, 0:0, 0:1)

Güttingersreuti, Weinfelden – Keine Zuschauer – SR Eichmann/Borga, Wermeille/Pitton.
Tore: 1. (0:38) Spiller (Marchon, Figren) 0:1. 6. Brennan (Hobi, Soracreppa) 1:1. 12. Meyer (Steiner, Obrist) 1:2. 17. Faille (Spiller, Figren) 1:3. 59. Faille 1:4 (ins leere Tor).
Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Thurgau, 4-mal 2 Minuten plus 10 Minuten (Kindschi)gegen Kloten.
Thurgau: Rüegger; Scheidegger, Fechtig; Schmuckli, Kellenberger; Brennan, Soracreppa; Schnyder; Hinterkircher, Hobi, Spannring; Hollenstein, Rundqvist, Mosimann; Michael Loosli, Brändli, Janik Loosli; Bischofberger, Fritsche, Lanz; Baumann.
Kloten: Nyffeler; Bartholet, Gähler; Ganz, Janett; Kindschi, Back; Steiner, Seiler; Spiller, Faille, Figren; Forget, Marchon, Altorfer; Knellwolf, Kellenberger, Simek; Meyer, Obrist, Staiger.
Bemerkungen: Thurgau ohne Hulak, Moor, Moser, Parati, Schmutz, Wildhaber (alle verletzt) und Rehak (Rapperswil-Jona/NLA), dafür mit Michael Loosli (Rapperswil-Jona/NLA). Kloten ohne Füglister, Truttmann, Wetli, Kälin und Stämpfli (alle überzählig). – 57:43 Timeout Thurgau, danach bis 58:33 ohne Goalie.

Nächstes Spiel. Samstag, 16. Januar, 15.45 Uhr: EVZ Academy – Thurgau.