Swiss League
Leader Ajoie kann kommen: Der HC Thurgau ist derzeit nicht zu bremsen

Gegen die GCK Lions blamiert sich der HC Thurgau kein zweites Mal und gewinnt 5:2. Die Ostschweizer müssen jedoch auch diesmal viel investieren, bevor sie im Schlussdrittel auf die Siegerstrasse einbiegen.

Matthias Hafen aus Küsnacht
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Mit seinen zwei Toren machte Thurgaus kanadischer Stürmer Jonathan Ang (links, gegen Roman Schlagenhauf) aus dem 1:2 ein 3:2.

Mit seinen zwei Toren machte Thurgaus kanadischer Stürmer Jonathan Ang (links, gegen Roman Schlagenhauf) aus dem 1:2 ein 3:2.

Bild: Mario Gaccioli (Küsnacht, 14. Februar 2021)

Thurgaus Revanche ist geglückt. Acht Tage nach der 2:8-Schmach auswärts gegen die GCK Lions gewannen die Ostschweizer am Montagabend an gleicher Stätte 5:2. Den deutlichen Auswärtssieg gegen das Zürcher Farmteam musste sich der HCT jedoch hart erkämpfen. Erst zehn Minuten vor Schluss zeichnete sich der Vollerfolg ab. Weil Thurgau viel investierte und das Spiel von Anfang an prägte, war der vierte Sieg in Folge, der siebte aus den vergangenen acht Partien, hochverdient.

Mit dem 5:2 machten die Thurgauer nicht nur ihrem Assistenztrainer Beni Winkler ein Geburtstagsgeschenk – in erster Linie beschenkten sie sich selber. Denn sechs Runden vor Abschluss der Qualifikation beträgt der Vorsprung der fünftplatzierten Ostschweizer auf Rang sieben weiterhin acht Punkte. Trotz des schwierigen Schlussprogramms kommt für Thurgau die direkte Qualifikation fürs Playoff in greifbare Nähe.

Sind die Schiris unsouverän, ist es auch der HC Thurgau

Gegen die GCK Lions trat der HCT deutlich stabiler auf als vor gut einer Woche. Die schnelle Pace des Heimteams gingen die Gäste von Anfang an mit. Und ihr hartnäckiges Forechecking zahlte sich noch im ersten Drittel aus. Lions-Verteidiger Samuel Lukas Widmer verlor den Puck an der eigenen blauen Line an T.J. Brennan. Der Amerikaner in Diensten des HCT stürmte auf GCK-Goalie Robin Zumbühl zu – und setzte den Puck neben das Tor. Die Scheibe prallte jedoch von der Bande zurück vors Tor, wo sie Zumbühl selber ins Netz bugsierte (18.).

Kevin Kühni kehrt zu Thurgau zurück

(mat) Die erste Neuverpflichtung des HC Thurgau für die Saison 2021/22 heisst Kevin Kühni. Der 28-jährige Verteidiger wechselte vom Ligakonkurrenten La Chaux-de-Fonds zu den Ostschweizern. Kühni unterschrieb beim HCT für eine Saison. Für den 1,91 Meter grossen und fast 90 Kilo schweren Winterthurer ist es eine Rückkehr nach Weinfelden. Von 2014 bis 2016 hatte er bereits im Dress der Leuen gespielt. Unvergessen sind seine Auftritte im Playoff 2015/16 gegen Qualifikationssieger Rapperswil-Jona (3:4). Im dritten Spiel der Viertelfinalserie hatte Kühni die Vorarbeit zum Overtime-Gamewinner von Johannes Bischofberger geleistet. Zwei Tage später, beim 3:2-Sieg in Weinfelden (und der 3:1-Führung in der Serie), hatte sich Kühni nach der Schlusssirene mit Rapperswils Cyrill Geyer eine epische Schlägerei geliefert.

Zu Beginn des Mitteldrittels bestätigte sich eine Erkenntnis, die schon länger zu beobachten ist in dieser Saison. Zum einen fällen die Schiedsrichter auffällig oft in Spielen des HCT fragwürdige Entscheide, haben vor allem keine Linie, an denen sich die Spieler orientieren können. Zum anderen aber lassen sich die Thurgauer dadurch auch viel zu sehr aus der Ruhe bringen. Als drei (!) Sekunden nach Wiederbeginn Jonathan Ang auf die Strafbank musste und ihm eine Minute später David Wildhaber folgte, witterten die GCK Lions, die diesmal ohne Ryan Hayes (beim ZSC) und damit ohne Ausländer antraten, ihre grosse Chance. In doppelter Überzahl glich Routinier Corsin Casutt aus. Und als Wildhaber noch immer in der Kühlbox sass, fiel das 2:1 – wieder durch Casutt. Diesmal hatte HCT-Goalie Nicola Aeberhard den Puck ins eigene Tor abgelenkt.

Jonathan Ang dreht die Partie

Nach zehn Minuten der Unsicherheit fing sich Thurgau wieder. Ang verwertete kurz nach Spielmitte einen Nachschuss zum 2:2 (32.). Und mit seinem zweiten Treffer des Abends, in gleicher Manier aber diesmal im Powerplay, rollte der Kanadier in der 45. Minute den Teppich aus zum Sieg. Jetzt war der Bann gebrochen. Mit Weitschüssen von Patrick Spannring (50.) und Joel Scheidegger (abgelenkt durch Frantisek Rehak/52.) kam der HCT zum letztlich souveränen 5:2. Leader Ajoie kann am Mittwoch kommen.

GCK Lions – Thurgau 2:5 (0:1, 2:1, 0:3)

Kunsteisbahn, Küsnacht – Keine Zuschauer – SR Erard/Jordi, Bichsel/Nater.
Tore: 18. Brennan (Eigentor Zumbühl) 0:1. 22. (21:19) Casutt (Meier/Ausschlüsse Ang, Wildhaber) 1:1. 23. (22:36) Casutt (Eigentor Aeberhard/Ausschluss Wildhaber) 2:1. 32. Ang (Brennan) 2:2. 45. Ang (Brennan, Scheidegger/Ausschluss Meier) 2:3. 50. Spannring (Hobi) 2:4. 52. Rehak (Scheidegger) 2:5.
Strafen: je 7-mal 2 Minuten.
GCK Lions: Zumbühl; Büsser, Braun; Meier, Andersson; Samuel Lukas Widmer, Burger; Gabriel Widmer, Landolt; Simic, Schlagenhauf, Graf; Casutt, Mettler, Brüschweiler; Arnicans, Christen, Berri; Spring, Chiquet, Berni.
Thurgau: Aeberhard; Brennan, Soracreppa; Wildhaber, Fechtig; Scheidegger, Molina; Schmutz; Hinterkircher, Ang, Janik Loosli; Lanz, Hobi, Spannring; Rehak, Rundqvist, Hollenstein; Wetli, Brändli, Baumann; Fritsche.
Bemerkungen: GCK Lions ohne Hayes (USA), Rautiainen (FIN) und Riedi (alle ZSC Lions/NLA), Capaul, Mathew, Suter und Zimmermann (alle verletzt). Thurgau ohne Bischofberger (gesperrt), Hulak, Moor, Moser, Mosimann, Parati, Rüegger, Schmuckli (alle verletzt), Michael Loosli (Rapperswil-Jona/NLA), Kellenberger und Schnyder (beide überzählig).

Nächstes Spiel. Mittwoch, 20.00 Uhr: Thurgau – Ajoie.