Swiss League
Im Stile eines Spitzenteams: Der HC Thurgau gewinnt auswärts gegen Visp 4:2

Beim Auswärtserfolg gegen Visp bringt nicht einmal ein kassierter Shorthander die Maschinerie des HC Thurgau ins Stocken. In einem Spiel, in dem sich die beiden Toplinien weitgehend neutralisieren, treten die Österreicher Patrick Spannring und Daniel Woger ins Rampenlicht.

Matthias Hafen aus Visp
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Jonathan Ang (links, im ersten Heimspiel gegen Visp) und der HC Thurgau setzten sich nach zwei Heimsiegen gegen die Walliser nun auch auswärts durch.

Jonathan Ang (links, im ersten Heimspiel gegen Visp) und der HC Thurgau setzten sich nach zwei Heimsiegen gegen die Walliser nun auch auswärts durch.

Mario Gaccioli (28. September 2021)

Wenn’s läuft, dann läuft’s. Und wenn nicht, dann bringt es der HC Thurgau zum Laufen. So am Sonntagabend in Visp, wo die Ostschweizer 4:2 siegten. Gegen den Tabellensechsten aus dem Wallis, der gemessen an Verlustpunkten vor dem HCT klassiert ist, resultierte der dritte Sieg im dritten Direktvergleich in dieser Saison. Und Thurgau festigte damit seinen Platz direkt hinter den Spitzenteams Olten und Kloten.

Mit einer Attitüde, die von Selbstvertrauen und gutem Teamgeist zeugt, stieg der HCT in die Partie. Die Gäste machten keine Anstalten, den Vispern das Spieldiktat zu überlassen. Im Gegenteil: Jonathan Ang hätte bereits in der dritten Minute die Führung erzielen können. Weil die Walliser nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge etwas gutzumachen hatten, entwickelte sich eine unterhaltsame Partie mit zahlreichen Torchancen.

Thurgau nimmt das Heft schon früh in die Hand

Der Vorteil lag im ersten Drittel aber eindeutig bei Thurgau. Daniel Woger (7.), Dominik Binias, der nach einem Sololauf übers halbe Feld den Puck an den Pfosten setzte (10.) und Verteidiger Patrick Parati (16.) hatten beste Chancen. Tauchten zwischendurch die Visper vor dem HCT-Tor auf, wehrte Goalie Noël Bader, der für diese Partie vom NLA-Partnerteam Rapperswil-Jona zur Verfügung gestellt worden war, bravourös ab.

Man musste bereits befürchten, dass sich die Thurgauer für das starke Startdrittel nicht belohnten, als Aaro Törmänen drei Minuten vor der Pause mit einem Schlagschuss von der blauen Linie zur 1:0-Führung traf. Und als nur 50 Sekunden nach Wiederanspiel im zweiten Drittel Patrick Spannring nach einem bösen Fehler von Fadri Riatsch das 2:0 erzielte, lief die HCT-Maschinerie gar wie geschmiert.

Als wäre nichts gewesen, auf Unterzahltor reagiert

Die Gäste erspielten sich nun Grosschance um Grosschance. Thurgaus Statistiker auf der Tribüne schlug die Hände über dem Kopf zusammen, als Fabio Hollenstein und Ian Derungs innert weniger Sekunden das sichere 3:0 verpassten. Stattdessen kam Visp zurück ins Spiel. Linus Klasen verwertete einen Abpraller vor Goalie Bader zum 1:2 (25.). Keine 20 Sekunden später musste Visps Sandro Brügger auf die Strafbank. Ein Missverständnis zwischen Derungs und Adam Rundqvist führte aber zu einem Shorthander durch Stefan Mäder – 2:2.

Daniel Woger (rechts, gegen Valentin Pilet im zweiten Heimspiel gegen Visp) erzielte am Sonntag den siegbringenden Powerplay-Treffer zum 3:2.

Daniel Woger (rechts, gegen Valentin Pilet im zweiten Heimspiel gegen Visp) erzielte am Sonntag den siegbringenden Powerplay-Treffer zum 3:2.

Mario Gaccioli (19. Oktober 2021)

Normalerweise braucht es ein ganzes Team an Mentaltrainern, um das im Kopf zu überwinden. Denn jetzt waren das Publikum und das Heimteam im Spiel angekommen. Doch im Stile einer Spitzenmannschaft liessen sich die Thurgauer nichts anmerken und erzielten mit der nächsten Powerplayformation das 3:2. Woger hatte auf Zuspiel von Spannring getroffen. Die beiden Österreicher müssen auf der Carfahrt nach Visp einen ganzen Pack Energieriegel verdrückt haben, so wie sie gerackert hatten. Wogers Tor nur 52 Sekunden nach dem 2:2 bedeutete für Thurgau schliesslich den Sieg. Denn im Schlussdrittel zeigte der zurückgedrängte HC Thurgau auch im Verteidigen Grösse. Rickard Palmberg besiegelte mit dem 4:2 ins leere Tor den verdienten Auswärtssieg.

Lorenz Kienzle zum EHC Visp

Verteidiger Lorenz Kienzle hat einen neuen Klub gefunden. Nach seiner Kreuzbandverletzung heuert der bisherige HC-Davos-Profi nun beim EHC Visp in der Swiss League an, wo er in etwa einer Woche erstmals zum Einsatz kommen soll. Bei den Wallisern unterschrieb der 33-jährige Thurgauer auch einen Anschlussvertrag für die Saison 2022/23. (mat)

Visp – Thurgau 2:4 (0:1, 2:2, 0:1)

Lonza-Arena – 2367 Zuschauer – SR Potocan/Jordi, Micheli/Wermeille.
Tore: 17. Törmänen (Moor) 0:1. 21. (20:50) Spannring (Rundqvist) 0:2. 25. (24:37) Klasen (Pilet, Furrer) 1:2. 26. (25:31) Mäder (Ausschluss Brügger!) 2:2. 27. (26:23) Woger (Spannring/Ausschluss Brügger) 2:3. 60. (59:50) Palmberg (Ang) 2:4 (ins leere Tor).
Strafen: je 3-mal 2 Minuten.
Visp: Matteo Ritz; Pilet, Furrer; Casserini, Steiner; Eggenberger, Fuchs; Schirjajew, Olausson, Klasen; Burgener, Haas, Kuonen; Riatsch, Brügger, Merola; Mäder, Spinell.
Thurgau: Bader; Soracreppa, Forrer; Parati, Moor; Törmänen, Kühni; Senn; Derungs, Palmberg, Ang; Spannring, Rundqvist, Woger; Petrig, Lehmann, Hollenstein; Bischofberger, Fritsche, Binias; Salamin.
Bemerkungen: Visp ohne Haberstich (gesperrt), Ahlström, Brunner, Camperchioli, Lory, Lütolf und Andy Ritz (alle verletzt). Thurgau ohne Hobi, Schmutz (beide krank), Fechtig, Loosli, Baumann (alle verletzt), Rüegger und Bircher (beide Rapperswil-Jona/NLA). – 10. Pfostenschuss Binias. – 57:32 Time-out Visp. – Visp von 57:43 bis 59:50 mit zusätzlichem Feldspieler anstelle des Goalies.

Nächstes Spiel. Dienstag, 30. November, 20.00 Uhr: Thurgau – Ticino Rockets.

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