Swiss League
Hitchcock hext zwischen den Pfosten: Thurgaus Goalie sorgt in der Ajoie für Hochspannung

Bei der 0:1-Niederlage auswärts gegen den HC Ajoie hält Nicola Aeberhard den HC Thurgau bis am Schluss im Spiel. Seine Teamkollegen schaffen es aber nicht, den Gegentreffer aus der 21. Minute zu korrigieren.

Matthias Hafen aus Pruntrut
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Thurgaus Goalie Nicola Aeberhard liess sich nur einmal bezwingen. Doch das reichte für eine weitere Niederlage der Ostschweizer.

Thurgaus Goalie Nicola Aeberhard liess sich nur einmal bezwingen. Doch das reichte für eine weitere Niederlage der Ostschweizer.

Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Pruntrut, 24. November 2020)

Der HC Thurgau ist im Tief. Zweifellos. Das 0:1 gegen den HC Ajoie war die dritte Niederlage in Folge, die fünfte in den vergangenen sechs Spielen. Zuletzt hatte der HCT im Playoff 2019/20 gegen den EHC Visp drei Partien hintereinander verloren. Doch selbst in dieser Baisse sind die Thurgauer zu Überraschungen gut. Die Begegnung am Dienstagabend in der Ajoie hatten sie ja eigentlich schon vor dem Anspiel verloren. Mit acht Verletzten zu Hause, davon vier Stammverteidiger, liegt gegen die beste Offensive der Liga in der Regel nichts drin. Zur Erinnerung: Die vergangenen drei Partien hatte der HC Ajoie mit 10:1 (in Winterthur), 7:3 (in Sierre) und 8:1 (gegen die Ticino Rockets) gewonnen. Und jetzt also das 1:0 gegen den HC Thurgau. Das will so gar nicht ins Bild passen.

Doch die Thurgauer rissen sich im äussersten Jurazipfel zusammen, machten das Beste aus ihrer Situation und blieben buchstäblich bis in die Schlusssekunden im Spiel. Mit einem sechsten Feldspieler anstelle des Goalies trugen sie einen Bilderbuchangriff vor, der zwei Sekunden vor Spielende in einem Lattenschuss von Jan Mosimann gipfelte. Mit etwas Glück hätte da auch der 1:1-Ausgleichstreffer fallen können.

Doppelte Überzahl bleibt ungenutzt

Doch mit dem Toreschiessen tat sich der HCT ebenso schwer wie beim 0:4 vor zwei Wochen an gleicher Stätte. In der gefälligen Startviertelstunde hatte Thurgau zwar noch die besseren Chancen. Hobi, Hinterkircher, Hagel, Brändli und Lanz vergaben aber alle. In dieser Phase hätten die Gäste mehr aus dem Spiel holen sollen. Danach waren sie vor allem auf eine grandiose Leistung ihres Goalies Nicola Aeberhard angewiesen, der sich nach zwölf Sekunden im zweiten Drittel durch Philip-Michael Devos zum einzigen Mal bezwingen liess. Der 25-jährige Aeberhard machte zwischen den Pfosten einen auf Hitchcock und verlieh der Partie, die sonst keinerlei Ausstrahlung hatte, Hochspannung. Seine Big Saves liessen den HCT bis zum Schluss auf einen Punktgewinn hoffen. Dass es damit am Ende nicht klappte war auch am schwachen Powerplay der Ostschweizer geschuldet.

Nebst Mosimanns Lattenschuss ganz am Schluss hatte Thurgau in der 44. Minute die beste Gelegenheit auf den 1:1-Ausgleich, als mit Arnaud Schnegg und Topskorer Jonathan Hazen gleich zwei Ajoulots auf der Strafbank sassen. Doch auch das einberufene Timeout von HCT-Coach Stephan Mair machte das 5-gegen-3-Überzahlspiel seiner Mannschaft nicht besser. Der Kanadier Derek Hulak, der wegen Spielermangels einmal mehr als Verteidiger eingesetzt wurde, haute im entscheidenden Moment über den Puck.

Moor fällt länger aus, Rehak bald wieder zurück

Die Niederlage in der Ajoie kam sicher nicht unerwartet, auch wenn sich der Gegner auf das Minimum beschränkte. Dennoch ist der HC Thurgau an einem Wendepunkt in dieser Saison. Die Formkurve zeigt steil nach unten. Und das Verletzungspech nimmt kein Ende. Mit Misha Moor, der sich im Spiel gegen die EVZ Academy weh getan hat, fällt ein weiterer Stammverteidiger wochenlang aus. Und auch Frantisek Rehak kam in der Ajoie verletzungsbedingt nicht zum Einsatz. Er sollte immerhin am Donnerstag, im Heimspiel gegen den HC La Chaux-de-Fonds, wieder mit von der Partie sein. Dann gilt es, den Negativtrend in diesen schwierigen Tagen zu stoppen.

Ajoie – Thurgau 1:0 (0:0, 1:0, 0:0)

Voyeboeuf, Pruntrut – Keine Zuschauer – SR Stolc (SVK)/Mollard, Gnemmi/Pitton.
Tore: 21. (20:12) Devos (Rouiller) 1:0. Strafen: je 5-mal 2 Minuten.
Ajoie: Wolf; Pouilly, Rouiller; Eigenmann, Birbaum; Hauert, Casserini; Hofmann; Muller, Devos, Hazen; Joggi, Frossard, Frei; Schmutz, Mäder, Huber; Roberts, Guichard, Camichel; Schnegg.
Thurgau: Aeberhard; Schmuckli, Hulak; Scheidegger, Schmutz; Fechtig, Molina; Schnyder; Hagel, Rundqvist, Mosimann; Hinterkircher, Hobi, Spannring; Lanz, Fritsche, Hollenstein; Kellenberger, Brändli, Bischofberger.
Bemerkungen: Ajoie ohne Macquat (verletzt) und Zwissler (überzählig). Thurgau ohne Murphy (überzählig), Rehak, Moor, Soracreppa, Parati, Wildhaber, Janik Loosli, Baumann, Moser (alle verletzt), Michael Loosli und Schweri (beide Rapperswil-Jona/NLA). – 60. (59:58) Lattenschuss Mosimann. – 43:26 Timeout Thurgau. – Thurgau ab 59:20 ohne Goalie, dafür mit sechstem Feldspieler.

Nächstes Spiel: Donnerstag, 20.00 Uhr, Thurgau – La Chaux-de-Fonds