Swiss League
Gegnerischer Goalie verpasst Spielbeginn: Der HC Thurgau bodigt den EHC Winterthur 5:0 und klettert auf Platz 4

In einem Spiel, in dem der gegnerische Goalie den Beginn verpasst, weil er im Taxi zwischen Langnau und Weinfelden steckt, macht der HC Thurgau das Wesentliche richtig und überholt in der Tabelle den EHC Visp.

Matthias Hafen
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Topskorer Jonathan Ang (links) und Ian Derungs bejubeln die frühe Führung des HC Thurgau.

Topskorer Jonathan Ang (links) und Ian Derungs bejubeln die frühe Führung des HC Thurgau.

Mario Gaccioli

Mammut, Monster, Mega: Mann muss die letzten Tage des HC Thurgau mit diesen Worten beschreiben. Und sie passen nicht nur auf das beinharte Programm mit vier Spielen innert sieben Tagen. Die Ausbeute des HCT gegen La Chaux-de-Fonds, Olten, Sierre und Winterthur hat die gleiche Bezeichnung verdient. Neun Zähler holte die Equipe des Trainerduos Mair/Winkler in dieser kurzen Zeit und gehört nun sogar zum Spitzenquartett der Swiss League.

Mit dem abschliessenden 5:0-Heimsieg am Donnerstag gegen Winterthur überholte Thurgau in der Tabelle das Starensemble des EHC Visp und grüsst neu vom vierten Platz – zumindest bis am Samstag Visp den EHC Winterthur empfängt. Auf jeden Fall sind zehn Siege aus 18 Begegnungen eine sehr beachtliche Ausbeute des HC Thurgau, erinnert man sich daran, wie stark Headcoach Stephan Mair sein Kader auch im vergangenen Sommer wieder umbauen musste.

Jonathan Angs Klasse bringt den HCT 2:0 in Führung

Doch der Südtiroler und seine jungen Wilden gefallen in dieser Saison erneut. Der 5:0-Erfolg gegen Winterthur war natürlich keine Meisterleistung. Er beeindruckte in erster Linie deshalb, weil die Thurgauer sichtlich gezeichnet waren von den Strapazen aus den Tagen zuvor und dennoch nie Zweifel am Sieger aufkommen liessen. Angeführt vom pfeilschnellen Topskorer Jonathan Ang drängten sie früh auf eine Vorentscheidung. Nach fünf Minuten schnappte Ang den verdutzten Winterthurern Ari Shane Birchler und Virgile Thévoz im Angriffsaufbau den Puck weg und bediente Ian Derungs, der zum 1:0 einschoss. Das 2:0 in der zehnten Minute war ein noch viel grösseres Geschenk der Gäste. Im Powerplay nahm Ang in der eigenen Zone Anlauf und tänzelte durch die gegnerischen Reihen, als stünde ihm ein Novizenteam gegenüber. Winterthurs bedauernswertem Goalie Tim Baumann liess er ebenfalls keine Chance.

Dominic Hobi (links, gegen Winterthurs Mick Schüpbach) reihte sich ebenfalls unter die Torschützen.

Dominic Hobi (links, gegen Winterthurs Mick Schüpbach) reihte sich ebenfalls unter die Torschützen.

Mario Gaccioli

Der zugegeben stark verletzungsgeplagte EHC Winterthur hinterliess an diesem Abend den Eindruck einer Amateurmannschaft. Goalie Tim Baumann, Langnaus U20-Torhüter ohne jegliche Swiss-League-Erfahrung, kam als Notnagel direkt mit dem Taxi aus dem Emmental angerauscht und verpasste deswegen den Beginn der Partie. Die ersten 228 Sekunden stand Yanick Brennwald, Winterthurs U20-Goalie, im Tor. Auf dem Feld bemühte sich der aktive Stürmer Timo Braus, doch dem Rest des Teams fehlte irgendwie der Saus. Der finnische Headcoach Teppo Kivelä musste auf zu viele verletzte Schlüsselspieler verzichten. In dieser Verfassung hätte Winterthur selbst in der MySports League Mühe, zu bestehen.

Ein Doppelschlag von Hobi und Törmänen entscheidet die Partie

Dem HC Thurgau konnte man an diesem Abend einzig vorwerfen, nicht früher die Entscheidung herbeigeführt zu haben. Denn auch im letzten Drittel lautete das Skore noch 2:0. Und Winterthur hätte mit einem Lucky Punch jederzeit in die Partie zurückkehren können. Erst eine Druckphase gut zehn Minuten vor Schluss brachte die Tore zum 4:0. Innert 67 Sekunden trafen Dominic Hobi – herrlich lanciert von Daniel Woger – und Aaro Törmänen mit einem Schuss von der blauen Linie. Das Powerplay-Tor zum 5:0 durch Rickard Palmberg und Dominik Binias war die Zugabe für das letzte Spiel vor der zwölftägigen Meisterschaftspause.

Thurgau – Winterthur 5:0 (2:0, 0:0, 3:0)

Güttingersreuti, Weinfelden – 702 Zuschauer – SR Anna Maria Wiegand/Staudenmann, Nater/Francey.
Tore: 6. Derungs (Ang) 1:0. 10. Ang (Parati/Ausschluss Neuenschwander) 2:0. 49. (48:03) Hobi (Woger, Schmutz) 3:0. 50. (49:10) Törmänen (Rundqvist) 4:0. 56. Palmberg (Binias, Ang/Ausschluss Haldimann) 5:0.
Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Thurgau, 4-mal 2 Minuten gegen Winterthur.
Thurgau: Janett; Parati, Soracreppa; Schmutz, Forrer; Törmänen, Kühni; Moor; Derungs, Palmberg, Ang; Spannring, Hobi, Woger; Lehmann, Rundqvist, Binias; Petrig, Fritsche, Hollenstein; Salamin.
Winterthur: Brennwald; Engeler, Sigg; Harlacher, Hunziker; Pozzorini, Schüpbach; Thévoz, Birchler; Braus, Pompei, Haldimann; Bozon, Wilkins, Lekic; Campagna, Valenza, Mainot; Markun, Neuenschwander, Schwegler.
Bemerkungen: Thurgau ohne Bircher (Rapperswil-Jona/NLA), Rüegger, Fechtig, Loosli, Baumann (alle verletzt), Bischofberger und Senn (beide überzählig). Winterthur ohne Staiger, Zwissler, Rutz, Gerber, Bamert, Burkhalter, Hofstetter, Oana und Minder (alle verletzt). – 15. Pfostenschuss Bozon.

Nächstes Spiel. Dienstag, 16. November, 19.45 Uhr: EVZ Academy – Thurgau.

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