Swiss League
«Ein, zwei Tore mehr wären schon hilfreich»: HC-Thurgau-Goalie Nicola Aeberhard hofft heute in Langenthal auf seine Vorderleute

Im Playoff-Viertelfinal gegen Langenthal spielt Thurgaus Torhüter Nicola Aeberhard gross auf, hält sein Team praktisch in jeder Begegnung im Spiel. Im fünften Aufeinandertreffen der Best-of-7-Serie, am Donnerstagabend in Langenthal, braucht der HCT eine geschlossene Mannschaftsleistung über 60 Minuten, um das Playoff-Aus abzuwenden. Einen solchen Teameffort fordert auch Captain Patrick Parati von seinen Mitspielern ein.

Matthias Hafen
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Nicola Aeberhard und der HC Thurgau liegen im Playoff-Viertelfinal 1:3 in Rückstand.

Nicola Aeberhard und der HC Thurgau liegen im Playoff-Viertelfinal 1:3 in Rückstand.

Leroy Ryser

Gelächter hallt durch das Eisstadion Güttingersreuti. Es ist Mittwochvormittag in Weinfelden. Die Spieler des HC Thurgau halten sich in Form. Im Training wollen sie den Playoff-Rhythmus beibehalten. Die Stimmung ist locker, die 1:2-Heimniederlage vom Vorabend scheint weit weg. Die Trainingsstunde auf dem Eis dient am Morgen danach auch dem Kopflüften. «Wir waren extrem enttäuscht und auch frustriert über den Spielausgang», sagt Captain Patrick Parati, nachdem sein Team gut zwölf Stunden zuvor eine gute Gelegenheit im Playoff-Viertelfinal ausgelassen hatte. «Es wäre definitiv mehr dringelegen für uns.» Anstatt 2:2 steht es in der Best-of-7-Serie gegen den SC Langenthal nun aber 3:1 zu Gunsten der favorisierten Berner. Im Spiel vom Donnerstagabend in Langenthal steht der HCT mit dem Rücken zur Wand. Verliert er erneut, ist die Saison für Thurgau vorbei. Doch ans Verlieren denkt Parati nicht.

Captain Parati rechnet mit einem weiteren Spiel am Sonntag

«Wir müssen uns einer Sache bewusst sein: Die Position, in der wir nun stecken, ist nicht schlechter als zuvor», sagt Thurgaus Teamcaptain. «Wenn wir das nächste Spiel in Langenthal gewinnen, ist alles wieder offen. Dann haben wir am Sonntag erneut die Chance, die Serie im eigenen Stadion auszugleichen. Dass der HCT den Tabellendritten Langenthal in dessen Stadion besiegen kann, hat er beim 3:2 am vergangenen Sonntag bewiesen. Und Patrick Parati hat auch schon eine Idee, wie das am Donnerstag erneut klappen soll. «Wir hatten bislang in jedem Spiel unsere guten Momente. Nur ist es uns noch nicht gelungen, unser volles Potenzial über die ganzen 60 Minuten abzurufen. Nun geht es darum, unsere guten Phasen zu einem Ganzen zusammenzufügen.»

Thurgaus Captain Patrick Parati will die hilfreichen Mosaiksteinchen aus den ersten vier Begegnungen nun zu einem Ganzen zusammenfügen.

Thurgaus Captain Patrick Parati will die hilfreichen Mosaiksteinchen aus den ersten vier Begegnungen nun zu einem Ganzen zusammenfügen.

Mario Gaccioli

Wo Thurgau ansetzen muss, ist offensichtlich. «Unser Unterzahl- und Überzahlspiel hatte zuletzt zu wenig Wirkung», sagt Parati. «Doch wir müssen ganz allgemein wieder mehr Druck aufs gegnerische Tor ausüben.»

Mit nur zwei Gegentreffern hat man die Chance, jedes Spiel zu gewinnen

Einer, der am Dienstag in die Torumrandung hätte beissen können, ist Nicola Aeber­hard. Thurgaus Goalie zeigte abermals eine starke Leistung, brachte die Gäste mit zahlreichen Glanzparaden an den Rand der Verzweiflung. Am Ende war es für den HCT zum Verzweifeln. Für Aeberhard kein Grund, Emotionen zu zeigen. Trocken sagt er: «Mit nur zwei Gegentreffern hast du die Chance, das Spiel zu gewinnen. Da wären ein, zwei Tore mehr unsererseits schon hilfreich.» Natürlich ärgere er sich manchmal über eine verpasste Chance seiner Vorderleute. «Aber du gewinnst als Team und du verlierst als Team.» Wichtig sei, dass sich die Mannschaft im fünften Spiel am Donnerstag um 19.46 Uhr nochmals voll reinhänge. «Wenn sie am Ende das bessere Team sind, müssen wir das akzeptieren. Aber ich will nicht, dass wir etwas zu bereuen haben.» Der Biss hat den Frust am Mittwochmittag wieder abgelöst. Das Training wurde auch dazu genutzt, die Enttäuschung aus dem Team zu spülen.