Swiss League
Ein Farmteam als Transfersieger? Wie die GCK Lions dem HC Thurgau das Playoff-Ziel erschweren

Sind Junglöwen die besseren Leuen? Diese Frage konnte das Testspiel vom Dienstagabend zwischen dem HC Thurgau und den GCK Lions noch nicht klären. Sicher ist: Das Farmteam der ZSC Lions langte auf dem Transfermarkt für einmal kräftig zu und wird damit in der Saison 2021/22 zu einer Knacknuss für den HC Thurgau.

Matthias Hafen
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Der HC Thurgau (Jonathan Ang, links) und die GCK Lions (Roman Schlagenhauf) begegneten sich schon vergangene Saison auf Augenhöhe. Am Ende standen beide Teams mit je drei Siegen aus den Direktbegegnungen da.

Der HC Thurgau (Jonathan Ang, links) und die GCK Lions (Roman Schlagenhauf) begegneten sich schon vergangene Saison auf Augenhöhe. Am Ende standen beide Teams mit je drei Siegen aus den Direktbegegnungen da.

Mario Gaccioli (Küsnacht, 14. Februar 2021)

Eine Playoff-Teilnahme aus den vergangenen acht Jahren war für die GCK Lions schlicht zu wenig. Deshalb warfen die ZSC Lions die Philosophie bei ihrem Farmteam teilweise über Bord. Ab sofort soll der eigene Nachwuchs in der Swiss League nicht mehr nur Spielpraxis bekommen, er soll wieder energischer gefördert werden. Schon der mittlerweile verstorbene, langjährige GCK-Sportchef Simon Schenk sagte, dass die regelmässige Playoff-Teilnahme ein wichtiger Faktor sei für die positive Entwicklung eines Spielers.

Nebst zwei Ausländern (Victor Backman/Ryan Hayes) und einem oder zwei Routiniers (Corsin Casutt/Roman Schlagenhauf), die auch in der Vergangenheit stets zum Kader gehörten, verstärkten sich die GCK Lions für die Saison 2021/22 zusätzlich mit Spielern, die Schlüsselpositionen einnehmen sollen. Marc Aeschlimann vom HC Davos ist einer von ihnen. Der 25-jährige Stürmer und Sohn der Schweizer Eishockeylegende Jean-Jacques Aeschlimann wechselte nach sechs NLA-Jahren in die triste Kunsteisbahn nach Küsnacht.

Sohn von HCT-Legende Patrick Henry im Kader

Noch erstaunlicher war der Wechsel von Vincenzo Küng innerhalb der Swiss League von Langenthal zu den GCK Lions. Der 27-jährige Brachialstürmer – er verletzte vor einem Jahr in einem Vorbereitungsspiel den HCT-Kanadier Derek Hulak folgenschwer – spielte vergangenen Winter die Saison seines Lebens (53 Spiele, 50 Skorerpunkte) und konnte sich seinen neuen Arbeitgeber praktisch aussuchen. Bei den Lions hofft er wie Aeschlimann auf die Chance, sich auch in der National League beweisen zu können.

Weniger spektakulär, aber nicht minder wichtig sind die Verpflichtungen von Verteidiger Enzo Guebey (Servette/NLA) und Stürmer Kyen Sopa (Bern/NLA). Zum GCK-Kader gehört auch Joel Henry, ein waschechter Thurgauer, Ex-Pikes-Junior und Sohn der HCT-Legende Patrick Henry. Im Testspiel am Dienstag gegen den HC Thurgau führte der 18-Jährige als Center die erste Angriffslinie mit Hayes und Casutt an.

Wie schon gegen die ZSC Lions erzielte Marlon Graf auch gegen Thurgau den ersten Treffer für die GCK Lions.

Wie schon gegen die ZSC Lions erzielte Marlon Graf auch gegen Thurgau den ersten Treffer für die GCK Lions.

Christian Merz/Keystone (Zürich, 6. August 2021)

In dieser Zusammensetzung wären die Junglöwen aus Zürich zweifellos wieder ein heisser Playoff-Kandidat in der Swiss League – und damit ein direkter Konkurrent der Thurgauer Leuen um die begehrten Plätze in den Viertelfinals. Im Testspiel vom Dienstagabend brüllten am Ende die Junglöwen besser. Beim 3:2-Sieg nach Verlängerung erwischte Lionel Cédric Marchand HCT-Goalie Jan Rutz zweimal auf der Fanghandseite - 45 Sekunden vor Ende des dritten Drittels zum 2:2 sowie nach 79 Sekunden in der Verlängerung. Die Tore für Thurgau erzielten David Baumann (11./1:0) und der Schwede Rickard Palmberg (44./2:1).

Thurgau - GCK Lions 2:3 n. V. (1:1, 0:0, 1:1)

Güttingersreuti, Weinfelden - 203 Zuschauer - SR Müller/Potocan, Dittli/Bichsel.
Tore: 11. Baumann (Parati) 1:0. 20. (19:35) Graf (Schlagenhauf) 1:1. 44. Palmberg 2:1. 60. (59:15) Marchand 2:2. 62. Marchand (Suter, Guebey) 2:3.
Strafen: je 2-mal 2 Minuten.
Thurgau: Rutz; Parati, Moor; Kühni, Soracreppa; Schmutz, Fechtig; Senn; Loosli, Palmberg, Ang; Derungs, Rundqvist, Woger; Bischofberger, Hobi, Hollenstein; Lehmann, Fritsche, Baumann; Salamin.
GCK Lions: Zumbühl; Meier, Guebey; Widmer, Landolt; Büsser, Murer; Falus, Burger; Casutt, Henry, Hayes; Spring, Suter, Marchand; Steiner, Schlagenhauf, Graf; Truog, Baechler, Reichle.
Bemerkungen: Thurgau ohne Spannring (Olympiaqualifikation mit Österreich), Forrer, Petrig (beide angeschlagen) und Rüegger (überzählig). GCK Lions u.a. ohne Aeschlimann, Backman, Berri, Küng und Sopa (alle verletzt respektive bei den ZSC Lions) und damit mit nur einem Ausländer in der Aufstellung.

Nächstes Testspiel. Freitag, 19.30 Uhr: Olten - Thurgau.

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