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Seit 120 Minuten ohne Gegentreffer: Der HC Thurgau vollendet ein Kunstwerk

Drei Tage nach dem 1:0-Heimsieg gegen La Chaux-de-Fonds gewinnt der HC Thurgau auch im Neuenburger Jura 1:0. Dabei perfektionieren die Ostschweizer das Rezept, das am Samstag zum Erfolg geführt hat. In der Tabelle der Swiss League werden sie mit dem Sprung auf Rang drei belohnt.
Matthias Hafen aus La Chaux-de-Fonds
Diesmal erzielte Adam Rundqvist im Powerplay den alles entscheidenden Treffer. Er fiel wie schon am Samstag zu Beginn des zweiten Drittels. (Bild: Mario Gaccioli, 18. August 2019)

Diesmal erzielte Adam Rundqvist im Powerplay den alles entscheidenden Treffer. Er fiel wie schon am Samstag zu Beginn des zweiten Drittels. (Bild: Mario Gaccioli, 18. August 2019)

Wollte man die Thurgauer NLB-Eishockeyaner in Siegerpose malen, sie hätten aktuell O-Beine und eine Hornbrille auf der Nase. O-Beine, weil sie nur drei Tage nach dem 1:0-Heimerfolg gegen La Chaux-de-Fonds den gleichen Gegner in dessen Stadion schon wieder 1:0 bezwungen haben. So viel fussballerisches Kalkül in zwei aufeinanderfolgenden Spielen brachten zuletzt nicht einmal Xhaka, Schär, Seferovic und Co. zustande.

Die Hornbrille stünde für die Anerkennung, dass die Hochleistungssportler zweimal so intelligent wie Schachgrossmeister agiert hatten. Das war abgeklärt, cool, taktisch meisterhaft. Einmal mehr bewies das Trainerduo Stephan Mair/Beni Winkler, dass es die Gegner hervorragend analysieren kann. Und ihr Team versteht es bestens, die Informationen auszunutzen, um auch nominell bessere Teams zu bezwingen.

Die Geschichte wiederholt sich

Wie schon beim 1:0 in der Güttingersreuti achteten die Thurgauer am Dienstagabend im Neuenburger Jura auf eine kompakte Spielweise. Die Quintetts in Gelb, die vor Goalie Nicola Aeberhard abwechslungsweise ihre Runden drehten, bewegten sich wie eine römische Kampfformation: alle im Gleichschritt und kaum je meterweise ausein­ander. Links, rechts, vorne und hinten sicherten sie das HCT-Tor mit imaginären Schildern ab, an denen die Pucks der Chaux-de-Fonniers Mal um Mal abprallten – auch dank Torhüter Aeberhard, der seinen zweiten Shut-out in Folge feiern konnte.

Das Rezept, das gegen La Chaux-de-Fonds schon zu Hause funktioniert hatte, wurde für das Auswärtsspiel vor 1555 Zuschauern in der Patinoire des Mélèzes noch perfektioniert. Der Plan ging auf, weil wieder zu Beginn des zweiten Drittels das einzige Tor fiel: Adam Rundqvist hatte im Powerplay nach Vorarbeit von David Wildhaber getroffen. Connor Jones hatte dem gegnerischen Goalie Christophe Bays im Slot die Sicht verdeckt.

Der HC Thurgau hatte den Gegner noch besser unter Kontrolle als schon drei Tage zuvor. Das Time-out von Chaux-de-Fonds-Trainer Mikael Kvarn­ström in der 34. Minute war ein purer Akt der Verzweiflung, wie auch die vielen ausgeteilten Boxschläge der Neuenburger Spieler und Arnaud Jaquets theatralische Interpretation des sterbenden Schwans kurz vor der zweiten Pause. Freilich spielte Jaquet im Schlussdrittel wieder so munter wie zuvor.

Neun Spieler passen in ein Eishockeytor

In den Schlussminuten, in denen das Heimteam nochmals vehement auf den Ausgleich drückte, bot das Spiel eine weitere Vorlage für ein zeitloses Gemälde. Gleich neun Spieler drängten sich ins Tor von HCT-Goalie Aeberhard in der Hoffnung, entweder ein Tor zu erzielen oder zu verhindern.

Und auch wenn es nicht ganz ohne Zittern ging: Der HC Thurgau spielte mit dem 1:0 in La Chaux-de-Fonds den achten Sieg im zwölften Spiel ein, ist seit mittlerweile über 120 Minuten ohne Gegentreffer und rückte in der Swiss-League-Tabelle auf Rang drei vor. Das ist auch ohne zu malen ein Kunstwerk.

La Chaux-de-Fonds – Thurgau 0:1 (0:0, 0:1, 0:0)

Les Mélèzes – 1555 Zuschauer – SR Massy/Gianinazzi, Rebetez/Burgy.
Tor: 24. Rundqvist (Wildhaber/Ausschluss Grezet) 0:1.
Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen La Chaux-de-Fonds, 2-mal 2 Minuten gegen Thurgau.
La Chaux-de-Fonds: Bays; Jaquet, Zubler; Fontana, Harlacher; Hofmann, Ahlström; Augsburger, Coffman, Cameron; Bogdanoff, Tanner, Holdener; Hasani, Miéville, Grezet; Schmidt, Wetzel, Voirol; Dubois.
Thurgau: Aeberhard; Parati, Seiler; Wildhaber, Scheidegger; Collenberg, Schmuckli; Engeler; Michael Loosli, Connor Jones, Kellen Jones; Hobi, Rundqvist, Merola; Niedermaier, Brändli, Janik Loosli; Kellenberger, Hollenstein, Frei; Moser.
Bemerkungen: La Chaux-de-Fonds ohne Oejdemark (Lausanne/NLA), Paupe (Biel/NLA), Carbis, Barbero, Iglesias, Kühni und Wollgast. Thurgau ohne Dufner (Rapperswil-Jona/NLA), Altorfer, Fechtig, Schwendener, Moosmann (alle verletzt), Steinauer (überzählig), Zanzi (Bülach/MSL), Schnetzer (Chur/MSL) und Huber (HCT Young Lions). – 33:58 Time-out La Chaux-de-Fonds. – La Chaux-de-Fonds ab 58:13 ohne Goalie, dafür mit sechstem Feldspieler.

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