Swiss League
Der HC Thurgau lebt! Siegtreffer in den Schlusssekunden bringt Spannung zurück in die Playoff-Serie gegen Langenthal

In der dritten Viertelfinal-Begegnung mit dem SC Langenthal dreht der HC Thurgau das Spiel nach einem 0:2-Rückstand und gewinnt am Ende dank einer weiteren, kämpferischen Leistung 3:2. Damit verkürzen die Ostschweizer den Rückstand in der Best-of-7-Serie auf 1:2.

Matthias Hafen aus Langenthal
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Nicola Aeberhard begräbt den Puck unter dem Handschuh, was zur Annullation von Vincenzo Küngs vermeintlichem 2:0 führt.

Nicola Aeberhard begräbt den Puck unter dem Handschuh, was zur Annullation von Vincenzo Küngs vermeintlichem 2:0 führt.

Bild: Leroy Ryser

27 Sekunden vor Schluss hämmert T.J. Brennan den Puck zum 3:2 ins Netz hinter Goalie Pascal Caminada. Es war der Abschluss eines Bilderbuch-Powerplays des HC Thurgau. Eines, das Sekunden zuvor im Time-out ausgeklügelt worden war. Jonathan Ang hatte Langenthals Box auseinandergerissen, Raum für Joel Scheidegger kreiert und so den finalen Pass zum freistehenden Brennan ermöglicht – peng! Der späte Treffer des US-Amerikaners brachte dem HCT im dritten Spiel der Best-of-7-Serie den ersten Sieg. Somit wird der Viertelfinal gegen Langenthal um mindestens eine Partie am Donnerstag im Schoren verlängert.

«Es tut gut zu wissen, dass wir sie schlagen können»

Doch das ist vielleicht längst nicht alles. Denn die Playoff-Serie nimmt mit Thurgaus Anschluss zum 1:2 so richtig Fahrt auf: «Es tut gut zu wissen, dass wir sie schlagen können», fasst HCT-Verteidiger Bernhard Fechtig die grösste Erkenntnis des 3:2-Auswärtssiegs vom Sonntag zusammen. Der Österreicher hatte die ersten zwei Playoff-Partien überzählig zuschauen müssen und wird nun unverhofft zum Glücksbringer seines Teams. Seit Sonntag gilt: Spielt Fechtig, gewinnt Thurgau.

Einfacher wird es im vierten Spiel am Dienstag um 19.45 Uhr in Weinfelden deswegen nicht. Der erste Playoff-Erfolg gegen Langenthal war ein hartes Stück Arbeit. Zwei Drittel lang taten sich die Ostschweizer schwer, waren unterlegen, nicht nur wegen der zwei Gegentreffer in Unterzahl durch Marc Kämpf (17.) und Eero Elo (24.). Thurgau hielt sich aber dank eines Power­play-Treffers von Adam Rundqvist im Spiel. Er lenkte in der 30. Minute einen Weitschuss von Scheidegger zum 1:2 ab. Und ein Glücksschuss von Jan Mosimann (51.) zum 2:2 verlieh dem HC Thurgau in diesem Spiel schliesslich die Flügel, die es für den wichtigen Auswärtserfolg brauchte.

Dank Thurgaus Disziplin dreht die Partie

«Ein Glückstreffer ja, aber einer, den wir uns erarbeitet haben», sagt Mosimann. Tatsächlich kehrte der HCT nach der zweiten Pause disziplinierter aufs Eis zurück, hielt sich im Schlussdrittel weitgehend fehlerfrei und machte Druck. Gleichzeitig wurden die Berner immer passiver, gaben das Spieldiktat aus der Hand – und rollten dem HCT mit ihren Strafen gegen Spielende den Teppich aus. «Dass wir am Ende noch gewonnen haben, spricht für unseren Kampfgeist», sagt Torschütze Mosimann, der die ersten zwei Drittel der Partie als «unser schlechtestes Spiel bislang» bezeichnete. Und: Die Thurgauer haben diesmal bei numerischem Gleichstand keinen Treffer kassiert. Nicht zuletzt dank Goalie Nicola Aeberhard, der nach dem haltbaren 0:2 mehrere grandiose Paraden zeigte.

Langenthal – Thurgau 2:3 (1:0, 1:1, 0:2)

Schoren – Keine Zuschauer – SR Eichmann/Borga, Huguet/Wermeille.
Tore: 17. Kämpf (Himelfarb, Christen/Ausschluss Ang) 1:0. 24. Elo (Müller, Torquato/Ausschluss Hollenstein) 2:0. 30. Rundqvist (Scheidegger/Ausschluss Müller) 2:1. 51. Mosimann (Rundqvist) 2:2. 60. (59:33) Brennan (Scheidegger, Ang/Ausschluss Maret) 2:3.
Strafen: 7-mal 2 Minuten plus 10 Minuten (Rüegsegger) gegen Langenthal, 7-mal 2 Minuten gegen Thurgau.
Langenthal: Caminada; Müller, Christen; Guggenheim, Maret; Büsser, Pienitz; Higgins; Kläy, Kummer, Küng; Kämpf, Torquato, Elo; Gerber, Himelfarb, Rüegsegger; Nyffeler, Schläpfer, Dähler; Derungs.
Thurgau: Aeberhard; Brennan, Soracreppa; Parati, Wildhaber; Scheidegger, Molina; Fechtig; Hobi, Ang, Mosimann; Janik Loosli, Rundqvist, Spannring; Wetli, Brändli, Bischofberger; Hinterkircher, Hollenstein, Rehak; Fritsche.
Bemerkungen: Thurgau ohne Hulak, Moor, Moser, Schmuckli (alle verletzt), Schmutz, Baumann, Kellenberger, Lanz, Schnyder (alle überzählig), Ness und Michael Loosli (beide Rapperswil-Jona/NLA). Langenthal ohne Tschannen, Chanton, Weber, Wyss (alle verletzt), Törmänen, Dobryskin, Wigger (alle überzählig) und Bircher (Langnau/NLA). – 6. Ablenker von Gerber an den Pfosten. – 20. (19:13) Tor von Küng aberkannt (Goaliebehinderung). – 58:46 Timeout Thurgau. – 59:33 Timeout Langenthal, danach ohne Goalie.