Swiss League
Crash! Boom! Ang! - Der HC Thurgau spielt mit seinem neuen Kanadier wie verwandelt

In einem grandiosen Mitteldrittel überfährt der HC Thurgau den EHC Olten mit 4:0 und legt damit das Fundament zum dritten Sieg in Serie. Im Kampf um Platz sechs, den letzten direkten Playoff-Platz, könnte dieser Erfolg Gold wert sein.

Matthias Hafen
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Stürmer Jonathan Ang erzielte in seinem ersten Spiel für den HC Thurgau gleich sein erstes Tor und bereitete einen weiteren Treffer vor.

Stürmer Jonathan Ang erzielte in seinem ersten Spiel für den HC Thurgau gleich sein erstes Tor und bereitete einen weiteren Treffer vor.

Bild: Mario Gaccioli

Das Spektakel ist zurück in der Güttingersreuti. Und das ganz im Sinn des HC Thurgau. Zwei Tage nach dem 4:2-Sieg in Olten bodigte der Swiss-League-Klub aus Weinfelden den gleichen Gegner daheim mit 6:2. Die Thurgauer waren beim Debüt ihres neuen Ausländers Jonathan Ang aggressiv, angriffslustig und einfach gut drauf. Zwei Siege in Folge gegen Langenthal und Olten geben eben Moral.

Dennoch brauchte der HCT auch diesmal den Kick eines Rückstands, um in Fahrt zu kommen – zum dritten Mal in Folge. Doch war selbst nach dem 0:1 durch Jewgeni Schirjajew (6.) klar, dass die Thurgauer Olten auch diesmal die Eisfläche nicht überlassen wollten. Dominic Hobis Shorthander zum 1:1 (9./nach katastrophalem Fehler von Simon Lüthi) zeugte davon. Immerhin geht es in diesem Duell um Platz sechs, den letzten direkten Playoff-Platz.

Ang kann dem HCT noch viel Freude bereiten

Neuzuzug Ang fügte sich in seinem ersten Einsatz für Grün-Gelb sehr gut ein. Der 23-jährige Kanadier komplettierte in der 24. Minute den wegweisenden Doppelschlag. Nur 20 Sekunden nach Patrick Spannrings Führungstreffer erzielte er das 3:1. Alleine aus dieser Aktion war ersichtlich, dass der Stürmer nicht nur schnelle Beine sondern auch eine blitzschnelle Reaktion hat. Ebenso beeindruckend war, wie der AHL-Profi einhändig am Stock mit seiner Spannweite den Gegenspielern reihenweise den Puck abluchste. Doch war es nicht nur Angs Darbietung, die den HC Thurgau beflügelte. Alleine seine Anwesenheit löste bei den Ostschweizern die Anspannung. Als wäre die Mannschaft mit ihm nun komplett – und wieder bereit für grosse Siege.

Ein Tor wie aus dem Lehrbuch: T.J. Brennan lenkt die Hereingabe von Captain Dominic Hobi zum 4:1 ins Netz.

Ein Tor wie aus dem Lehrbuch: T.J. Brennan lenkt die Hereingabe von Captain Dominic Hobi zum 4:1 ins Netz.

Claudio Thoma/Freshfocus

Im Mitteldrittel begann der HCT zu zaubern, zerpflückte Olten auf grandiose Weise. Hobis Laserpass zu T.J. Brennan in den Slot und der Ablenker des Amerikaners in den Netzhimmel zum 4:1 wären in normalen Jahren das Eintrittsgeld wert gewesen. Als Patrick Brändli in der 34. Minute das erste Powerplay des Heimteams zum 5:1 nutzte, befand sich Olten, das jüngst noch an der Swiss-League-Spitze mitspielte, im freien Fall.

Strafenflut im Schlussdrittel

Es war eigentlich unvorstellbar, dass die bis dahin faire Partie noch von einer Strafenflut in fast apokalyptischem Ausmass überschwemmt würde. Doch der Frust der Oltner musste an diesem Montagabend einfach raus. Vor allem, seit sich der Aufstiegsanwärter ernsthaft mit dem Pre-Playoff auseinandersetzen muss. 63 Strafminuten standen am Ende kumuliert zu Buche. Oltens einziger Torschütze Schirjajew – er erzielte im Schlussdrittel auch das 2:5 – verabschiedete sich nach einem Stockstich gegen Michael Loosli mit fünf Minuten plus Spieldauerdisziplinarstrafe frühzeitig Richtung Kabine. In doppelter Überzahl unterband der HCT das letzte Aufbäumen der Solothurner und kam durch seinen Doppeltorschützen Spannring zum 6:2.

Der dritte Sieg in Folge hievt den HC Thurgau auf Kosten von La Chaux-de-Fonds zurück auf Rang sechs. Gemessen an Verlustpunkten ist auch das füntplatzierte Olten schon überholt.

Thurgau – Olten 6:2 (1:1, 4:0, 1:1)

Güttingersreuti, Weinfelden – SR Eichmann/Weber, Gurtner/Baumgartner.
Tore: 6. Schirjajew (Wyss, Gurtner) 0:1. 9. Hobi (Ausschluss Hinterkircher!) 1:1. 24. (23:10) Spannring 2:1. 24. (23:30) Ang 3:1. 27. Brennan (Hobi, Spannring) 4:1. 34. Brändli (Ausschluss Schirjajew) 5:1. 45. Schirjajew (Elsener, Schwarzenbach) 5:2. 48. Spannring (Ang, Hobi/Ausschlüsse Schwarzenbach, Schirjajew) 6:2.
Strafen: 4-mal 2 Minuten plus 10 Minuten (Hinterkircher) gegen Thurgau, 5-mal 2 Minuten plus 5 Minuten (Schirjajew) plus 10 Minuten (Othmann) plus Spieldauer (Schirjajew) gegen Olten.
Thurgau: Aeberhard; Brennan, Wildhaber; Fechtig, Scheidegger; Schmuckli, Soracreppa; Schnyder; Bischofberger, Hobi, Spannring; Hinterkircher, Rundqvist, Rehak; Michael Loosli, Brändli, Janik Loosli; Wetli, Ness, Ang; Baumann.
Olten: Matthys; Elsener, Nater; Philipp Rytz, Lüthi; Suleski, Weisskopf; Stämpfli, Gurtner; Schwarzenbach, Schirjajew, Wyss; McTavish, Knelsen, Nunn; Othmann, Fuhrer, Portmann; Fogstad Vold, Weder, Oehen. Bemerkungen: Thurgau ohne Hulak, Hollenstein, Molina, Moor, Moser, Mosimann, Parati, Rüegger, Schmutz (alle verletzt), Fritsche, Kellenberger und Lanz (alle überzählig). – 23:30 Timeout Olten. - 35. Pfostenschuss Spannring.