Swiss League
4:3-Sieg gegen die GCK Lions: Der HC Thurgau reist am Sonntag als Tabellendritter nach Visp

Im dritten Anlauf hat’s geklappt. Der HC Thurgau gewann am Freitagabend gegen die GCK Lions 4:3. Zum ersten Mal in dieser Saison resultierte gegen das Zürcher Farmteam ein Sieg. Und der war mindestens so verdient wie wichtig. Ein Wermutstropfen bleibt dennoch.

Matthias Hafen
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Thurgaus Dominik Binias (hinten) und Kevin Kühni sind auf den gefährlichen GCK-Stürmer Livio Truog fixiert.

Thurgaus Dominik Binias (hinten) und Kevin Kühni sind auf den gefährlichen GCK-Stürmer Livio Truog fixiert.

Mario Gaccioli

Es war die von Trainer Stephan Mair erwartete Geduldsprobe. Und seine Mannschaft hat sie bestanden. Dreimal war der HC Thurgau in der heimischen Güttingersreuti in Führung gegangen, ehe er sich den zwölften Sieg im 22. Saisonspiel durch Marco Forrers Weitschuss zum 4:2 (51.) nicht mehr nehmen liess. Damit grüssen die Ostschweizer Ende November von Platz drei der Swiss League. Wer hätte das Anfang Saison gedacht? Diese Leistung wird auch nicht durch die Tatsache getrübt, dass die Thurgauer nach Verlustpunkten weiterhin hinter La Chaux-de-Fonds und Visp Fünfte sind. Doch die Tabellensituation zeigt auf, wie fragil Thurgaus Erfolge in dieser Phase sind. Auch das Spiel gegen die GCK Lions zeugte davon.

Tessiner Spieler prägen die Partie

Nachdem Kaj Suter die Zürcher drei Minute vor Schluss nochmals auf 3:4 herangebracht hatte, brauchte es in den Schlusssekunden eine grandiose Parade von Goalie Luis Janett gegen Livio Truog und den vollen Körpereinsatz von Abwehrhüne Kevin Kühni gegen Fabian Berri, um die Verlängerung abzuwenden. Doch der HC Thurgau behielt die drei Punkte in seinen Händen, belohnte sich am Ende für seinen Kampfgeist und die Gabe, den GCK Lions für einmal im richtigen Moment den Schneid abgekauft zu haben. Dann zum Beispiel, als Verteidiger Misha Moor nur 16 Sekunden nach dem 2:2-Ausgleich der Zürcher den Puck mittels Weitschuss ins gegnerische Gehäuse hämmerte (44.). Das so wichtige 3:2 war das erste Saisontor des 24-Jährigen. Und die Geschichte des Treffers ist umso schöner, weil an diesem Abend Moors Grossvater aus dem Tessin angereist war und im Stadion zuschaute, der frühere Ambri-Präsident Bruno Moor.

Verteidiger Misha Moor erzielte gegen die GCK Lions mit einem satten Schuss von der blauen Linie seinen ersten Treffer in dieser Saison.

Verteidiger Misha Moor erzielte gegen die GCK Lions mit einem satten Schuss von der blauen Linie seinen ersten Treffer in dieser Saison.

Mario Gaccioli

Vor Misha Moor hatte ein anderer Tessiner seine Sternstunde. Stürmer Jason Fritsche erzielte sowohl das frühe 1:0 für den HCT (3.) wie auch das 2:1 (25.). Beide Male bewies der Sohn des langjährigen Ambri-Amerikaners John Fritsche einen ausgeprägten Torriecher. Beim 1:0 schob er den Puck unter GCK-Goalie Sascha Ruppelt durch. Beim 2:1 reagierte er nach einem haarsträubenden Puckverlust eines GCK-Verteidigers geistesgegenwärtig und schaufelte die Scheibe backhand an Ruppelt vorbei ins Netz.

Die Kulisse hält mit dem sportlichen Erfolg nicht Schritt

Der 4:3-Sieg gegen die GCK Lions war verdient und enorm wichtig für die Moral. Auf die Stimmung drückte dafür die enttäuschende Kulisse von lediglich 651 Zuschauerinnen und Zuschauern. Das in einer Phase, in der die Thurgauer in der Swiss League vorne mitspielen. Am Sonntag gastieren sie beim sechstplatzierten EHC Visp. Gegen die Walliser hat Thurgau die ersten zwei Saisonduelle (beide zu Hause) gewonnen.

Loosli verlängert, Kienzle bei Thurgau (noch) kein Thema

Vor dem Heimspiel gegen die GCK Lions gab der HC Thurgau die Vertragsverlängerung mit Janik Loosli bekannt. Der 23-jährige Flügelstürmer hängt 2022/23 eine weitere Saison beim Ostschweizer Swiss-League-Klub an, es wird dann seine fünfte sein in Grün-Weiss-Gelb. Der jüngere Bruder des ehemaligen HCT-Publikumslieblings Michael Loosli hat sich selber einen Namen gemacht bei Thurgau, gilt als pfeilschneller Stürmer mit Zug aufs Tor. In der laufenden Saison, wie auch schon das Jahr zuvor, machten Loosli allerdings Blessuren zu schaffen. Die aktuelle Knieverletzung sollte zu Beginn des Jahres 2022 ausgeheilt sein. «Janik Loosli wird uns sportlich weiterhelfen und ist in seiner Zeit im Thurgau bereits zu einer Identifikationsfigur des Klubs geworden», sagt HCT-Geschäftsführer Urban Leimbacher zur Vertragsverlängerung. «Wir möchten damit auch Kontinuität ins Kader bringen.» Aktuell kein Thema beim HC Thurgau ist Lorenz Kienzle – wohl aus finanziellen Gründen. Der 33-jährige Thurgauer, der vergangene Saison noch für den HC Davos verteidigte, sucht nach der Genesung eines Kreuzbandrisses einen neuen Arbeitgeber in der National League oder Swiss League. (mat)

Thurgau – GCK Lions 4:3 (1:1, 1:0, 2:2)

Güttingersreuti, Weinfelden – 651 Zuschauer – SR Anna Wiegand/Castelli, Ambrosetti/Baumgartner.
Tore: 3. Fritsche (Hollenstein, Petrig) 1:0. 7. Truog (Aeschlimann, Noah Meier) 1:1. 25. Fritsche 2:1. 43. (42:55) Backman (Noah Meier, Hayes) 2:2. 44. (43:11) Moor (Derungs, Ang) 3:2. 51. Forrer (Palmberg) 4:2. 58. Suter (Hayes, Noah Meier) 4:3.
Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Thurgau, 3-mal 2 Minuten gegen die GCK Lions.
Thurgau: Janett; Soracreppa, Forrer; Parati, Moor; Törmänen, Kühni; Senn; Derungs, Palmberg, Ang; Spannring, Rundqvist, Woger; Petrig, Lehmann, Hollenstein; Bischofberger, Fritsche, Binias; Salamin.
GCK Lions: Ruppelt; Noah Meier, Landolt; Capaul, Burger; Büsser, Falus; Marchand, Backman, Hayes; Truog, Schlagenhauf, Aeschlimann; Spring, Suter, Berri; Böhler, Baechler, Graf.
Bemerkungen: Thurgau ohne Hobi, Schmutz (beide krank), Fechtig, Loosli, Baumann (alle verletzt) und Bircher (Rapperswil-Jona/NLA). GCK Lions ohne Henry, Braun (beide krank), Casutt, Küng, Mettler, Widmer, Jeffrey Meier (alle verletzt), Guebey und Sopa (beide ZSC Lions/NLA). – 27. Lattenschuss Woger. – 28:45 Timeout GCK Lions. – GCK Lions von 56:54 bis 57:01 und ab 58:49 mit sechstem Feldspieler anstelle des Goalies.

Nächstes Spiel. Sonntag, 28. November, 17.45 Uhr: Visp – Thurgau.

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