Swiss League
3:0 nach zehn Minuten: Der HC Thurgau zeigt in Sierre Krallen

Beim 5:2-Auswärtssieg gegen den HC Sierre spielt der HC Thurgau äusserst kaltblütig und hält auch dem grössten Druck stand. Der Lohn ist der Sprung nach vorne auf Platz vier in der Tabelle.

Matthias Hafen aus Sierre
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Janik Loosli und der HC Thurgau kehren mit dem Punktemaximum aus dem Wallis heim.

Janik Loosli und der HC Thurgau kehren mit dem Punktemaximum aus dem Wallis heim.

Mario Gaccioli (Winterthur, 10. September 2021)

Selten wurden sechs Verwegene so belohnt wie am Dienstagabend im Wallis. Die Handvoll HC-Thurgau-Fans, die für die Partie gegen Sierre sieben Stunden Weg unter die Räder nahmen, bekamen einen HCT in bester Spiellaune zu sehen. Einer, der in Sachen Effizienz eine Parforceleistung erbrachte. Bereits nach 36 Sekunden führten die Gäste 1:0. Jonathan Ang hatte bei angezeigter Strafe gegen Sierre prompt getroffen.

Und der Thurgauer Torreigen ging munter weiter. Keine drei Minuten später stand es dank Ian Derungs 2:0. Er luchste den Sierre-Verteidigern an der eigenen blauen Linie den Puck ab, zog übers ganze Feld alleine auf Remo Giovannini los und verwertete eiskalt. Weitere drei Minuten später reihte sich auch Fabio Hollenstein in die Torschützenliste ein. Er stocherte den freiliegenden Puck in Sierres Goaliekreis zum 3:0 ins Netz. Der HC Thurgau kam an diesem Abend zu ungewöhnlich einfachen Toren, hatte aber die nötige Kaltblütigkeit, um diese auch zu machen.

Eine starke Reaktion auf die Niederlage in Kloten

Mit dem 3:0 war der Grundstein gelegt für den 5:2-Auswärtssieg, der den HCT in der Swiss League wieder auf Platz vier katapultiert. Besser hätte die Mannschaft des Trainerduos Mair/Winkler nicht auf die 2:5-Niederlage in Kloten reagieren können. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Ostschweizer auch im Wallis nur mit einem Ausländer angetreten waren, da der Schwede Rickard Palmberg verletzt ist.

Nebst der Chancenauswertung bestand Thurgaus Leistung an diesem Abend vor allem darin, dem gegnerischen Druck standzuhalten. Weder liessen sich die Gäste durch die Aufruhr im Stadion nach einem sauberen Check von Jason Fritsche an Sierres Kanadier Anthony Beauregard aus dem Konzept bringen (19.), noch brachen sie während 89 Sekunden in doppelter Unterzahl (22.) ein.

Angs Treffer aberkannt, dann trifft halt Woger

Erst in der 26. Minute erzielte Eliot Bernazzi das erste Tor für Sierre. Doch die Thurgauer waren gewillt, die erkämpfte Führung nicht mehr aus den Händen zu geben. Von Topskorer Ang bis zum starken Goalie Luis Janett halfen sich alle gegenseitig aus, um den Vorsprung zu wahren. Und nachdem Angs Treffer in doppelter Überzahl zum 4:1 aberkannt worden war (35.), sprang Daniel Woger in die Bresche, der Sekunden vor der zweiten Pause zum 4:1 traf.

Der HCT kam keinesfalls einfach zum Sieg. Der Druck des Heimteams war zeitweise enorm, zumal Bernazzi im Schlussdrittel auf 2:4 verkürzte. Thurgau aber zeigte an diesem Abend einen löwenstarken Auftritt und verdiente sich die drei Zähler. Den Schlusspunkt setzte Fritsche, der mit dem 5:2 in der 57. Minute die sechs verwegenen HCT-Fans auf eine freudenvolle Heimreise schickte.

Sierre – Thurgau 2:5 (0:3, 1:1, 1:1)

Graben – 1384 Zuschauer – SR Ruprecht/Wiegand, Micheli/Pitton.
Tore: 1. (0:36) Ang (Parati/Strafe gegen Sierre angezeigt) 0:1. 4. Derungs 0:2. 7. Hollenstein (Kühni, Loosli) 0:3. 26. Bernazzi (Berthoud, Wyniger) 1:3. 40. (39:08) Woger (Bischofberger) 1:4. 45. Bernazzi (Dozin, Beauregard) 2:4. 57. Fritsche (Hollenstein) 2:5.
Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Sierre, 5-mal 2 Minuten gegen Thurgau.
Sierre: Giovannini; Bezina, Wyniger; Meyrat, Maxime Montandon; Berthoud, Dozin; Brantschen; Dolana, Castonguay, Volejnicek; Bernazzi, Arnaud Montandon, Beauregard; Heinimann, Bonvin, Dayer; Schaller, Bougro.
Thurgau: Janett; Parati, Forrer; Kühni, Soracreppa; Fechtig, Moor; Bircher; Derungs, Rundqvist, Ang; Loosli, Hobi, Hollenstein; Bischofberger, Fritsche, Woger; Petrig, Lehmann, Binias; Salamin.
Bemerkungen: Sierre ohne Rimann, Fellay, Monnet (alle verletzt) und Arnold (Farmteam). Thurgau ohne Palmberg, Spannring, Schmutz, Baumann (alle verletzt), Senn und Rutz (beide überzählig).

Nächstes Spiel. Samstag, 20.00 Uhr: Thurgau – La Chaux-de-Fonds.

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