Swiss League
1:6 in Langenthal: Der HC Thurgau verharrt in der Corona-Starre

Nach fast einmonatiger Zwangspause bleibt der HC Thurgau im Auswärtsspiel gegen den SC Langenthal chancenlos. Und im Mitteldrittel verlieren die Ostschweizer nach einem gefährlichen Bandencheck einen weiteren Verteidiger.

Matthias Hafen aus Langenthal
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In allen Belangen unterlegen: Selbst zu dritt haben die Thurgauer grösste Mühe, den Langenthaler Yves Müller zu stoppen.

In allen Belangen unterlegen: Selbst zu dritt haben die Thurgauer grösste Mühe, den Langenthaler Yves Müller zu stoppen.

Leroy Ryser

Als der HC Thurgau zuletzt im Einsatz stand, da war die Hälfte aller Törchen des Adventskalenders noch zu. Die grosse Frage vor dem Auswärtsspiel am Mittwochabend in Langenthal lautete deshalb, wie die Ostschweizer die fast einmonatige, coronabedingte Zwangspause überstanden haben. Nach spätestens 20 Minuten im leeren Stadion Schoren war das beantwortet – und zwar in aller Deutlichkeit.

0:4 verlor der HCT das Startdrittel, wurde von den schnellen, selbstbewussten Langenthalern überrollt. Zwar hatten die Thurgauer gegen den Tabellenzweiten aus dem Oberaargau zu Beginn auch selber Torchancen, vor allem dank der Sturmlinie mit Hollenstein, Rundqvist und Mosimann. Doch fehlte es vorne an Präzision – und hinten praktisch an allem. So fingen die defensiv anfälligen Gäste Gegentor um Gegentor ein.

Im Powerplay wäre noch einiges zu holen

Nach 25 Tagen ohne Ernstkampf – und das mitten in der Saison – kam das Auswärtsspiel gegen Langenthal für den HCT einem Neustart gleich. Und es war offensichtlich, dass die Mannschaft des Trainerduos Mair/Winkler ihrem gewohnten Rhythmus hinterherhinkte. Mit dem Goaliewechsel zu Beginn des zweiten Drittels (Bryan Rüegger löste den bedauernswerten Nicola Aeberhard ab) kam zumindest wieder etwas Ruhe ins Spiel der Thurgauer. Und als sich ihnen im Angriff die Chancen auf dem Silbertablett boten, da scheiterten sie an ihrer fast schon notorischen Powerplay-Schwäche. Insgesamt fünf Überzahlsituationen liess Thurgau ungenutzt, davon eine Fünfminutenstrafe gegen Fabio Kläy.

Langenthals Mathieu Maret (ganz hinten) trifft in der 17. Minute zum 4:0. Damit war die Partie frühzeitig entschieden.

Langenthals Mathieu Maret (ganz hinten) trifft in der 17. Minute zum 4:0. Damit war die Partie frühzeitig entschieden.

Leroy Ryser

Langenthals Torschütze zum 2:0 musste in der 36. Minute frühzeitig unter die Dusche, nachdem er Thurgaus Verteidiger Silvio Schmutz vor der Spielerbank des Heimteams gefährlich in die Bande bugsiert hatte. Kläys Check war in der Ausführung nicht gravierend, in der Konsequenz dafür umso mehr. Schmutz blieb nach der Aktion minutenlang liegen und musste noch auf dem Eis gepflegt werden. Schliesslich wurde der von Basel ausgeliehene Spieler für weitere Abklärungen ins Spital überführt. Er dürfte sich ebenfalls in die lange Liste der verletzten Thurgauer Verteidiger einreihen.

Adam Rundqvist trifft als einziger Thurgauer

Der Verlust von Schmutz war die schlechteste Nachricht des Abends, nachdem längst festgestanden hatte, dass in dieser Form ein Punktgewinn beim Tabellenzweiten der Swiss League utopisch ist. Im Schlussabschnitt schaffte es Adam Rundqvist immerhin, die Powerplay-Quote des HC Thurgau leicht zu verbessern und Langenthals Goalie Pascal Caminada zum 1:5 zu bezwingen. Am Ende resultierte für die Ostschweizer ein 1:6.

«Eigentlich bin ich froh, dass wir nach der langen Pause in Langenthal antreten können», hatte Thurgaus Trainer Mair vor der Partie gesagt. Das nehme der Mannschaft den Erfolgsdruck. In den kommenden Partien sieht das ganz anders aus. Am Samstag um 17.30 Uhr daheim gegen den Tabellenletzten Winterthur und auch am Dienstag bei den GCK Lions sind die Thurgauer unter Zugzwang, wollen sie im neuen Jahr ihre gute Ausgangslage im Kampf um die direkte Qualifikation fürs Playoff nicht verspielen.

Langenthal – Thurgau 6:1 (4:0, 1:0, 1:1)

Schoren – Keine Zuschauer – SR Weber/Potocan, Wermeille/Pitton.
Tore: 4. Maret (Küng, In-Albon) 1:0. 10. Kläy (Walker) 2:0. 15. Kämpf (In-Albon, Maret) 3:0. 17. Maret (Tschannen, Kummer) 4:0. 27. Kummer (Tschannen) 5:0. 52. Rundqvist (Janik Loosli/Ausschlüsse Elo, Müller; Hulak) 5:1. 58. Elo (Kummer) 6:1.
Strafen: 6-mal 2 Minuten plus 5 Minuten (Kläy) plus Spieldauer (Kläy) gegen Langenthal, 1-mal 2 Minuten gegen Thurgau.
Langenthal: Caminada; Müller, Christen; Weber, Maret; Guggenheim, Pienitz; Chanton; Kämpf, In-Albon, Küng; Tschannen, Kummer, Elo; Walker, Kläy, Wyss; Gerber, Nyffeler, Rüegsegger; Dähler.
Thurgau: Aeberhard (ab 21. Rüegger); Scheidegger, Schmutz; Schmuckli, Molina; Fechtig, Soracreppa; Kellenberger; Rehak, Hulak, Janik Loosli; Hollenstein, Rundqvist, Mosimann; Hobi, Brändli, Spannring; Bischofberger, Fritsche, Hinterkircher; Lanz.
Bemerkungen: Langenthal ohne Higgins (verletzt), Dobryskin, Derungs und Wigger (alle abwesend). Thurgau ohne Brennan (USA/in Einreisequarantäne), Baumann, Moor, Moser, Parati, Wildhaber (alle verletzt) und Schnyder (überzählig). – 36. Schmutz scheidet verletzt aus.

Nächstes Spiel. Samstag, 17.30 Uhr: Thurgau – Winterthur