Swiss League
1:6 gegen Ajoie: Der HC Thurgau hält sich nur zehn Minuten an das richtige Rezept

Auf der Strafbank ist für den HCT gegen den Ligadominator HC Ajoie nichts zu holen. Wie schon daheim gegen Kloten verliert der HC Thurgau das Spiel auch gegen die Jurassier schon im Startdrittel.

Matthias Hafen
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Lars Frei, der ex-Thurgauer in Diensten des HC Ajoie, sorgt vor dem Tor von Bryan Rüegger für Gefahr.

Lars Frei, der ex-Thurgauer in Diensten des HC Ajoie, sorgt vor dem Tor von Bryan Rüegger für Gefahr.

Bild: Mario Gaccioli

Das beste Rezept gegen den HC Ajoie ist seit Jahren das gleiche: Wegbleiben von der Strafbank. Die Jurassier verfügen über ein so starkes Powerplay, dass fast jede Unterzahlsituation zu einem Gegentreffer führt. Das musste am Mittwochabend auch der HC Thurgau schmerzlich erfahren. Zehn Minuten lang hielt sich das Heimteam an das Rezept, das zwar einfach tönt, aber gegen die flinken Ajoulots nicht ganz einfach umzusetzen ist. Dann wanderten kurz hintereinander Fabio Hollenstein (Halten), Cyrill Bischofberger (Beinstellen) und Bernhard Fechtig (Beinstellen) auf die Strafbank. Und in jedem Boxplay kassierte der HCT einen Treffer.

Beim 0:1 zelebrierten Philip-Michael Devos, Jordane Hauert, Jonathan Hazen und Torschütze Mathias Joggi eine Passstafette, die schöner und schneller nicht hätte sein können (13.). Bei den anderen zwei Treffern durch Hazen (15.) und Thibault Frossard (17.) kullerte der Puck ziemlich unglücklich an Thurgaus Goalie Bryan Rüegger vorbei über die Linie.

Grosschancen, als Ajoie in Stromsparmodus schaltet

Im Mitteldrittel spielte Thurgau endlich mit Tempo und Intensität, wie man es von Stephan Mairs Team von Anfang an gewünscht hatte. Und voilà: T.J. Brennan – wer denn sonst – brachte den HCT nach gut zwei Minuten mit dem 1:3 zurück ins Spiel. Die Vorarbeit hatte Verteidiger David Wildhaber geleistet, der nach einer langen Verletzungspause sein Comeback gab. Jetzt spielten die Ostschweizer auf Augenhöhe mit dem Ligadominator. So, wie es schon bei den beiden Niederlagen im Jura (0:4, 0:1) zeitweise der Fall gewesen war. Bei Spielmitte verpassten innert weniger Sekunden zweimal Janik Loosli und einmal Michael Loosli den Anschlusstreffer nur knapp. Auch Topskorer Jan Mosimann und der Amerikaner Brennan hatte in diesem Drittel das 2:3 auf dem Stock. Doch Ajoie, das aufgrund seines Monsterprogramms mit 15 Spielen in 27 Tagen in den Stromsparmodus geschaltet hatte, gelang es, den Zweitorevorsprung ins Schlussdrittel zu retten.

Und diese Hypothek war für den HC Thurgau zu schwer. Zumal die Gäste in den letzten 20 Minuten wieder zielstrebiger agierten, die Gastgeber an der kurzen Leine hielten. Nach Ajoies Doppelschlag durch Gaëtan Jobin und den Thurgauer Reto Schmutz (49./50.) war es um den HCT geschehen. Die siebte Niederlage aus den letzten zehn Spielen war nicht mehr abzuwenden. Das Abrutschen in der Swiss-League-Tabelle auf Rang sieben ist Tatsache. Das Auswärtsspiel vom kommenden Samstag um 17.45 Uhr gegen das achtplatzierte Visp wird nun umso mehr zu einer wegweisenden Begegnung.

Ajoies Topskorer Devos will auf keinen Fall pausieren

(mat) Der Aufschrei im Jura war gross, als Philip-Michael Devos vor einer Woche im Spiel gegen Sierre durch einen gegnerischen Check eine Schulterverletzung einfing. Doch der Topskorer des HC Ajoie spielte auch die kommenden Partien gegen Winterthur und Langenthal sowie am Mittwoch gegen Thurgau – allerdings stark angeschlagen. Der treffsichere Stürmer mied in der Güttingersreuti praktisch jeglichen Körperkontakt und agierte primär als Regisseur in Ajoies Aufbauspiel. Der Journalist des «Quotidien Jurassien» kennt den Grund, weshalb Devos dermassen durchbeisst. Seit seiner ­Ankunft im Jura 2015 hat der 30-jährige Kanadier noch keinen Ernstkampf des HCA verpasst. Eine schier unglaubliche Serie, die sich Devos nicht einmal durch eine Schulterverletzung zunichtemachen lässt.

Thurgau – Ajoie 1:6 (0:3, 1:0, 0:3)

Güttingersreuti, Weinfelden – Keine Zuschauer – SR Ströbel/Erard, Bichsel/Haag.
Tore: 13. Joggi (Hazen, Hauert/Asschluss Hollenstein) 0:1. 15. Hazen (Devos/Ausschluss Bischofberger) 0:2. 17. Frossard (Ausschluss Fechtig) 0:3. 23. Brennan (Wildhaber) 1:3. 49. (48:46) Jobin (Frei, Frossard) 1:4. 50. (49:24) Schmutz (Devos, Hazen) 1:5. 52. Hazen (Devos, Mäder/Ausschluss Mosimann) 1:6.
Strafen: 5-mal 2 Minuten plus 10 Minuten (Mosimann) gegen Thurgau, 3-mal 2 Minuten gegen Ajoie.
Thurgau: Rüegger; Fechtig, Scheidegger; Schmuckli, Molina; Brennan, Soracreppa; Wildhaber; Hinterkircher, Rundqvist, Mosimann; Michael Loosli, Brändli, Janik Loosli; Bischofberger, Hobi, Hollenstein; Lanz, Kellenberger, Wetli; Baumann.
Ajoie: Müller; Pouilly, Rouiller; Joggi, Birbaum; Hauert, Casserini; Hofmann; Reto Schmutz, Devos, Hazen; Huber, Frossard, Frei; Schnegg, Mäder, Roberts; Jobin, Macquat, Zwissler; Camichel.
Bemerkungen: Thurgau ohne Hulak, Moor, Moser, Parati, Silvio Schmutz, Spannring (alle verletzt), Fritsche (krank) und Rehak (Rapperswil-Jona/NLA). Ajoie ohne Eigenmann, Muller und Stemer (alle verletzt). – 14. Pfostenschuss Hauert. – 31. Tor von Ajoie aberkannt.

Nächstes Spiel. Samstag, 17.45 Uhr: Visp – Thurgau