Swiss for Greece
Sie scheuen sich nicht vor der Herkulesaufgabe – junge Thurgauer rüsten sich für ein Hilfsprojekt in Griechenland

Mit «Swiss for Greece» setzen sich junge Menschen für die Menschen der griechischen Insel Skyros ein. In der Schweiz sammeln sie Spenden und auf der Insel unterstützen sie tatkräftig mit ihrem Wissen und Können.

Johanna Lichtensteiger
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Ladina und Tabea Wick laden gespendetes Material aus dem Auto. Lorena Bachmann und Nico Eggmann sind ebenfalls im Team «Swiss for Greece».

Ladina und Tabea Wick laden gespendetes Material aus dem Auto. Lorena Bachmann und Nico Eggmann sind ebenfalls im Team «Swiss for Greece».

Bild: Mario Testa

«Um auf Skyros zu gelangen, muss man sich verirren», sagt Nico Eggmann. Er ist Helfer im Projekt «Swiss for Greece», das sich um armutsbetroffene Menschen auf der griechischen Insel Skyros kümmert.

Aktive Hilfe

Die Gruppe «Swiss for Greece» setzt sich für diese Menschen ein. Seit dem Jahr 2017 sind sie als freiwillige Helfer in Griechenland, und seit dem Jahr 2018 auf Skyros, aktiv. Sie unterstützen die Inselbewohner mit materiellen und finanziellen Spenden sowie aktiver Unterstützung vor Ort. Eggmann war im Jahr 2018 zum ersten Mal auf der Insel und sagt: «Auf der Insel können viele Helfer ihre Berufskenntnisse nutzen, um zu helfen, aber ich als Informatiker habe auch schon Sandkästen gebaut.»

Das Team von 2020

Das Team von 2020

Bild: PD

Hier in der Schweiz sammeln die Helferinnen und Helfer mit verschiedensten Aktionen wie einem Muffinverkauf oder Veloputzen für die Menschen auf Skyros. Sie zahlen ihre Reisekosten und Unterkunft selbst. «Alles, was wir sammeln, geht direkt an die Inselbewohner», sagt Eggmann.

Ursprünglich wurde das Projekt von dem Team für Jugendarbeit (JUSESO) der katholischen Landeskirche organisiert. «Es geht aber nicht um Religion, es geht um das Helfen», sagt Ladina Wick, man könne unabhängig von der religiösen Gesinnung mitmachen.

Sie packen an

Ladina und ihre Schwester Tabea Wick stossen dieses Jahr neu zum Team. Tabea Wick sagt: «Ich bin über Kolleginnen auf das Projekt aufmerksam geworden und ich fand es toll, dass man selber Hand anlegen kann.» Ihre Schwester Ladina ergänzt schmunzelnd: «Mich nimmt sie mit, weil sie nicht alleine gehen will.»

Angst hätten sie keine, sie seien lediglich aufgeregt, den Ort zu erleben, über den sie schon so viel hörten. «Wegen Corona und Waldbränden müssen wir uns keine Sorgen machen. Hier ist die Abgeschiedenheit der Insel einmal ein Vorteil», sagt Ladina Wick.

Die Landschaft von Skyros
10 Bilder
Die Helferinnen und Helfer streichen eine Wand.
Morgenstimmung in Skyros
Es ist auch technisches und digitales Können gefragt.
Hilfspakete für die Menschen von Skyros
Die Kinder freuen sich über Spielsachen.
Helfer bauen einen Sandkasten.
Tanzkurs in Skyros
Helfern und den Inselbewohner beim Tanzen
Der Muffinverkauf aus diesem Jahr

Die Landschaft von Skyros

Bild: PD

Eine Verbundenheit entsteht

«Leider denken viele Leute hier, Menschen in Griechenland ginge es gut und wir müssten nur den Flüchtlingen helfen. Doch sie sehen nicht über die Touristenorte hinaus. Abgelegene Orte wie Skyros sind von der Regierung vernachlässigt und es gibt grosses Bedürfnis nach Unterstützung», sagt Lorena Bachmann. Genau wie Eggmann ist sie schon länger beim Projekt dabei. Vergangenes Jahr war sie schon einmal auf der Insel.

Trotz der spürbaren Armut gebe es sehr viele schöne Momente auf der Insel. «Ich bin Fachfrau Gesundheit und konnte mein Wissen im Spital einsetzen. Als ich eine Frau impfte, hat sie mich vor lauter Dankbarkeit umarmt», sagt Bachmann. «Die Menschen sind für die kleinsten Dinge unheimlich dankbar.»

Man spüre auch, wie das Vertrauen zum Helferteam über die Jahre gewachsen sei, sagt Nico Eggmann. Es fände auch einen kulturellen Austausch statt. «Wir konnten schon Tanzkurse besuchen und im vergangenen Jahr haben sie uns in Trachten verabschiedet.»

Wege zu Helfen

Vom 9. Bis 16. Oktober findet der nächste Einsatz auf Skyros statt. Materielle Spenden werden bis Ende August beim Zentrum Franziskus in Weinfelden entgegengenommen. Vor allem medizinische Ausrüstung wäre willkommen. Finanzielle Spenden sind immer möglich. Alle Informationen zum Projekt: swissforgreece.com

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