Interview

Summerdays-Chef Cyrill Stadler: «Es braucht viel, um mich aus der Ruhe zu bringen»

Als Summerdays-Chef hat Cyrill Stadler gerade eine anstrengende Zeit hinter sich gebracht. Er weiss aber, wie er wieder abschalten kann.

Marco Cappellari
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Cyrill Stadler ist sowohl das Herz als auch der Kopf des Summerdays Festivals in Arbon. (Bild: Donato Caspari)

Cyrill Stadler ist sowohl das Herz als auch der Kopf des Summerdays Festivals in Arbon. (Bild: Donato Caspari)

Was hat Sie letzte Woche besonders beschäftigt?

Cyrill Stadler: Das Summerdays Festival in Arbon und das Seaside Festival in Spiez. Das ist jeweils die anstrengendste Zeit des Jahres. Am Mittwoch und Donnerstag war ich mit den Vorbereitungen für das Seaside beschäftigt, am Freitag und Samstag am Summerdays. Und am Sonntag war ich beim Abbau in Arbon dabei.

(Bild: Donato Caspari)
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Herbert Grönemeyer bei seinem Auftritt in Arbon. (Bild: Donato Caspari)
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Die Rockröhre aus Wales: Bonnie Tyler bei ihrem Auftritt in Arbon. (Bild: Donato Caspari)
Bonnie Tyler spielte unter anderem ihren Hit «It's A Heartache».
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Was lieben Sie am Sommer?

Draussen zu sein. Egal, ob an einem Festival oder am Wasser. Ich mag den Winter zwar auch, fahre sehr gerne Ski und Snowboard. Aber der Sommer ist für mich die Jahreszeit der Lebensfreude.

Was sollte man im Thurgau im Sommer unbedingt machen?

Da muss ich ja fast antworten: An ein Festival gehen... Aber ernsthaft: Raus in die Natur, zum Beispiel zum Baden an den See.

Haben Sie einen Lieblingsort im Thurgau?

Ich bin sehr gerne mit meinem Boot auf dem Bodensee. Wenn ich frühmorgens alleine lossegle, zwischen Fischerbooten und dem Zollschiff, und dann vom See aus den Sonnenaufgang betrachte, ist das herrlich. Von dort sehe ich auch den Säntis. Ich glaube, wenn man wie ich in Abtwil aufgewachsen ist, würde es einem schwer fallen, irgendwo zu wohnen, wo man den Säntis nicht sieht.

Was ist Ihre zweite Heimat?

Das wäre wohl Spiez. Dort findet nicht nur das Seaside Festival statt, dort ­haben auch meine Grosseltern gewohnt. Und ich habe dort mit etwa 12 Jahren zum ersten Mal einen Segelkurs absolviert.

Was tun Sie, um gesund zu bleiben?

Ich segle so oft es geht und schwimme gerne. Aber eigentlich mache ich viel zu wenig momentan, was auch an meinem Arbeitspensum liegt.

Wann können Sie ruhig schlafen?

Wenn die Arbeit erledigt ist.

Womit tanken Sie Energie?

Mit einem Buch kann ich ganz gut abschalten. Nach einem anstrengenden Tag, brauche ich ab und zu wirklich ein paar Stunden für mich, um in Ruhe zu lesen. Manchmal zum Leidwesen meiner Frau. Aber wenn ich mich in ein gutes Buch vertiefe, kann ich für eine kurze Zeit alles um mich herum vergessen.

Gab es ein besonderes Buch in letzter Zeit?

Viele. Ich lese gerne historische Romane, Krimis oder auch Biografien. Vom norwegischen Autor Jo Nesbø lese ich fast alles.

Was liegt auf Ihrem Nachttisch?

Ein Kindle E-Book-Reader. Ich lese seit einigen Jahren nur noch damit. Das Handy lasse ich bewusst weg, da ich nach Feierabend nicht ständig erreichbar sein muss und will.

Was beschäftigt Sie politisch in Ihrer Gemeinde?

Als Mitglied des Arboner Stadtparlaments beschäftigt mich natürlich vieles. Es ist eine Freude zu sehen, wie sich Arbon entwickelt. Schade finde ich, dass es mit dem Hotel Metropol nicht weitergeht. Arbon muss jetzt vorwärts machen. Denn wenn nichts passiert, dann entsteht auf dem Areal womöglich ein Wohnkomplex, im schlimmsten Fall bleibt die Ruine bestehen. Eine Liegenschaft an solch prominenter Lage, dazu noch direkt am See, muss genutzt werden.

Welche Volksabstimmung hat Sie zuletzt enttäuscht?

Die AHV-Finanzierung. Ich finde es schlimm, dass wir keinen Schritt weiter sind. Unsere Vorsorgewerke sind der Kern des sozialen Friedens. Wenn wir angesichts der demographischen Veränderungen nicht handeln, hinterlassen wir den nächsten Generationen einen Scherbenhaufen.

Worüber kann man mit Ihnen nicht reden?

Über Ideologisches. Da stellt’s mir ab. Wenn man nicht mit Fakten argumentieren kann, lohnt sich das Reden nicht mehr. Das gilt insbesondere auch für die Politik. Ich bin zwar Mitglied der FDP und finde Parteien sehr wichtig, es kann aber gefährlich werden, wenn man aufgrund seiner eigenen Ideologie nicht mehr die Wahrheit im Fokus hat. Politik ist häufig ein Spiel mit Halbwahrheiten.

Haben Sie ein Vorbild?

Ein eigentliches Vorbild habe ich nicht. Eine Persönlichkeit, die mich begeistert, ist alt Bundesrat Hans-Rudolf Merz. Er hat nie die Ideologie in den Vordergrund gerückt und hat auch gegen Widerstand stets das Richtige getan. Ich glaube auch, dass er immer ein wenig unterschätzt wurde. Das hat ihn mir sympathisch gemacht. Von Aussen haben ihn viele als graue Maus gesehen, obwohl er das nicht ist.

Mit wem würden Sie gerne mal eine Flasche Wein trinken?

Am liebsten trinke ich Wein mit meiner Frau. Eines unserer Rituale ist es, am Sonntagabend Spaghetti zu kochen und ein gutes Glas Wein dazu zu trinken. Dabei steht das Gespräch im Mittelpunkt.

Was schätzen Sie an Ihrer Frau?

Dass sie mich erträgt. Sie hält mir bei meinen vollen Pensen den Rücken frei.

Ich kann schlecht Nein sagen und habe deshalb immer viel zu tun.

Ohne Sonja könnte ich das, was ich mache, nicht bewerkstelligen.

Wenn Sie etwas an sich ändern könnten, was wäre das?

Besser Nein sagen zu können. Andererseits hätte ich im Leben auch viel verpasst, wenn ich nicht zu so vielem Ja gesagt hätte. Man muss die Chancen, die sich einem bieten, nutzen.

Was finden Sie gut an sich?

Ich bin manchmal erstaunt, wie entspannt ich bleiben kann. Es braucht viel, um mich aus der Ruhe zu bringen.

Was möchten Sie unter allen Umständen in Ihrem Leben noch machen?

Ich will unbedingt mal den Altmann ann besteigen. Zwar mag ich den Säntis sehr, da ich ihn in meiner Kindheit in Abtwil immer vor Augen hatte. Aber mein Lieblingsberg ist der Altmann im Alpstein.

In welchem Beruf wären Sie eine Fehlbesetzung?

In den meisten anderen Berufen. Was ich mache, liegt mir. Nicht unbedingt, weil ich ein Zahlenmensch bin, ­sondern weil ich gerne Probleme analysiere und Lösungen finde. Einen Job mit viel Routine würde ich nicht gerne machen.

Was ist Ihr heimliches Hobby?

Es ist zwar nicht wirklich ein Geheimnis: Ich gehe sehr gerne an Showcase-Festivals, wo neue Acts vorgestellt werden. Als Finanzverantwortlicher von Open Airs müsste ich nicht zwingend an solche Termine gehen. Ich geniesse es aber sehr, die Chance zu haben, immer wieder neue, tolle Musik zu entdecken.

Welche Musik haben Sie zuletzt für sich entdeckt?

Gudrun von Laxenburg, ein Electro-Duo aus Österreich. Die beiden Typen sind Hammer. Musik ist für mich nichts, das ich alleine höre, sondern etwas, das auf eine Bühne gehört. Das Gesamtkunstwerk von Musik und Show fasziniert mich. Zu sehen, wie sich ein Künstler Gedanken gemacht hat.

Auf welchen Luxus möchten Sie auf keinen Fall verzichten?

Dass wir in einem Land wie der Schweiz leben können, ist sehr viel wert und ein grosser Luxus. Der grösste Luxus, den ich habe, ist aber, dass ich mir meine Zeit selber einteilen kann. Das möchte ich nicht mehr missen. Es ist einfach schön, die Möglichkeit zu haben, zum Beispiel an einem Nachmittag unter der Woche mit einem Journalisten auf einer Terrasse zu sitzen und ein Bier zu trinken.