SULGEN
Sie schlagen Corona ein Schnippchen

Mit dem «Treffpunkt am Feuer» bietet die Offene Jugendarbeit Common Sulgen–Kradolf-Schönenberg Jugendlichen trotz Pandemie eine Gelegenheit, mit Gleichaltrigen zusammenzukommen.

Monika Wick
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Jugendliche beim abendlichen Treff vor dem Sulger Auholzsaal.

Jugendliche beim abendlichen Treff vor dem Sulger Auholzsaal.

Bild: Monika Wick (Sulgen, 5. Februar 2021)

«Oh, da könnten wir aber lange diskutieren», sagen Alex Gapi, Lorin Pushka, Amel Havziji und Jakub Karmodhi fast synchron. Damit meinen die vier Jugendlichen das, was sie an der aktuellen Coronasituation stört.

Neben der Fünf-Personen-Regel haben sie nur beschränktes Verständnis für die Maskenpflicht und die geschlossenen Lokale. «Wir haben einen viel grösseren Kollegenkreis und möchten wieder einmal unbeschwert in den Ausgang», präzisiert Jakub.

Jeden Freitagabend ab sieben Uhr

Dieser Problematik sind sich auch Anita Tschannen, Lukas Galli, Barbara Holzer und Ramona Spring, Jugendarbeiter der Offenen Jugendarbeit Common Sulgen–Kradolf-Schönenberg, bewusst. Aus diesem Grund bieten sie Jugendlichen ab 16 Jahren die Gelegenheit, sich freitags ab
19 Uhr vor dem Auholzsaal in Sulgen zum Austausch zu treffen.

«Jugendliche brauchen Alternativen zu Ausbildungsplatz und Familie. Mit unserem Angebot versuchen wir, die Sparte Gesellschaft abzudecken», erklärt Lukas Galli. Alex, Lorin, Amel und Jakub schätzen dieses Angebot. Sie scharen sich um eine der drei Feuerstellen, welche die Jugendarbeiter entfacht und mit genügend Abstand vor dem Saal platziert haben.

Bevölkerung reagiert wohlwollend

Ausgelassen diskutieren die Jugendlichen Themen, die sie aktuell beschäftigen, und sie geniessen die Getränke, die ihnen offeriert werden. «Wenn kein Corona wäre, wären wir aber nicht hier, sondern im Ausgang», geben sie unumwunden zu.

Neben einer weiteren Feuerstelle sitzen Samuel aus Kradolf und Loris aus Heldswil. Beide geniessen mitgebrachte Speisen. Normalerweise besuchen die Jungs den Jugendtreff in Erlen. Sie wollten aber einmal schauen, was in Sulgen geboten wird. «Es ist sehr gemütlich und trotz Corona eine gute Gelegenheit, Kollegen zu treffen», findet Samuel.

Jugendarbeiter Lukas Galli freut sich über die positiven Rückmeldungen aus der Bevölkerung. «Das Angebot stösst auf Wohlwollen. Jemand hat sogar angeboten, Suppe für uns zu kochen», sagt er.