Turmprojekt
Sulgen richtet den Blick nach oben

Das vom Gemeinderat vorgeschlagene Projekt eines Aussichtsturms hat gute Chancen auf eine Realisierung.

Georg Stelzner
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Inmitten der Baumgruppe, die das alte Reservoir im Sulger Oberdorf umgibt, soll der Aussichtsturm errichtet werden.

Inmitten der Baumgruppe, die das alte Reservoir im Sulger Oberdorf umgibt, soll der Aussichtsturm errichtet werden.

Bild: PD/Lilo Städeli

Berlin hat den Funk-, Paris den Eiffel- und Wien den Donauturm. Und Sulgen? Vielleicht bald einen Aussichtsturm und damit eine echte Attraktion, deren Strahlkraft weit über die Gemeindegrenzen hinausreichen würde. Eine entsprechende Projektidee, die im Vorjahr vom Gemeinderat Sulgen präsentiert wurde, hat es auf die Shortlist von 14 Projektideen geschafft, über deren Realisierung das Stimmvolk voraussichtlich im Jahr 2022 entscheiden soll. Bis dahin sind freilich noch einige Hürden zu überwinden.

Die Idee entstand im Rahmen eines Wettbewerbs, den der Thurgauer Regierungsrat lanciert hat, um jene 127,2 Millionen Franken einer Verwendung zuzuführen, die infolge des Börsengangs der Thurgauer Kantonalbank in die Staatskasse gespült wurden. Dort wird dieses Geld seither als gesondert ausgewiesenes Eigenkapital geführt. Es war mit einem fünfjährigen Ausgabenmoratorium belegt, welches der Grosse Rat bis 31. Dezember 2021 verlängert hat. Insgesamt sind 95 Projektideen eingereicht worden: 33 grosse und 62 kleine. Zu letzteren zählt auch der Sulger Aussichtsturm. Dieser wird wie die anderen im Rennen verbliebenen 13 Projekte als unterstützungswürdig eingestuft, weil er geeignet wäre, einen Nutzen für die Allgemeinheit zu stiften, nachhaltig wäre und ausserhalb des Bereichs der ordentlichen Staatsaufgaben liegen würde. Der Gemeinderat Sulgen will es aber nicht bei der Errichtung eines rund 25 Meter hohen hölzernen Aussichtsturms auf der Plattform des Reservoirs im Oberdorf bewenden lassen, wie Gemeindepräsident Andreas Opprecht erklärt: «Uns schwebt eine Verbindung mit den vier anderen Türmen im Thurgau vor.» Solche gibt es bereits in Amriswil, Wäldi, Sirnach und Thundorf. Einzig im Bezirk Weinfelden fehlt ein solches Bauwerk noch. Der so entstehende Turmweg könnte in Zusammenarbeit mit Thurgau Tourismus und den Thurgauer Wanderwegen gemeinsam vermarktet werden, so Opprecht, der sich davon eine Wertschöpfung für die Gastronomie und die Hotellerie verspricht. Er rechnet für die Errichtung des Turms, die Vermarktung des Turmwegs und die Markierung der Strecke mit Gesamtkosten von rund einer Million Franken.