SULGEN
Höhere Steuereinnahmen und geringere Nettoausgaben im Sozialwesen: Rechnung 2020 weist Gewinn aus

Den Ertragsüberschuss möchte der Gemeinderat für zusätzliche Abschreibungen verwenden. An der nächsten Gemeindeversammlung kommt auch ein Kreditantrag für die Erneuerung der Küche im Auholzsaal zur Abstimmung.

Hannelore Bruderer
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Die rund 30 Jahre alte Küche im Auholzsaal soll modernisiert und künftig als Veranstaltungs- und Militärküche verwendet werden.

Die rund 30 Jahre alte Küche im Auholzsaal soll modernisiert und künftig als Veranstaltungs- und Militärküche verwendet werden.

Bild: Hannelore Bruderer (Sulgen, April 2021)

Die Rechnung 2020 der Politischen Gemeinde Sulgen schliesst mit einem Gewinn von 243'674 Franken. Budgetiert war ein Verlust von knapp 700'000 Franken. Das Rechnungsergebnis sei sehr erfreulich, sagt Gemeindepräsident Andreas Opprecht.

«So muss die Gemeinde nicht vom Eigenkapital zehren, sondern ist in der Lage, die Verschuldung abzubauen.»

Der Gemeinderat beantragt, vom Gewinn eine zusätzliche Abschreibung auf der Liegenschaft Begegnungshaus in der Höhe von 240'000 Franken vorzunehmen. Nach Abzug der zusätzlichen Abschreibung beträgt der Netto-Ertragsüberschuss im Jahr 2020 noch 3674 Franken.

Ausgleichszahlung vom Kanton erhalten

Knapp 310'000 Franken höher als budgetiert fielen die Gemeindesteuern aus. Seit langem erhielt die Politische Gemeinde Sulgen im Jahr 2020 wieder einen Beitrag aus dem kantonalen Finanzausgleich in der Höhe von 78'020 Franken.

Grund dafür ist, dass die Sozialhilfeausgaben der letzten Jahre überdurchschnittlich hoch waren. Im Rechnungsjahr 2020 haben die kostenintensiven Sozialhilfefälle etwas abgenommen, im Vergleich zum Budget sind in diesem Bereich 213'000 Franken weniger ausgegeben worden.

Die wichtigsten Abweichungen vom Budget

Minderkosten gegenüber Budget fielen auch an bei den Anteilen des Kantons an der IPV und Verlustscheinen (83'000 Franken) und beim baulichen Unterhalt von Gebäuden, Grundstücken und Parkanlagen (37'000 Franken).

Zu Mehrausgaben kam es zum Beispiel bei der Sanierung des Sitzungszimmers im Gemeindehaus (30'000 Franken), bedingt durch einen Stellenwechsel bei den Lohnkosten der Bauverwaltung (55'000 Franken) sowie bei den Beiträgen an die Regionale Berufsbeistandschaft, der Langzeitpflege und der Spitex gesamthaft (rund 90'000 Franken).

Kredit für Erneuerung der Küche

An der Gemeindeversammlung werden die Stimmberechtigten über einen Kreditantrag von 250'000 Franken zur Erneuerung der Küche im Auholzsaal befinden. Rund die Hälfte davon soll über die Erneuerungsfonds Auholzsaal und Anlage für Luftschutztruppen (ALST) finanziert werden.

«Die Unterbringung von Asylsuchenden in der ALST ist für das Staatssekretariat für Migration nur eine vorübergehende Lösung.»

Die Gemeinde habe sich deshalb schon seit längerem Gedanken über die künftige Nutzung der Anlage und der damit verbundenen Verbesserungen gemacht, sagt der Gemeindepräsident.

Auch Vereine würden profitieren

Ein zentrales Kriterium, damit die ALST weiterhin vom Militär belegt wird, ist eine zeitgemässe Kücheninfrastruktur. Nach Absprache mit der Armee muss sich die Küche jedoch nicht zwingend in der unterirdischen ALST befinden, möglich ist auch eine Doppelnutzung der Auholzsaalküche.

Bei einer militärischen Belegung der ALST könnte die Küchenmannschaft bei Tageslicht kochen und die Angehörigen der Armee würden im kleinen Auholzsaal verpflegt. Die Erneuerung der rund 30-jährigen Küche im Auholzsaal käme aber auch den Vereinen und Veranstaltern von Anlässen zugute.

Weitere Traktanden an der Bürgerversammlung sind eine Abgabe von Bauland an der Palmenstrasse im Baurecht, das überarbeitete Feuerschutzreglement und ein neues Reglement zur Einführung des «Sulger Ehre-Leu».

Gemeindeversammlung: Dienstag, 1. Juni, 19.30 Uhr; Auholzsaal in Sulgen.