Sulgen
Maler und Gärtner lernen Hand in Hand

Die ehemalige Maurerlehrhalle hat sich in den vergangenen Jahren zum Ausbildungszentrum Sulgen entwickelt. Heute werden auf dem Areal zukünftige Maurer, Gärtner und Maler ausgebildet.

Monika Wick
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Romeo Maasl in der Maurerlehrhalle in Sulgen.

Romeo Maasl in der Maurerlehrhalle in Sulgen.

Bild: Monika Wick

In der Ecke, in der in Sulgen die Auholzstrasse in die Auwiesenstrasse mündet, befindet sich das Ausbildungszentrum Sulgen, das vielen Einwohnern noch unter dem Begriff Maurerlehrhalle bekannt sein dürfte. «Noch vor der Eröffnung der Maurerlehrhalle befand sich auf dem Areal ein Betonelementwerk», erinnert sich Romeo Maasl, Geschäftsführer des Thurgauischen Baumeister-Verbandes (TBV).

Schnuppertage

Der Thurgauische Baumeister-Verband organisiert am Donnerstag, 29. April, einen Schnuppertag für Maurer und am Freitag, 30. April, einen Schnuppertag für Strassenbauer. Das Angebot richtet sich an alle Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe. Die Schnuppertage beginnen um acht Uhr und enden um 18 Uhr nach einer Elterninformation. Weitere Details und den Anmeldetalon finden die Interessierten unter www.bvtg.ch. (mwg)

«Werner Messmer, der damalige Präsident des Thurgauischen Baumeister-Verbandes, lud 1986 zu einer ausserordentlichen Versammlung ein, um über den ­Erwerb der Liegenschaft zu bestimmen», fügt er an. Sulgen als Standort für das Ausbildungszentrum erachtet Romeo Maasl als ideal. «Er ist gut an den öffentlichen Verkehr angebunden, hat genügend Parkplätze und erlaubt den Geräuschpegel, den handwerkliche Berufe nun mal verursachen», erklärt er.

Nach diversen Um- und Erweiterungsbauten dient das rund 15'500 Quadratmeter grosse Areal heute neben dem Thurgauischen Baumeister-Verband der Ostschweizer Maler-Fachschule und ÜK Gärtner Ostschweiz als Aus- und Weiterbildungsstätte ihres Berufsnachwuchses. «Das ist optimal, so können gegenseitig Synergien genutzt werden. Wir hätten sogar noch Ressourcen für weiteres Gewerbe», erklärt Romeo Maasl.

Ausbildung im Wandel

Seit etwa vier Jahren beobachtet Romeo Maasl einen Rückgang bei den neuen Auszubildenden. Den Hauptgrund sieht er in der Digitalisierung und den dadurch entstandenen neuen Berufsarten, zu denen sich Jugendliche aktuell mehr hingezogen fühlen. Maasl betont, dass die Digitalisierung auch im Baugewerbe Einzug gehalten hat, ohne das eigentliche Handwerk zu verlieren. «Das ist sehr wichtig, werden wir doch auch zukünftig nicht nur neu bauen, sondern bestehende Bauten umnutzen und umbauen», erklärt er. Darum erarbeitet der TBV in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Baumeister-Verband das Projekt «Berufsbildung 2030», das das Kompetenzenprofil den heutigen und zukünftigen Herausforderungen und somit der Ausbildung anpassen wird.

Romeo Maasl in der Maurerlehrhalle in Sulgen.

Romeo Maasl in der Maurerlehrhalle in Sulgen.

Bild: Monika Wick

Wachstum möglich

Dank der Umzonung der Parzelle in Wohn- und Arbeitszone kann der Thurgauische Baumeister-Verband auch in Zukunft seinen Bedürfnissen entsprechend aus- und umbauen, um auch in Zukunft eine zeitgemässe Ausbildungsstätte zu sein. Auch für die Verpflegung der Lehrlinge und Kursbesucher wird im Ausbildungszentrum gesorgt. «Täglich gehen 40 bis 100 Mahlzeiten über die Theke. Wenn immer möglich berücksichtigen wir Sulger Gewerbe und Lieferanten», sagt Romeo Maasl.
Der Bevölkerung bietet sich im Rahmen der Gewea AachThurLand vom 29. April bis 1. Mai 2022 Gelegenheit, das Ausbildungszentrum Sulgen zu besichtigen und in den drei Berufssparten selber Hand anzulegen.