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Sulgen definiert die schützenswerten Kultur- und Naturobjekte neu

Für erhaltenswerte Kultur- und Naturobjekte erstellt die Gemeinde einen Schutzplan. Da sich die Gegebenheiten ändern, ist von Zeit zu Zeit eine Überarbeitung erforderlich. Dabei können unterschiedliche Interessen aufeinander treffen.
Georg Stelzner
Evangelische Kirche im Oberdorf: Sulgens bekanntestes und wertvollstes Kulturobjekt. (Bild: Georg Stelzner)

Evangelische Kirche im Oberdorf: Sulgens bekanntestes und wertvollstes Kulturobjekt. (Bild: Georg Stelzner)

«Die Gesetzgebung hat Änderungen erfahren, weshalb die Gemeinden verpflichtet sind, die nötigen Anpassungen vorzunehmen», erklärt Andreas Opprecht, Gemeindepräsident von Sulgen. Die Rechtssicherheit habe für die Liegenschaftenbesitzer aus verständlichen Gründen einen hohen Stellenwert. Nicht bei allen Objekten kämen die Beteiligten jedoch zur gleichen Einschätzung, gibt Opprecht zu bedenken. Das gelte mitunter auch für die Sichtweisen des Kantons und der Gemeinde. Um tragfähige Lösungen zu erreichen, müssten sich alle Seiten bewegen.

Gemeinderat setzte Subkommission ein

Im künftigen Schutzplan sollen nur noch solche Objekte aufscheinen, bei denen Einigkeit herrscht. «Unser Ziel ist es, einen gemeinsamen Nenner zu finden und Diskrepanzen zu vermeiden», führt der Gemeindepräsident aus. Im Rahmen der Ortsplanungsrevision sei eine Subkommission ins Leben gerufen worden mit dem Auftrag, den aus dem Jahr 2003 stammenden Schutzplan zu überarbeiten. Weniger geschützte Kulturobjekte Der heutige Schutzplan führt insgesamt 41 Kulturobjekte der Kategorie A (höherer Schutz) und 241 Kulturobjekte der Kategorie B (niederer Schutz) sowie 38 Naturobjekte auf.

Anzahl der Naturobjekte bleibt stabil

Im Zuge der Schutzplanüberarbeitung soll die Zahl der Kulturobjekte markant reduziert werden, nämlich auf 60. Der Gemeinderat steht auf dem Standpunkt, dass es besser sei, sich auf jene Objekte zu konzentrieren, deren Schutzwürdigkeit hoch und unbestritten ist. Die Kategorie B wird es folglich nicht mehr geben. Besonders wertvolle Gebäude sind zum Beispiel die evangelische Kirche im Sulger Oberdorf oder die Liegenschaft Mannale in Hessenreuti. Die Zahl der geschützten Naturobjekte, zu denen einzelne Bäume, aber auch Baumgruppen sowie Hecken, Borde und Ackerterrassen gehören, wird keine grosse Änderung erfahren. Aus heutiger Sicht ist weiterhin mit drei Dutzend Objekten zu rechnen.

Laut Opprecht werden einige Naturobjekte keine Berücksichtigung mehr finden. Entweder, weil sie inzwischen den Status eines Waldes erlangt haben, oder weil sie als Naturschutzgebiet einer eigenen Gesetzgebung unterliegen. «Neu in den Schutzplan aufnehmen wollen wir hingegen Naturobjekte mit einem hohen ökologischem Wert», erläutert der Gemeindepräsident. Unter Schutz stellen wolle man auch Obstgärten in Donzhausen.

Gemeinderat informierte Grundeigentümer

Die Gemeinde ist verpflichtet, die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen zu überwachen. Widerhandlungen werden gebüsst. «Viele Leute legen eine grosse Sorgfalt an den Tag und gehen mit ihren Kultur- und Naturobjekten vorbildlich um», stellt Opprecht fest. Die Gemeinde legt Wert auf einvernehmliche Lösungen. Sie hat diesen Monat rund 200 Grundeigentümer zu zwei Informationsanlässen eingeladen, um wichtige Feedbacks zu erhalten. Etwa 40 Leute machten von dieser Gelegenheit Gebrauch. Die meisten konnten sich mit den vorgeschlagenen Änderungen einverstanden erklären.

Öffentliche Auflage im zweiten Halbjahr

Der überarbeitete Schutzplan soll in der zweiten Hälfte dieses Jahres öffentlich aufgelegt werden. Grundeigentümer, die mit bestimmten Punkten nicht einverstanden sind, können dann zum Rechtsmittel der Einsprache greifen. Am Ende entscheidet das kantonale Departement für Bau und Umwelt. Der Gemeinderat Sulgen würde den überarbeiteten Schutzplan gerne auf den 1. Januar 2019 in Kraft setzen.

Gesetzliche Bestimmungen

Gemäss § 10 des Gesetzes zum Schutz und zur Pflege der Natur und der Heimat sichern die Gemeinden Schutz und Pflege erhaltenswerter Objekte in erster Linie durch Reglemente oder Nutzungspläne nach Baugesetz. § 26 definiert die Sanktionen bei Verstössen: «Wer ein geschützes oder vorsorglich geschütztes Objekt vorsätzlich oder fahrlässig beseitigt, beschädigt oder verunstaltet, wird mit Busse bis zu 20000 Franken bestraft. Wird die Widerhandlung aus Gewinnsucht begangen, ist die Höhe der Busse unbeschränkt. Die Verfolgungsverjährung beträgt drei Jahre.» (st)

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